Need for Speed Undercover im Test: Rasen ohne Bremse
Fuhrpark: Alle dabei bis auf Ferrari
Herausfordernder sind die Autobdiebstähle und Überführungsfahrten von Autos. Von der Polizei verfolgt, darf das Auto nur geringen Schaden nehmen - ansonsten ist die Mission gescheitert. Erschwerend kommt oftmals ein Zeitlimit hinzu. Auch die Wagen konkurrierender Gangs müssen zerstört werden. Undercover bietet also viel Abwechslung, jedoch sind die Rennen und Aufgaben oftmals zu leicht - selten wird es knifflig.
Nahezu alle Edelhersteller sind mit von der Partie. Lamborghini, Pagani und Bugatti aus Italien. Porsche, VW, Audi, Mercedes und BMW aus Deutschland, aber auch amerikanische Musclecars von der Dodge Viper bis zum Ford Mustang Shelby GT500 aus dem Film "Nur noch 60 Sekunden" fehlen nicht. Japan steuert seinen Teil mit hochgezüchteten Modellen wie dem Nissan Skyline und dem Toyota Supra bei. Der wohl bekannteste Sportwagenhersteller glänzt aber wie auch in den letzten Jahren mit Abstinenz - Ferrari.
Grafik und Sound: Wie vor drei Jahren
Die Automodelle wurden schön in Szene gesetzt und auch mit Spezialeffekten geizen die Entwickler nicht. Der Zivilverkehr sieht jedoch aus, als wäre er aus einem Rennspiel von vor fünf Jahren kopiert worden. Die Gebäude wirken kantig und schmucklos. Werbebanner und glitzernde Städte wie in den Vorgängern sucht man vergeblich. Der Motorensound ist knackig und auch der Polizeifunk sorgt für Atmosphäre. Die Musik ist ebenfalls abwechslungsreich, aber wer will auch schon, wenn er mit 300 Stundenkilometer auf dem Highway heizt, den sanften Klängen von "Kuschelrock" lauschen.
Need for Speed Undercover (1)
Die Polizei fährt scharfe Geschütze auf. Straßensperre mit Krähenfüße und ein Helikopter verfolgen uns.
Schadensmodell: Es fliegen wieder die Fetzen
Auch ein Totalschaden ist erstmals seit langem wieder machbar. Dafür braucht es neben einem grobem Fahrfehler auch mindestens 300 Stundenkilometer und ein stabiles Hindernis, wie einen Bus oder eine Verkehrsinsel. Das Schadensmodell ist gelungen, wenn auch die Autos nahezu unzerstöbar sind und Stoßstangen erst bei massiven Unfällen abfallen.
Tuning: Magerkost für Veredler
Während in früheren Teilen der Serie bei einem Multiplayerduell kein Auto dem anderen glich und man Stunden mit dem optischen Tunen verbringen konnte, spielt das in Undercover eine untergeordnete Rolle. Die Tuningmöglichkeiten wurden so weit eingeschränkt, dass nicht mehr viel Spielraum für die individuelle Gestaltung der Boliden bleibt. Sehr praktisch: Wer nicht viel Zeit für das notwendige Leistungstuning vergeuden möchte, kann zu Komplettpaketen greifen, wenn das Geld hierfür vorhanden ist.
Fazit
Die Seele eines Need for Speed-Titels wohnt auch in diesem Teil, aber nicht die Leidenschaft und das Herz des letzten Teils Most Wanted. Dazwischen fällt noch das schwache Pro Street, welches die meisten Fans als missglücktes Experiment abstempeln. Mit Undercover ist ein neuer Tiefpunkt erreicht. Dem Titel fehlt zwar nicht viel zu einem Hit, aber überall ein wichtiges Stück. Für Arcade-Fans bleibt es noch immer ein gutes Rennspiel - jedoch ohne Anspruch und Tiefgang.

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