Wie Barack Obama die Internet-Nutzer für sich gewann

Obama-Taktik: Soziale Netzwerke nutzen

Obwohl alle Kandidaten das Internet zum Wahlkampf nutzten, scheint Barack Obama den Online-Wahlkampf am hartnäckigsten verfolgt und damit den meisten Erfolg gehabt zu haben. Zur Mobilisierung von freiwilligen Helfern kam beispielsweise ein soziales Netzwerk zum Einsatz: MyBO - mybarackobama.com. Die Plattform dahinter war bereits für den Gouverneur Howard Dean zur Präsidentschaftskanditatur im Jahre 2004 programmiert worden.

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In Obamas Wahlkampf half MyBO schon bei den Vorwahlen zur Koordination von Freiwilligen: Über die Plattform konnten sie sich über lokale Termine und Gruppen in der Nähe informieren. Dank sauber angelegter Datenbanken konnten die Freiwilligen zudem gezielt mit Adressen und Telefonnummern von registrierten Wählern versorgt werden, um in ihrer Region mit den Menschen über die bevorstehende Wahl zu sprechen.

Spenden sammeln: Internet statt Scheck

Auch für das Sammeln von Spenden setzte Obama auf das Internet, er sprach nicht nur auf Wahlveranstaltungen die potentiellen Spender mit großem Gedlbeutel an, sondern motivierte seine Anhänger im ganz Amerika, kleine Beträge über das Internet zu spenden. Eine einfache Lösung, die Obama zu genügend Wahlkampfgeld verhalf. Der erhoffte Nebeneffekt: Selbst wenn derjenige nur einen Dollar gibt, stärkt diese Spende die emotionale Verbindung zum Kandidaten und der Wähler wird es sich nicht nehmen lassen, seine Stimme abzugeben.

Neben YouTube präsentierte sich der kommende Präsident Obama in den sozialen Netzwerken MySpace und Facebook und nutzte den Mikroblogging-Dienst Twitter, um seinen Anhängern in regelmäßigen Abständen Nachrichten zu schicken. Für sein Team konnte er einen der Facebook-Gründer, Chris Hughes, gewinnen, der ihm Tipps für den Online-Wahlkampf gab.

Neuland: Wahl-Werbung in Konsolenspielen

Als erster Präsidentschaftskandidat hat Obama neben dem Internet auf ein ganz spezielles Medium gesetzt: Konsolenspiele. Auf virtuellen Plakatwänden in Titeln wie Burnout Paradise warb Obama in Amerika für die Vorwahlen. In insgesamt neun Spielen von Electronic Arts schaltete Obama Werbung, um die jungen Wähler zu erreichen. Jeder, der online mit Xbox Live auf eines der Spiele zugriff, konnte die Anzeigen sehen.

Spätestens nach dieser Wahl dürften sich Politiker darüber im Klaren sein, dass "neue Medien" wie das Internet als Teil der Wahlkampf-Maschinerie entscheidend sein können. Das Internet begleitet den gesamten Wahlkampf. Hier können sich die Wähler einen Eindruck von den Kandidaten machen und diese wiederum können ihre Anhänger ansprechen und koordinieren. Verwunderlich, dass dies anscheinend nur ein Spitzenkandidat begriffen hat.

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