Trotz geringem Prozentsatz rechnet sich der Versand über Botnetze
Studie: Eine von 12,5 Millionen Spam-Mails ist erfolgreich
Spam-Mails landen zu Hunderten im eigenen Postfach. Die darin beworbenen Produkte wirken unglaubwürdig, die Aufmachung ist oft plump. Doch wer fällt auf diese Masche herein, damit sich der Spam-Versand weiterhin lohnt? Genau das haben sieben Wissenschaftler aus Kalifornien jetzt herausgefunden.
Die Experten von der University of California in Berkeley und der UC in San Diego hatten sich vorgenommen, den wirtschaftlichen Erfolg von Spam zu analysieren. Um das zu erreichen, stellten sie sich zeitweilig auf die Seite der Kriminellen: Sie unterwanderten das Storm Net, ein weltweites Netzwerk aus Millionen von Computern, die durch den Trojaner Storm Worm infiziert und fernsteuerbar gemacht wurden.
Ihnen gelang es, knapp 76.000 dieser Computer unter ihre Gewalt zu bringen. Mit dieser geballten Rechnerkraft starteten sie zwei eigene Spam-Kampagnen. Die eine davon verschickte E-Mails mit Links auf eine gefälschte Medikamenten-Website, die zweite Kampagne bewarb klassisch ein Viagra-Mittel zur Steigerung der männlichen Potenz.

Mit dieser gefälschten Website wollten die Wissenschaftler locken.
Fast einen Monat lang versendeten die sieben Wissenschaftler nahezu 350 Millionen Spam-Mails, doch laut der Studie resultierten daraus nach 26 Tagen gerade einmal 28 erfolgreiche Verkäufe. Umgerechnet hätte also pro 12,5 Millionen versendeter Spam-Mails nur ein Empfänger das beworbene Produkt tatsächlich gekauft.
Dennoch gehen die Experten davon aus, dass sich ein Spam-Netzwerk wie das Storm Net rentiert: Da für die Studie nur 1,5 Prozent des gesamten Netzes genutzt wurden, könne insgesamt nach den Berechnungen der Wissenschaftler mit einem Umsatz von umgerechnet 4.500 Euro pro Tag oder 2,2 Millionen Euro im Jahr gerechnet werden. Wie hoch der tatsächliche Gewinn für die Spammer dabei ausfällt, konnten die Forscher indes nicht genau beziffern.
Die komplette Studie finden Sie als PDF-Dokument unten in den Links zum Thema.

Sagen Sie Ihre Meinung!