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Spiegelstein: Das neue Apple MacBook im Test
2008: Das MacBook wird erwachsen und ist so vielseitig wie noch nie

von Michael Knott Uhr veröffentlicht

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Apple-Notebooks waren schon immer anders und auch das neue MacBook, Codename "The Brick" (deutsch "Ziegelstein") macht hier keine Ausnahme. Alleine der Preis für unser Testmodell mit einem 13,3 Zoll großen Display, zwei Gigabyte großen Arbeitsspeicher sowie einer 250 Gigabyte fassenden Festplatte schlägt mit heftigen 1.499 Euro zu Buche - und fällt damit sofort vom Radar der Schnäppchenjäger. Marken-Notebooks mit einer ähnlichen Ausstattung werden bereits zu Preisen von unter 1.100 Euro angeboten.

Zum einen rechtfertigt aber der Herstellungsprozess und die daraus resultierende Verarbeitungsqualität den Mehrpreis gegenüber anderen Notebooks. Sowohl das MacBook als auch das MacBook Pro werden aus einem Aluminium-Block hergestellt. Dies merkt man bereits sofort nach dem Auspacken des Rechners aus dem sehr kompakten Karton, denn unser Testmodell ist passend zum Wetter eiskalt und benötigt etwa eine Stunde, um auf Raumtemperatur zu kommen.

Aus einem Guss: Design und Verarbeitung

Trotz der schmalen Abmessungen von 2,41 x 32,5 x 22,7 Zentimetern und einem Gewicht von 2,04 Kilogramm ist das MacBook auf dem Schreibtisch eine richtig wuchtige Erscheinung, die wiederum in der Materialwahl begründet liegt. Der Aluminium-Block liegt so satt auf dem Tisch, fast könnte man den Eindruck gewinnen, dass selbst ein Erdbeben mittlerer Stärke nicht von der Arbeit ablenken würde.

Aluminium, LED-Beleuchtung, Optik: Das neue MacBook verfügt über eine gehörige Portion Strahlkraft. (Quelle: Apple)

Getrübt wird der sichere Halt von den alles andere als rutschfesten Plastikfüßen auf der Unterseite. Stopper aus dickerem Gummi wären hier definitv die bessere Wahl gewesen, zumal die kleinen Erhebungen bereits nach einwöchigem Gebrauch Abnutzungserscheinungen zeigen und auf manchen Oberflächen hässliche Spuren hinterlassen.

Das MacBook spricht jetzt die klare Formensprache der iMacs und des iPhone 3G. Vor allem das in einem schwarz-silbernen Rand eingefasste Display erinnert stark an das iPhone der zweiten Generation. Im Gegensatz zu den meisten anderen Notebooks lässt sich das MacBook-Display mit Hilfe eines Magnetverschlusses sichern. Unschöner Nebeneffekt: Bereits nach dem ersten Öffnen und Schließen ist die Anzeige mit Fingerabdrücken übersät.

Direkt ins Auge springt das großflächige Touchpad mit einer Diagonalen von 12,5 Zentimetern. Doch nicht allein die schiere Größe, sondern vor allem die fehlenden Tasten ziehen fragende Blicke auf sich. Es besteht aus Glas, was die Finger zunächst nicht wirklich glauben möchten, und reagiert auf die Eingaben von mehrern Fingern gleichzeitig (Multitouch). Mehr zum neuen Touchpad lesen Sie in einem der nächsten Absätze.

  • Kleiner Karton, großer Inhalt: Die Verpackung des neuen MacBooks ist um 40 Prozent kleiner als beim Vorgänger.
  • Das leuchtende Apple-Logo auf der Rückseite ist der Verion mit einem 2,4 Gigahertz schnellem Prozessor vorbehalten.
  • Im Vergleich zum Vorgänger baut das MacBook des Jahrgangs 2008 nun ein wenig schmaler.
  • Mit einem Handgriff lässt sich die hintere Abdeckung entfernen. Darunter liegen die vom Nutzer leicht auswechselbare Festplatte sowie der Akku.
  • Mit gelungenen Details wie dem Hebel zum Entriegeln der hinteren Abdeckung verführt das Apple MacBook noch unentschlossene Käufer.
  • Die Tastatur ist nur im Falle der 2,4-Ghz-Version beleuchtet. Gut schreiben lässt es sich aber auf beiden Modellen dank angenehm kurzem Hub und einzeln aufgehängter Tasten.
  • Die Tasten besitzen einen großzügigen Abstand voneinander sowie einen angenehnmen Druckpunkt - so lässt es sich auch längere Zeit mit dem MacBook arbeiten.
  • Sämtliche Anschlüsse finden sich auf der linken Gehäuse-Seite - so lässt sich das Kabelchaos auf dem Schreibtisch auf ein Minimum reduzieren. Dafür fehlt dem neuen MacBook der Firewire-Anschluss.

Auch die Tastatur ist ein Highlight des neuen MacBooks. Sämtliche Tasten sind voneinander getrennt und im Falle des Testnotebooks sogar beleuchtet, was das Arbeiten in dunkleren Umgebungen vereinfacht. Unverständlich ist jedoch die Tatsache, dass Apple diese Tastaturbeleuchtung ausschließlich der Version mit einem 2,4 Gigahertz schnellen Prozessor sowie dem MacBook Pro vorbehält. Die mit 1.199 Euro etwas günstigere MacBook-Variante, samt einer kleineren Festplatte und einem mit 2,0 Gigahertz getakteten Prozessor, muss ohne diese Zusatzfunktion auskommen.

Überstrahlt: Extrem spiegelndes Display

Das 13,3 Zoll große, extrem verspiegelte Display des MacBooks ist ein zweischneidiges Schwert. Unter optimalen Bedingungen, in nahezu komplett abgedunkelten Räumen ohne direkten Lichteinfall, überzeugt es mit brillanten Farben, begeisternden Kontrastwerten und gleichmäßiger Ausleuchtung. Zudem sorgt die LED-Hintergrundbeleuchtung für einen akzeptablen Stromverbrauch auch mit der höchst möglichen Leuchtkraft.

Im Freien oder mit einem Fenster im Rücken wird der Segen schnell zum Fluch. Der spiegelnde Bildschirm verhindert bei ungünstigem Lichteinfall das Arbeiten komplett. Nun ist die Wahl zwischen einem matten und einem spiegelnden Display seit geraumer Zeit fast schon so eine Glaubensfrage, wie die des "richtigen" Betriebssystems.

Zur falschen Zeit am falschen Ort: MacBook-Nutzer müssen sich wegen dem extrem spiegelnden Display häufig nach dem Stand der Sonne richten.

Ärgerlich ist nur, dass Apple dem Käufer nicht die Wahl zwischen den beiden Display-Modellen lässt. Ein MacBook und ein MacBook Pro gibt es nur mit Spiegel-Display, basta. Die auf der Keynote genannte Begründung, Notebook-Nutzer könnten dank ihrer Mobilität ja stets den Platz wechseln, wenn das Licht ungünstig scheint, klingt zu Recht in manchen Ohren nach purem Hohn. Auch der Blickwinkel auf das MacBook-Display könnte größer ausfallen.

Kleiner Schub: Moderater Leistungszuwachs

Einen direkt spürbaren Leistungsschub gegenüber dem Vorgängermodell dürfen Käufer des neuen MacBooks nicht erwarten. Dieser war auch nicht notwendig, denn für die meisten Alltagsaufgaben wie Surfen, Schreibarbeit und ein wenig Unterhaltung reicht heute schon die Leistung von Netbooks aus. Der Intel Core 2 Duo Prozessor ist im Falle des MacBooks wahlweise mit einer Taktfrequenz von 2,0 oder 2,4 Gigahertz zu haben. In beiden Varianten ist eine Geforce 9400M GT von Nvidia für die Grafik verantwortlich.

Trotz der verbesserten Grafikleistung, im OpenGL-Standard-Test unter Cinebench erreicht das neue MacBook mit 4.331 Punkten fast das Vierfache des Vorgängerwertes, ist auch das Alu-Macbook kein geeignetes Zockwerk für ambitionierte Spieler. Für die allerneuesten Spieletitel ist es immer noch zu schwach auf der Brust. Dennoch war es im Test problemlos möglich, "World of Warcraft" unter den bestmöglichen Einstellungen nahezu ruckelfrei zu spielen.

Obwohl im neuen MacBook im Vergleich zum Vorgängermodell ein schwächerer Akku verbaut wurde, hält es genauso lange durch. Bei mittlerer Display-Helligkeit reicht der Saft für etwas mehr als vier Stunden, bevor die LED-Beleuchtung ausgeht. Vor allem letztere sowie sparsamere Prozessoren tragen zu diesem akzeptablen Wert bei. Wobei es netzwelt nicht möglich war, die vom Hersteller angepriesenen fünf Stunden Akkulaufzeit zu erreichen.

Anschlüsse: Hire and Firewire

Sämtliche Anschlüsse hat Apple auf der linken Notebook-Seite untergebracht. Durchdacht, denn so lässt sich der Kabelsalat auf dem Schreibtisch ein wenig besser kontrollieren. Neben zwei USB-Ports, Stromanschluss und Ethernet finden sich hier noch Audio- und Mikrofon-Anschluss.

Der einst von Apple so geschätzte Firewire-Anschluss fiel beim neuen MacBook dem Gehäuse-Design zum Opfer, was für Unmut unter den Fans der Marke gesorgt hat. Vor allem Camcorder oder externe Festplatten setzen häufig auf den schnellen Datentransfer des Firewire-Anschlusses und müssen nun über Umwegen mit dem MacBook in Kontakt treten.

  • Der größte Unterschied zum Vorgänger ist das Aluminium-Gehäuse des neuen MacBooks.
  • Die Abmessungen sind mit 2,41 x 32,5 22,7 Zentimetern nun ein wenig kompakter.
  • Vor allem das extrem spiegelnde Display des neuen MacBooks ist ein echtes Ärgerniss.
  • Dennoch - im Vergleich zum Vorgänger ist das neue MacBook nun deutlich vielseitiger einsetzbar.

Mindestens genau so ärgerlich ist der "Displayport" zum Anschluss externer Monitore. Apple selbst bietet bislang gerade einmal einen Monitor an, der sich direkt und ohne aufpreispflichtigen Adapter ans neue MacBook und MacBook Pro anschließen lässt. Alle anderen Bildschirme benötigen einen Spezialadapter - zu haben im Apple Store zum Preis von 29 und 99 Euro, je nach Ausführung.

Unterwegs mit einer Hand voll Aluminium

Im Alltag zaubert Apples MacBook auch nach der einwöchigen Testphase noch immer ein Lächeln ins Gesicht. An den sanft geschwungenen Kanten, dem kühlen Aluminium und den durchdachten Details sieht man sich so schnell nicht satt. Skeptiker hingegen haben ständig einen passenden Spruch auf den Lippen, wenn der MacBook-Nutzer zum dritten Mal innerhalb einer Stunde den Platz wechseln muss, weil das Licht gerade mal wieder ungünstig scheint.

Beim Aufbau von WLAN-Verbindungen hatte das netzwelt-Testmodell öfters Probleme, vor allem dann, wenn man häufiger den Standort wechselte. Zwar gelang der Verbindungsaufbau in den meisten Fällen, jedoch bauten sich die Seiten im Vergleich zu anderen Notebooks nur langsam auf. Im LAN-Betrieb war hiervon zum Glück nichts spürbar.

Besonders gut gefällt das neue Touchpad, welches in öffentlichen Verkehrsmitteln den ein oder anderen Schulterblick von Neugierigen erntet. Es erkennt die vom iPhone bekannten Gesten zum Vergrößern und Verkleinern von Bildschirminhalten und lässt bereits nach einer kurzen Eingewöhnungszeit die Maus in keinster Weise vermissen. Mit zwei Fingern scrollt man durch die Seiten, drei Finger erlauben das Vor- und Zurückblättern, vier Finger benötigt man für das Wechseln von geöffneten Applikationen. Da kommt keine Maus mit.

Praktisch: Mit einem Handgriff lässt sich die hintere Abdeckung entfernen. Darunter verbergen sich Akku und Festplatte.

Ein dicker Vorteil der Aluminiumkonstruktion ist die geringe Wärmeentwicklung auch unter Vollast. Das MacBook bleibt selbst unter Dauerbelastung und bei rechenintensiven Anwendungen angenehm kühl und wird zu keinem Zeitpunkt unangenehm auf den Knien. Und auch ans Nachrüsten hat Apple dieses Mal gedacht.

Wird der rückseitige Akku-Deckel mit Hilfe eines Extra-Hebels abgenommen, gewährt das MacBook direkten Zugriff auf die Festplatte. Diese lässt sich mit wenigen Handgriffen austauschen. Daher sollten potentielle Kunden auch besser nicht zur aufpreispflichtigen, 90 Euro teuren Festplatte mit einer Kapazität von 320 statt 250 Gigabyte im Apple Store greifen. Die Umrüstung können auch unerfahrene Kunden selbst in die Hand nehmen und damit ordentlich Geld sparen.

Fazit: Sexy Spiegelstein

Natürlich ist das neue MacBook kein Sonderangebot. In der Summe bietet es aber ein wirklich gutes Preis-Leistungsverhältnis. LED-Hintergrundbeleuchtung, Aluminiumrahmen und fixe Grafik haben eben ihren Preis. Dafür ist das Notebook in einem so breiten Spektrum einsetzbar wie noch kein anderes MacBook zuvor, wertig und ungemein sexy. Die Bauweise, im Vorfeld der Keynote als "The Brick" (zu deutsch "Ziegelstein") genannt, ist nahezu revolutionär und wird mit Sicherheit auch andere Hersteller inspirieren.

Zwei Eigentore hat sich Apple allerdings geschossen: Das spiegelnde Display sieht in Verkaufsräumen beeindruckend aus, nervt im Alltag aber vehement. Eine Auswahlmöglichkeit zwischen zwei unterschiedlichen Displays wäre mehr als wünschenswert. Und auch der nun in der Versenkung verschwundene Firewire-Anschluss ist nicht gerade ein Liebesbeweis von Apple an seine treue Kundschaft. Wer damit leben kann, wird ein vergleichbares Notebook kaum finden - auch nicht zu diesem Preis.

Kommentare zu diesem Artikel

Bei Apples neuem MacBook gehen viele Lichter auf: Das illuminierte Apfellogo auf der Rückseite und die leuchtenden Tasten strahlen mit dem LED-Display förmlich um die Wette. Mit vielen Innovationen könnte das neue MacBook erstmalig auch erklärte Apple-Skeptiker überzeugen.

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  • ste77en schrieb Uhr
    AW: News - Spiegelstein: Das neue Apple MacBook im Test

    Der Apfel leuchtet bei jeder "Verion" . Der Autor wollte woll sagen, dass nur die Tastatur des 2,4 GHz Modells leuchtet
  • Michael Knott schrieb Uhr
    AW: News - Spiegelstein: Das neue Apple MacBook im Test

    Also ich arbeite jetzt seit einer Woche mit dem MacBook und bin sehr, sehr glücklich damit. Das ich das als alter Windows-Nutzer mal sagen würde ;-) Kaufgrund war zunächst das Unibody-Gehäuse aus Aluminium. Aber nach der Eingewöhnungszeit habe ich mich auch richtig gut mit Mac OS X und dem Touchpad angefreundet. Grüße und viel Spaß mit dem Teil...
  • Suzanne1982 schrieb Uhr
    bestellt!

    Yippie, ich habs mir grad hier bestellt für 1150 €, müsste am Montag da sein! :cool: Gibt es schon erste Meinungen? Suzanne

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Spiegelstein: Das neue Apple MacBook im Test
Spiegelstein: Das neue Apple MacBook im Test
Bei Apples neuem MacBook gehen viele Lichter auf: Das illuminierte Apfellogo auf der Rückseite und die leuchtenden Tasten strahlen mit dem LED-Display förmlich um die Wette. Mit vielen Innovationen könnte das neue MacBook erstmalig auch erklärte Apple-Skeptiker überzeugen..
http://www.netzwelt.de/news/78851-spiegelstein-neue-apple-macbook-test.html
2008-10-31 17:00:00
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Spiegelstein: Das neue Apple MacBook im Test