Ausprobiert: Neue Konsolen-Oberfläche für die Xbox 360
Navigation und Gruppengefühl
Bei der Steuerung hat das alte Blade-System, bei dem die einzelnen Menüs scheibenartig übereinander platziert waren, ausgedient. Stattdessen wählt der Spieler die gewünschte Kategorie aus einer oben links platzierten vertikalen Liste aus und sieht die einzelnen Unterpunkte dreidimensional angeordnet in der Großansicht. Damit wirkt die Xbox-Oberfläche deutlich stärker wie ein Media Center, speziell 16:9-Fernseher profitieren massiv von dieser ansprechenden Art der Darstellung.
So ganz hat sich Microsoft allerdings nicht von vorherigen Design verabschiedet: Wer den Xbox-Knopf auf dem Gamepad betätigt, sieht im so genannten Quicklaunch-Menü eine Rückkehr der Blades. In dieser Mini-Steuerung hat Microsoft alle häufig benötigten Funktionen platziert, die auch während eines Spiels oder Films aufgerufen werden können. Der Wechsel innerhalb der Kategorien geht subjektiv deutlich flüssiger von der Hand, Ladezeiten treten so gut wie nie auf.
Höhepunkt und Wermutstropfen
Ein Kritikpunkt an der Xbox 360 war die störend hohe Lautstärke beim Abspielen von DVDs oder Spielen. Mit der NXE haben Nutzer die Möglichkeit, über die Kategorie Meine Xbox in ihrer Spielebibliothek die Titel auf die Festplatte zu installieren. Zwar muss der Silberling beim Spielen aus Kopierschutzgründen weiterhin im Laufwerk liegen - das bleibt dafür bis auf eine kurze Überprüfung zu Beginn still. Neben der hörbar reduzierten Lautstärke sinken so auch die Ladezeiten.
Rundgang: New Xbox Experience
Direkt nach dem Xbox-Update dürfen Sie mit dem Erstellen Ihres Avatars beginnen.
Vom grundsätzlichen Erscheinungsbild über die Frisur bis hin zu Kleidung und Schmuck lässt sich Ihr Avatar individuell anpassen.
Dreh- und Angelpunkt der neuen Oberfläche: Meine Xbox mit Spielerprofil, zuletzt gespielten Titeln und mehr.
Optik und Übersicht profitieren enorm von der horizontalen Anordnung der Menüs.
Wer den Xbox-Knopf auf dem Gamepad aktiviert, erhält ein so genanntes Quicklaunch-Menü für die wichtigsten Funktionen.
Spiele, Videos und andere Mediendaten werden jetzt optisch ansprechend dargestellt. Leider schummelt sich auch relativ viel (Xbox-relevante) Werbung in die Menüs.
Doch Microsoft hat nicht alles richtig gemacht: Quasi durch die Hintertür hat der Konzern drei der sieben Hauptkategorien der NXE für sich beschlagnahmt, um Werbung zu schalten. Jetzt bei Xbox, Im Rampenlicht und Willkommen weisen allesamt auf neue Funktionen, Filme, Demos und Spiele hin. Zudem startet die Xbox 360 standardmäßig immer in der Im Rampenlicht-Kategorie, lediglich der Willkommen-Bereich lässt sich in den Systemeinstellungen dauerhaft ausblenden.
Fazit: Verbesserung mit Herz und Hand
Mit der neuen Xbox-Oberfläche macht Microsoft vieles richtig: Wo die stilsichere Optik der Menüs erwachsene Nutzer überzeugt, freuen sich jüngere Spieler über die Avatare. Zwar hat man sich klar von Nintendo und Sony inspirieren lassen, das Endergebnis wirkt jedoch wie aus einem Guss. Die Idee, per Installation von Spielen der Lautstärke-Kritik entgegen zu wirken, ist clever. Und der Ansatz, virtuelle Partys und Konsolen-Filmabende zu realisieren, darf zumindest als originell gewertet werden.

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