Internet-Provider leiten Anfragen auf legale Inhalte weiter

Anti-Kazaa: Aus Raubkopierern sollen Käufer werden

Eine Software der Firma Brilliant Digital Entertainment soll von Internet-Providern installiert werden und Inhalte mit einer Datenbank abgleichen. Handelt es sich um urheberrechtlich geschützte Daten, leitet die Software automatisch auf das legale Pendant um. Die Idee hinterlässt Zweifel.

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Inhaltsverzeichnis

  1. 1Provider hilft mit, Provider verdient mit
  2. 2Technische, moralische und rechtliche Hürden
  3. 3Alte Kazaa-Bekannte

Die beiden Geschäftsführer von Brilliant Digital Entertainment haben offenbar einen Pakt gegen die Piraten geschlossen. Denn noch vor vier Jahren waren sie Kontrahenten: Kevin Bermeister, damals in leitender Position bei der beliebten Tauschbörse Kazaa, wurde mit Millionenklagen belegt. Michael Speck war seinerzeit Vorsitzender der Music Industry Piracy Investigation in Australien, also auf der Gegenseite aktiv.

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Was die beiden jetzt planen, kann getrost als Anti-Kazaa bezeichnet werden: Internet Service Provider (ISP) sollen eine noch namenlose Software installieren. Sucht ein Nutzer jetzt nach urheberrechtlich geschützten Inhalten oder möchte diese auf illegalem Wege herunterladen, gleicht die Software den Hashwert der Datei - eine Art digitalen Fingerabdruck - mit einer Datenbank ab.

Brilliant Digital
Wollen ein Anti-Kazaa etablieren: Brilliant Digital Entertainment.

Provider hilft mit, Provider verdient mit

Diese Datenbank namens GlobalFileRgistry (GFR) ist bereits im Besitz von Brilliant Digital Entertainment, gefüttert von Anti-Piraterie-Organisationen weltweit. Findet die Software in diesem GFR eine Übereinstimmung, bricht der Provider den Zugriff auf die illegale Datei ab und verweist dafür auf eine legale identische Alternative, die der Nutzer kaufen kann.

Die Bezahlung soll laut Speck und Bermeister über die Abrechnung des Providers ablaufen, dieser erhält Anteile am Gewinn für seine Mühen. Behörden und Provider in Europa und den USA seien bereits interessiert an dem Konzept, schon im kommenden Monat soll eine erste Testphase mit einem nicht namentlich genannten australischen ISP starten.

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