Horror-Shooter mit Atemnot: Dead Space im Test
Ganzheitlich unheimlich
Dead Space setzt auf die aus Funk und Fernsehen bekannte Horror-Atmosphäre: Gänge sind immer ein wenig zu dunkel, verbleibende Lampen flackern bedrohlich und stets ist ein entferntes Kreischen oder Schaben zu hören. Zwar nutzen sich die Schreckmomente im Laufe des Spiels ab, dennoch kommen Clarke und der Spieler auf der Ishimura selten aus dem Schwitzen heraus.
Für diese dichte Stimmung sorgt auch die äußerst gelungene Darstellung von Inventar, herumliegenden Botschaften und Lebensanzeige. Diese erscheinen nämlich nicht wie bei anderen Titeln als aufgesetztes Interface, sondern werden nahtlos in die Spielwelt integriert. Wie lange Clarke noch zu leben hat, sehen Sie an seinem Rückenmark, Karte und Videosignale zeigt der Retter wider Willen dank seines Anzugs als eine Art Hologramm an und auch Aufzeichnungen in Text, Bild und Ton werden in Echtzeit konsumiert.
Schwereloses Sterben
Abgesehen von Waffengewalt und beherzten Tritten auf kreuchend-fleuchende Monster besitzt Clarke zwei weitere Fähigkeiten, die direkt aus Star Wars stammen könnten. Dank Stase-Generator können Sie Gegner oder Gegenstände verlangsamen, mittels Kinese lassen Sie das Inventar der Ishimura durch die Luft schweben und lösen so auch das eine oder andere Schalterrätsel.

Der blanke Horror im All: Dead Space trumpft mit Atmosphäre auf.
Auch beim Level-Design bemüht sich Dead Space, nicht nur Gang auf Fabrikhalle auf Labortrakt folgen zu lassen. Herrscht in einem Gebiet etwa Schwerelosigkeit, verliert Clarke dank Spezialstiefeln zwar nie die Bodenhaftung, dennoch bekommen Begriffe wie oben oder unten eine gänzlich neue Bedeutung. Und muss der Ingenieur auch noch ins Vakuum und die Sauerstoffreserven neigen sich dem Ende zu, ist das Bekämpfen der Monster oft das kleinste Übel.
Fazit: Packender Weltraum-Nervenkitzel
Dead Space spielt sich in vielerlei Hinsicht erfrischend anders als die meisten Shooter. Bei Kämpfen dominieren nicht Monstermassen und Überwaffen, sondern fesselnde Duelle mit taktischem Anspruch. Zwar bedient sich Clarkes Raumschiff-Trip bekannter Horror-Klischees und liefert eine strikt lineare Geschichte - doch Dead Space inszeniert die Hilflosigkeit und andauernde Anspannung nahezu filmreif.
Dead Space im Test: Horror-Shooter mit Atemnot
In Vakuum oder Schwerelosigkeit spielt sich Dead Space noch intensiver.
Monster und Protagonist Isaac Clarke gehen nicht zimperlich miteinander um. Dead Space besitzt deshalb auch keine Jugendfreigabe.
Wer gezielt die Schwachpunkte der Gegner aufs Korn nimmt, hat es im Kampf leichter.
Wer die Gegner so dicht an sich heranlässt, muss bei Dead Space mit dem Leben bezahlen.
Das Weltraum-Setting von Dead Space ist ausnehmend gut gelungen und vermittelt ein durchgängiges Gefühl der Beklemmung.
Selten laufen die Monster in einer geraden Schusslinie auf Sie zu. Sie bevorzugen Schächte, Dunkelheit und Hinterhalte.
Grundsätzlich bleiben die etwa 15 Stunden Spielzeit zwar stets kurzweilig, nach einem atmosphärisch packenden Einstieg nutzen sich die Schocker-Elemente aber ab. Schwerelosigkeit, Vakuum sowie Mini-Puzzles mit Stase und Kinese sind in diesen Momenten aber zur Stelle, um den Spieler bei Laune und Isaac Clarkes Puls besorgniserregend hoch zu halten. Wer Shooter und Spannung mag und sich von den teils massiven Gewaltdarstellungen nicht abschrecken lässt, bekommt mit Dead Space eine packendes Horror-Erlebnis. Netzwelt hat den Titel auf der Xbox 360 getestet.
