Broadcom startet ab 2009 die Produktion für All-inclusive-Chipsatz
N-Standard: Der schnelle Funk kommt auf das Handy
In tragbaren Computern wird er schon seit längerem eingesetzt, nun stellt das US-Unternehmen Broadcom die Weichen für seinen Einbau in Handys. Die Rede ist vom N-Standard und dem neuen Chipsatz BCM4329. Der im kommenden Jahr in die Massenproduktion gehende Chip hat aber noch mehr zu bieten. Neben Bluetooth hat er auch einen FM-Empfänger für störungsarme drahtlose Übertragungen von Hörfunkprogrammen an Bord.
Der eingesetzte N-Standard funkt in den Frequenzbereichen 2.4 Gigahertz (GHz) und 5,0 GHz. Zugunsten der Akkulaufzeit des Mobilfunkgerätes verzichtet Broadcom auf die so genannte MIMO-Technik. Sie ermöglicht, dass das Sende- und Empfangssignal um ein Vielfaches verstärkt wird, sie würde aber auch die Akkulaufzeit verkürzen. Trotz des N-Standards schafft der Chip, im Gegensatz zu herkömmlich verbauten N-WLAN-Chipsätzen, nur 50 Megabyte pro Sekunde (MBit/s).
Chipsatz BCM4329: Die kleine Fernbedienung
Herkömmliche, in den Rechner integrierte N-Karten schaffen bis zu 300 MBit/s. Der Grund für die geringere Geschwindigkeit: Würde der Chip die volle Bandbreite schaffen, was technisch möglich ist, wäre der Akku nach kurzer Zeit leer und das Handy müsste wieder mit Strom versorgt werden. Online Filme streamen, Musik hören oder allgemeine Daten versenden wird aber auch mit den 50 MBit/s kein Problem sein.
Der eingebaute FM-Transmitter ist nicht nur für den Empfang von Radiosendungen geeignet. Vielmehr macht er aus dem Handy einen kleinen "Streaming-Server". Audio-Inhalte lassen sich auf diese Art und Weise kabellos an Autoradios übertragen.
Was Viel-Telefonierer freuen wird: Das mit dem Chip bestückte Handy besitzt automatisch eine Bluetooth-Schnittstelle. Da diese ebenfalls im 2.4GHz Bereich funkt, hat Broadcom einen speziellen Algorithmus entwickelt, der Co-Existenzen erlaubt. So sind WLAN- und Bluetooth-Übertragungen, wie beispielsweise Datensynchronisation zwischen zwei Mobilfunkteilnehmern, der Einsatz des Handy-Headsets und das Surfen im Internet gleichzeitig und ohne Datenverluste möglich.
