Die neue Top500 listet erstmals neue leistungsstarke Mitspieler
Titel verteidigt: Roadrunner bleibt schnellster Rechner der Welt
Prozessoren & Overclocking
Es ist amtlich. Der Supercomputer Roadrunner, der in Los Alamos, USA, Mitte des Jahres seine Arbeit aufgenommen hatte, konnte sich gegen die starke internationale Konkurrenz durchsetzen. Er behielt damit Platz eins in der Top-500-Liste, in der alle sechs Monate die schnellsten Rechner der Welt aufgeführt werden. Mit seinen 1.105 Petaflop/s, das sind umgerechnet 1,1 Billiarden Rechenschritte pro Sekunde, hat die Maschine von IBM ganz knapp den Titel "Der schnellste Rechner der Welt" verteidigen können. Zum Vergleich: Seine Leistung ist gegenüber eines herkömmlichen Rechners etwa tausendmal schneller.
Ein neuer Spieler
Doch eine große Raubkatze will ebenfalls auf den Thron der Rechnerelite, und das könnte ihr bei der nächsten Veröffentlichung der Liste auch gelingen. So stellt sich das US-Unternehmen Cray, der eigentliche Erfinder des Supercomputer-Gedankens, dieser Herausforderung und konnte bei der diesjährigen Supercomputer-Konferenz in den USA mit beeindruckenden Ergebnissen überzeugen. Die Cray-XT5-Supercomputer-Gemeinschaft am Oak Ridge National Laboratory, auch Jaguar genannt, schaffte auf Anhieb den Sprung auf Platz zwei und setzt mit 1.059 Petaflop/s schon mal eine leistungsstarke Duftmarke in Richtung IBM. Er soll naturwissenschaftliche Projekte vorantreiben und zum Beispiel in der Molekularbiologie eingesetzt werden.
Beide Systeme sind in nationalen Laboratorien installiert, die von der US-Abteilung der Energie (DOE) betrieben werden. Sieben von den Top-10-Systemen in der neuesten Top-500-Liste befinden sich in DOE-Einrichtungen - neun davon sogar in den Vereinigten Staaten. In diese Top10 hat es erstmals auch ein Superrechner aus China geschafft. Der mächtige Dawning-5000A am Shanghai Supercomputer Center ist nicht nur eine rein chinesische Produktion. Er ist dazu das größte System, das mit dem Windows HPC-2008-Betriebssystem betrieben werden kann.
Entwicklungsländer holen auf, Deutschland abgeschlagen
Deutschland ist dieses Mal etwas abgeschlagen und stellt mit dem JUGENE - Blue Gene/P Solution von IBM, der 2007 im Jülicher Forschungszentrum installiert worden ist, den schnellsten Rechner Europas. Abgeschlagen deshalb, weil er vor sechs Monaten noch den sechsten Platz inne hatte. Die Entwicklungsländer haben dagegen ordentlich zugelegt. Zwar stellen sie weltweit noch am wenigsten Rechenleistung zur Verfügung, doch neben China hat auch Indien den Sprung in die oberen Ränge geschafft. Der EKA - Cluster Platform 3000 BL460c, von Hewlett-Packard, schafft zwar kein Peta. Doch mit seinen 172.224 Teraflop/s hat er mit Platz 13 ein sehr gutes Ergebnis erreicht.
Die Leistungsspanne innerhalb eines Jahres hat sich fast verdoppelt - die Kosten für die Systeme und dessen Energieversorgung im Umkehrschluss aber leider nicht halbiert. Doch sind die stärksten Rechner der Liste tatsächlich auch die effizientesten Systeme in der Top-500-Liste. Der Roadrunner beispielsweise basiert auf IBM-QS22-Prozessoren, die in leicht abgewandelter Form sogar in der Sony PlayStation 3 verbaut wurden.
Jetzt sind Sie dran.
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