Virenscanner trotz angeblicher Immunität von Mac OS X?
Apple scheinheilig: Werbung vs. empfohlener Virenschutz (Update)
Sicherheit
In einem der berüchtigten Werbespots stellt Apple dar, wie immun das Betriebssystem Mac OS X im Vergleich zu Windows gegenüber Viren und anderen Schädlingen ist. Durch die Hintertür hat der Konzern aber bereits im Juni dieses Jahres angefangen, auch für den Mac Virenschutz zu empfehlen.
Das Update vom 3. Dezember finden Sie am Ende des Artikels
Als Betriebssystem der Minderheit brüsten sich Mac OS X und Entwickler Apple seit Jahren damit, vor nahezu allen Schädlingen geschützt zu sein. Um dies öffentlich zu machen und auch zu Marketingzwecken nutzen zu können, veröffentlichte der Konzern einen Werbeclip, indem der personifizierte Mac sich über das erkältete Windows amüsiert.
Im krassen Gegensatz dazu steht ein Eintrag des Online-Supports von Apple: Hier wird den Nutzern mindestens seit Juni 2008 nahegelegt, einen Virenscanner unter Mac OS X zu betreiben. Am 21. November fügte Apple dieser Liste weitere Produkte hinzu, die das Betriebssystem vor Malware schützen können.
Werbeclip: Immunes Apple-Betriebssystem macht Windows lächerlich.
Hier stellt sich die Frage, warum Apple aggressiv die Immunität des eigenen Betriebssystem anpreist, hintenrum aber dennoch allen Nutzern empfiehlt, für Virenschutz zu sorgen. Nach Expertenberichten hat die Anzahl von Schädlingen, die speziell auf Mac OS X zugeschnitten sind, nicht überdurchschnittlich zugenommen. Zwar gibt es mittlerweile mehr Macs, dennoch dominiert Windows weiterhin den Markt der Betriebssysteme und bleibt damit das Hauptziel der Virenschreiber.
Wenn die Plattform übergreift
Der Grund dafür, dass auch Apple nicht um einen zuverlässigen Virenschutz herumkommt, ist ein anderer. Um Trojaner und andere Schädlinge auf einem System einzuschleusen, ist eine Sicherheitslücke notwendig. Und hier machen laut eines Microsoft-Berichtes die klassischen Schwachstellen in Betriebssystemen nur noch sechs Prozent aus. Mehr als 90 Prozent der Sicherheitslücken gibt es mittlerweile bei Applikationen - also Software, die auf dem Betriebssystem installiert und ausgeführt wird.
Und hier bekommt Apple den Trend der Plattformunabhängigkeit zu spüren: Immer mehr Entwickler programmieren ihre Applikationen so, dass sie zu allen gängigen Betriebssystemen kompatibel sind. Prominentes Beispiel ist hier der Adobe Flash Player, der sich als Plugin in den Browser integriert und auf etwa 98 Prozent aller Rechner weltweit vertreten ist. Tritt hier eine Sicherheitslücke auf, ist Mac OS X genauso betroffen wie ein Windows-PC.
Die von Apple empfohlenen Virenscanner für den Mac finden Sie unten in den Links zum Artikel. Darüber hinaus existiert mit ClamXav noch eine kostenlose Alternative, die unter Mac OS X arbeitet.
Update vom 3. Dezember 2008
Apple hat den Eintrag des Online-Supports gelöscht. Wie Pressesprecher Bill Evans gegenüber dem US-amerikanischen Online-Magazin Cnet erklärte: "Wir haben den Artikel entfernt, weil er alt und fehlerhaft war. Der Mac ist von vorneherein mit Technik ausgestattet, die ihn vor Angriffen schützt." Da ein System allerdings nie zu hundert Prozent immun gegen Gefahr sei, könne eine Antivirus-Software zusätzliche Sicherheit bieten.
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Ihr habt es immer noch nicht kapiert, oder?
Bis dato lässt Mac OS X es nicht zu, einfach so unbemerkt einen Schädling zu installieren.
Damit gibt es zwei Möglichkeiten, Viren einzuschleusen:
1. Wir hängen uns an die Auto-Updates seitens Apple.com/de an
2. Wir schalten die Abfrage des Admin-Passwortes aus
Und wer das schafft, hat wohl den Darwin geknackt.
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