Firmenchef will einige Geschäftsbereiche verkaufen
Aus für Lycos: Großer Internetanbieter gescheitert
Lycos Europe, der Internet-Dienstleister mit dem Labrador als Maskottchen, steht vor dem Aus: Wie das Unternehmen am 26. November 2008 in einer Pressemitteilung bekannt gab, werden die Geschäftsbereiche teils verkauft, teils ganz geschlossen. Auslöser war Lycos zufolge eine strategische Prüfung.
Das Unternehmen kombiniert eine Suchmaschine mit Online-Communitys, Shopping- Portalen sowie der Homepage-Erstellung und Domain-Registrierung. Zu über dreißig Prozent gehört Lycos dem Medienkonzern Bertelsmann. Das von Christoph Mohn, dem Sohn des Bertelsmann-Chefs Reinhard Mohn, geführte Unternehmen hatte Medienberichten zufolge schon länger mit sinkenden Werbeeinnahmen zu kämpfen. Der Nachrichtendienst Reuters spricht von einem Verlust von 17,1 Millionen allein in diesem Jahr. Bereits seit Frühling 2008 seien die Verantwortlichen daher auf der Suche nach neuen Geldgebern oder Käufern gewesen - erfolglos.

Aus und vorbei: Lycos stellt die meisten Geschäftsbereiche ein.(Klick vergrößer.)
Die Konsequenz: Lycos bietet die Bereiche Domain, Shopping und das dänische Online-Portal zum Verkauf an. Mit diesen Bereichen erzielt Lycos etwa zwei Drittel des gesamten Umsatzes. Beendet werden dagegen alle anderen Portal- und Webhosting-Aktivitäten. Das bedeutet auch: Ein Großteil der 700 Mitarbeiter verliert seinen Arbeitsplatz, etwa die Hälfte davon sitzt in Deutschland. Hierzulande ist vor allem der Hauptsitz in Gütersloh betroffen.
Das Unternehmen wird nach eigenen Angaben noch vor Ablauf des Jahres eine Barausschüttung an die Aktionäre vornehmen. Der Gesamtbetrag habe eine Höhe von etwa 50 Millionen Euro. Lycos Europe gehört zu großen Teilen Bertelsmann und dem spanische Telekommunikations-Anbieter Telefonica.
