Höhere US-Studiengebühren statt Klagewellen geplant
Warner Music: Filesharing-Flatrate für Studenten
Warner Music hofiert US-Universitäten derzeit mit einem ungewöhnlichen Angebot: Der Tausch von Musik unter Studenten soll komplett legal ablaufen dürfen, ohne rechtliche Konsequenzen. Im Gegenzug winken erhöhte Studiengebühren, die an die Rechteinhaber abgeführt werden sollen.
Jim Griffin, von Warner Music damit beauftragt, den Studenten das Angebot schmackhaft zu machen, bietet auf den ersten Blick eine Filesharing-Flatrate an. Mit einem beliebigen Filesharing-Client und Hardware nach Wahl sollen sie auf dem Campus unbegrenzt Musik herunterladen und untereinander tauschen dürfen - und zwar ohne damit gegen das Urheberrecht zu verstoßen.
Man könnte diesen Vorschlag als freundliche Geste der Musikindustrie werten, die andauernden Rechtsstreitigkeiten mit US-amerikanischen Hochschulen beizulegen. Doch Warner Music möchte sich den Freifahrtschein zum ungenierten Download bezahlen lassen: Jeder Student soll pauschal einen noch nicht bezifferten Betrag in Form erhöhter Studiengebühren entrichten.
Mit dieser Präsentation versucht Warner, die Studenten zu überzeugen.
Dieses Geld wandert daraufhin über die Provider-Gebühren am Campus und eine unabhängige Organisation zurück an die Rechteinhaber, schildert Griffin den Plan. Darüber hinaus verlangt Warner, den Datenverkehr der studentischen Leitungen analysieren zu dürfen, um dadurch Informationen über die Anzahl getauschter Lieder zu gewinnen - und damit wohl auch den Preis zu regulieren.
Skeptisches Studenten-Echo
Bei den zehn US-Universitäten von MIT bis Berkeley, bei denen Griffin im Auftrag von Warner Music bereits vorgesprochen hat, stieß die Idee nicht nur auf Begeisterung. Kritiker sehen den Vorschlag weniger als eine Art Kultur-Flatrate, sondern als Musiksteuer für Studenten. Und da Warner pauschal allen Studenten die erhöhten Gebühren aufhalsen wolle, sei dies ein finanzieller Nachteil für diejenigen, die kein Filesharing betreiben würden.
Zudem sehen Experten den Vorschlag als wenig erfolgsversprechend, solange ausschließlich Warner Music an einem solchen Lizenzmodell beteiligt ist. Auch die anderen großen Plattenhäuser und Independent Labels müssten inbegriffen sein, damit sich das Problem des Filesharings auf dem Uni-Campus zur allgemeinen Zufriedenheit lösen ließe.

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