Ihre ganz persönliche Gehirnwäsche mit Windows 7
Verkehrte Netzwelt: Vista, was war das nochmal?
Ignoranz ist nicht Nichtwissen, sondern Nichtwissenwollen. Microsoft scheint dieses kluge Sprichwort verinnerlicht zu haben und posaunt Windows 7 in die Welt hinaus. Vista hingegen ist nur ein klebriges Kaugummi am Schuh des Erfolges - also wird alles daran gesetzt, den Windows-Flop totzureden.
Los Angeles, Professional Developers Conference (PDC). Hier lüftete Microsoft Anfang der Woche den Schleier und präsentierte das kommende Betriebssystem Windows 7 erstmals der breiten Öffentlichkeit. In einer mehrstündigen Keynote arbeitete der Konzern konsequent sämtliche Kritikpunkte von Vista ab und zeigte, dass Windows 7 keine dieser Unzulänglichkeiten besitzt.
"Wie Vista, nur viel besser" - dieser Ausspruch von Microsofts CEO Steve Ballmer sollte ein geflügeltes Wort werden. Man verglich auf der PDC, zählte auf, und bewies, wie überlegen Windows 7 gegenüber Vista sei:
- "Aufgebläht? Nicht mehr, Windows 7 läuft sogar auf Netbooks!"
- "Bevormundend? Aber nein, die Sicherheit gehört jetzt ganz Ihnen!"
- "Ballaststoffe? Gibt es nicht mehr, unwichtige Dinge wurden ausgegliedert!"
Und so weiter und so fort - die ganze Show garniert mit Augenschmaus wie der Finger-Steuerung Multi-Touch oder der neuen Taskleiste namens Suberbar, von der man einfach glasige Augen bekommen muss. Die Augen Microsofts hingegen sind starr nach vorn gerichtet, in die Zukunft, in Richtung des Veröffentlichungstermins von Windows 7.
Windows 7: Microsoft enthüllt das neue Betriebssystem
- Bild 1 von 10
Bild vergrößern Windows 7 in all seiner Pracht mit Transparenzen und neuer Taskleiste. - Bild 2 von 10
Bild vergrößern Das neue Startmenü klappt seitlich ein wenig auf und gibt so den Blick auf zusätzliche Informationen frei. - Bild 3 von 10
Bild vergrößern Der als Windows Orb bekannte Startknopf hat ebenfalls einen neuen optischen Effekt spendiert bekommen. - Bild 4 von 10
Bild vergrößern Das neue offizielle Wallpaper von Windows 7. - Bild 5 von 10
Bild vergrößern Die neue Taskleiste zeigt laufende Prozesse als Symbole an, ähnlich wie das aus Mac OS X bekannte Dock. Wird die Maus über ein Symbol bewegt, klappen die darin enthaltenen Anwendungen und Fenster auf. - Bild 6 von 10
Bild vergrößern Die Ansicht und Suche von Dateien wird in Windows 7 optimiert. - Bild 7 von 10
Bild vergrößern Ordner mit Fotos bekommen eine neue Ansicht, die auf den ersten Blick die Inhalte zeigt. - Bild 8 von 10
Bild vergrößern In WIndows 7 erhält der Media Player eine abgespeckte Oberfläche. - Bild 9 von 10
Bild vergrößern Das Synchronisieren von Daten zwischen Computer und Handy soll unter Windows 7 deutlich vereinfacht sein. - Bild 10 von 10
Bild vergrößern wlan-mg
Totreden statt totschweigen
Eigentlich clever, Vista nicht in der Versenkung verschwinden zu lassen, sondern quasi öffentlich zu sezieren und als Anschauungsobjekt zu verwenden. Diese Entscheidung von Microsoft dürfte aber auch aus der Not geboren sein: Die Kritik an Vista schlug enorm hohe Wellen, Experten rieten dazu, das Betriebssystem links liegen zu lassen.
Um Windows 7 erfolgreich vermarkten zu können, muss Microsoft Fehler eingestehen. Und so ist es auf der PDC unter großer Medienpräsenz geschehen - wenn auch nach dem Motto: "Vista, tja, Riesenerfolg und so, stabil, sicher, 'Major Release' halt. Aber lass mich nochmal diese genialen neuen HomeGroups von Windows 7 vorführen, hier drüben..."






