Teil 1: Die Planungsphase
Projekt Medicase: Der Rechner im Apothekerschrank
Netzwelt baut den Mini-Rechner im Apothekerschrank: In einem selbstgebauten Gehäuse der etwas anderen Art soll später ein Dual-Core Atom-Prozessor werkeln. Im ersten Schritt geht es aber zunächst um die Planung am Reißbrett.
Inhaltsverzeichnis
- 1Die Idee, die ersten Probleme
- 2Zielsetzung: Klein, leicht und günstig
- 3Hardwareauswahl: Von Mainboard bis Kühlung
- 4Planungsphase: Alle Eventualitäten
Mit dem ersten Netbook in Form des Asus EeePCs und der Ankündigung von Intel, einen speziellen Stromspar-Prozessor zu entwickeln, wurde im Jahr 2008 der PC-Markt revolutioniert. Auf Basis des daraus resultierenden Intel Atoms wurden auch so genannte Nettops angekündigt. Die Idee eines Redaktionsrechners auf Intel Atom Basis war geboren. Auch die erste Verzögerung des Projekts wurde somit besiegelt, denn es sollten noch einige Monate ins Land ziehen, bis dieser verfügbar war.
Die Idee, die ersten Probleme
Ein großes Problem stellte die Suche nach dem richtigen Gehäuse dar, denn ein herkömmliches PC-Gehäuse von der Stange kam nicht in Frage. Von der Keksdose bis hin zum Medizinkasten wurden zahlreiche Vorschläge zusammengetragen. Nach einer Machbarkeitsprüfung wurde schlussendlich der Medizinkasten gewählt. Dieser wurde einige Tage später in einem Online-Shop bestellt. Für 20 Euro inklusive Inhalt darf man keine Verarbeitungswunder erwarten. Aber selbst die schlimmsten Befürchtungen wurden drei Tage später bei weitem übertroffen. Das Blech war zu dünn und eines der zwei Regale völlig schief eingeklebt.
Der erste Versuch scheiterte kläglich (Bild: preisroboter)
Die Zwischenregale mussten weichen um Platz für die geplante Hardware zu schaffen. Vorsichtig wurden die Verbindungen vom Klebstoff befreit und leicht auseinander gebogen - Nieten oder Schrauben waren Fehlanzeige. Nach einer halbstündigen, sorgfältigen Demontage die Erkenntnis: Dieses Gehäuse taugt nicht für die höheren Weihen eines Rechners. Die beidseitig aufgetragene Lackschicht war zum Teil dicker als das Blech selbst. Zudem hielt oftmals nur der Lack das Blech zusammen.
Die Idee vom Netzwelt-Nettop wurde erst einmal auf Eis gelegt und es vergingen einige Monate, ehe das Projekt wieder an Fahrt aufnahm. Die ersten Mainboards mit Intel Atom-Prozessoren lagerten mittlerweile bei den Händlern und es juckte wieder in den Fingern. Netzwelt wollte aber nicht noch einmal einen Fehlkauf begehen und entschied sich für ein "Casecon". Das selbstgebaute Gehäuse sollte die gleichen Abmaße wie der erste Medizinkasten besitzen (25 x 25 Zentimeter), denn die Glastüre sollte weiterverwendet werden.
Zielsetzung: Klein, leicht und günstig
Das noch nicht existierende Gehäuse wurde auf den Namen "Medicase" getauft. Die Kosten für Material und Hardware sollten unter denen des Shuttle X27 bleiben, welcher 600 Euro kostet. Auch das Gewicht sollte so gering wie möglich ausfallen. Die Stabilität des Gehäuses darf allerdings unter keinen Umständen darunter leiden. Der Rechner muss nahezu lautlos sein und die Hardware soll leicht ausgewechselt werden können. Mit diesen hohen Ansprüchen ging es an die Auswahl der Komponenten.
Hardwareauswahl: Von Mainboard bis Kühlung
Die Hardware wurde äußerst akribisch ausgewählt. Die Wahl des Mainboards fiel schlussendlich auf eine Mini-ITX Platine (17 x 17 Zentimeter) - das Intel Essential Series D945GCLF2. Der Aufpreis vom Single-Core zum Dual-Core Atom betrug lediglich zehn Euro und das Boardlayout war besser als bei Mainboards von anderen Herstellern. Mit der Wahl der Hauptplatine wurde gleichzeitig eine Verzögerung des Projekt in Kauf genommen. Am Bestelltag war das Mainboard bei keinem Internethändler verfügbar. Umso überraschender war es dann, dass das Mainboard nur drei Tage später in der Redaktion eintraf. Eine große Erleichterung machte sich breit und der Terminplan für das Projekt schien gerettet zu sein.
