Neues Protokoll, alte Probleme mit der Einstiegshürde
Das anonyme Netz im Netz: I2P in neuer Version
Weltweite Skandale beim Datenschutz häufen sich, viele Nutzern wünschen sich mehr Anonymität für ihre virtuelle Identität. Das Invisible Internet Project I2P schafft deshalb eine Art Netz im Netz, in dem jegliche Kommunikation per Tarnkappe abläuft. Die zugehörige Software wurde jetzt aktualisiert.
Das Invisible Internet Project, 2003 ins Leben gerufen und von einem kleinen Entwicklerkreis betreut, führt seit jeher ein Nischendasein. Sich selbst gibt I2P den Anspruch eines dezentralen und verschlüsselten Netzwerkes, in dem nicht wie bei anderen Lösungen nur der Nutzer selbst, sondern auch der Betreiber einer Website seine Identität verschleiern kann.
Wer in I2P eintauchen will, muss vorerst den passenden Client auf seinem Computer installieren. Dieser gilt von da an als Knotenpunkt im Netzwerk, das I2P knüpft. Wer in diesem Mikrokosmos mitsamt eigenen Domains, E-Mail-Diensten und Filesharing-Programmen einen anderen Teilnehmer kontaktiert, tut das aus Sicherheitsgründen nicht auf direktem Wege. Die Kommunikation wird stattdessen über mehrere zufällige Knotenpunkte umgeleitet und der Ursprung so vertuscht.
Wer I2P nutzt, leitet somit auch den verschlüsselten Datenverkehr anderer User automatisch weiter. Da die I2P-Entwickler der größtmöglichen Anonymität den Vorrang vor Performance geben, ist die Geschwindigkeit in diesem Subnetz nicht mit der des bekannten Internets vergleichbar. Dafür ist es nach Angaben des I2P-Projektes technisch kaum machbar, die eigene IP-Adresse und damit Details zur eigenen Identität auszuspionieren - ein Vorgang, der normalerweise nur wenige Minuten dauert.

I2P: Aus dem Browser heraus wird das anonyme Netz verwaltet.
Netzwelt meint: Neues Potenzial, alte Probleme
Mit Version 0.6.5 wechseln die Entwickler von I2P auf das Protokoll Basic Open Bridge. Die von I2P versprochene Optimierung der Geschwindigkeit kann netzwelt bestätigen, speziell der Aufbau erster Verbindungen im Netz verläuft deutlich schneller als noch bei früheren Versionen. Ob dies jedoch an den Verbesserungen des Quellcodes oder der höheren Nutzerzahl liegt, lässt sich nicht sagen.
Geblieben ist hingegen das Grundproblem von I2P: So wichtig der technische Hintergrund des Projektes für das Verständnis und die verantwortungsbewusste Nutzung des Netzes ist, so komplex sind die Sachverhalte auch. Neueinsteiger werden mit Ports, Proxy-Einstellungen, Tunneln und persönlichen IDs überfordert. Andererseits betonen die Entwickler, dass sich I2P nach wie vor in der Entwicklung befinde - zudem werden so höchstwahrscheinlich ungeduldige Nutzer abgeschreckt, die lediglich anonymes Filesharing ohne Konsequenzen suchen.
In einem Hintergrund-Artikel zu I2P hat netzwelt das Invisible Internet Project intensiv getestet und einen Erfahrungsbericht verfasst.

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 2 Beiträge
Zitat: Neues Protokoll, alte Probleme mit der Einstiegshürde Wer nicht nur seine eigene Identität verschleiern will, sondern eine komplett anonyme Kommunikation sucht, wir...
ich kann mich nicht bei you tube einloggen,geht das mit i2p nicht oder mach ich was falsch?