Politiker setzen vermehrt auf Soziale Netzwerke und YouTube

Internet & Netzwelt: Wie Barack Obama die Internet-Nutzer für sich gewann

Der Demokrat Barack Obama wird im Januar 2009 der 44. Präsident der USA. Mit einer deutlichen Mehrheit setzte sich das künftige Staatsoberhaupt gegen den republikanischen Kandidaten John McCain durch. Seinen Wahlerfolg hat ein Medium ganz entscheidend beeinflusst: das Internet.

obama facebook
Das Facebook-Profil des zukünftigen Präsidenten.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Lange vor den Wahlen startet der Kampf im Netz
  2. 2Obama-Hymne bei YouTube: I have a crush on Obama
  3. 3Wahlbeteiligung mit 66 Prozent sehr hoch
  4. 4Obama-Taktik: Soziale Netzwerke nutzen
  5. 5Spenden sammeln: Internet statt Scheck
  6. 6Neuland: Wahl-Werbung in Konsolenspielen

Lange vor den Wahlen startet der Kampf im Netz

Schon zu Beginn des Wahlkampfes im Frühling vergangenen Jahres zeigte sich, dass das Internet zur politischen Meinungsbildung beiträgt. Die möglichen Kandidaten zeigten sich auf der Video-Plattform YouTube und die Senatoren nutzen eigene Videokanäle für Eigenwerbung. Wer hier die meisten Klicks bekommt, rechnet sich auch bei den Wahlen eine positive Bilanz aus.

Neben aufgezeichneten Reden und Interviews, die Wahlhelfer ganz offiziell im Namen des Kandidaten online stellten, gab es allerdings auch andere, meist publikumswirksamere Videos: Beispielsweise einen Clip mit Senator John McCain, der während einer Ansprache des amtierenden Präsidenten schläft oder einen Anti-Hillary-Clinton-Werbespot. Später wurde vor allem die republikanische Vizekandidatin Sarah Palin zur Zielscheibe.

Obama-Hymne bei YouTube: I have a crush on Obama

Ein bestimmtes Video mauserte sich auf YouTube zum Zuschauerliebling: das Obama-Girl, die amerikanische Schauspielerin Amber Lee Ettinger, mit ihrem Song "I have a crush on Obama" - was so viel heißt wie "Ich bin in Obama verknallt". Bis heute schauten sich mehr als zehn Millionen Internetnutzer das Video auf YouTube an.

In knappen Hotpants und mit Obama-T-Shirt trällerte und tanzte sich die gutaussehende Brünette in die Öffentlichkeit - selbst wer sich eigentlich nicht für den Wahlkampf interessierte, wusste dank des Songs plötzlich, wer Obama ist. Zwar wurde Ettinger nicht von Obama oder seinen Wahlhelfern engagiert, doch diese dürften sich sicherlich über die Aufmerksamkeit gefreut haben - schließlich sorgte das Obama-Girl dafür, den jungen Wählern die Wahl ins Gedächtnis zu rufen.

Wahlbeteiligung mit 66 Prozent sehr hoch

Ob die Präsenz im Internet zu einer höheren Wahlbeteiligung der jungen Generation geführt hat, sei dahingestellt. Jedenfalls erreichte die diesjährige Wahl der unabhängigen Wahl-Website "Real Clear Politics" zufolge die höchste Beteiligung seit einhundert Jahren: 66 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. Zum Vergleich: Als George W. Bush zum zweiten Mal gewählt wurde, gingen nur 55,3 Prozent der Berechtigten zur Wahl.

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