Cloud Computing als Plattform für Online-Dienste
Windows Azure: Microsoft stellt Web-Betriebssystem vor
Auf der Professional Developers Conference hat Microsoft heute sein Web-Betriebssystem offiziell vorgestellt. Windows Azure ist der Name und es soll die grundlegende Plattform für Online-Anwendungen werden. Von einer IT-Revolution spricht Microsoft und ist überzeugt, die Basis für Jahrzehnte zu schaffen.
Inhaltsverzeichnis
- 1Windows in den Wolken
- 2Azure: Blaue Basis für Anwendungen
- 3Ein Betriebssystem, das niemand bemerkt
Windows in den Wolken
Mit Windows Azure investiert Microsoft in die Zukunft. In eine Zukunft, wo der Heimcomputer keinen Platz mehr hat: Die Hardware, die ein Nutzer zu Hause oder im Büro besitzt, dient lediglich der Anzeige von Anwendungen. Diese laufen allerdings nicht als Software, welche auf dem Computer installiert wurde. Stattdessen bringt ein Datencenter über das Internet die benötigte Applikation auf den Bildschirm.
Dieses Prinzip nennt sich Cloud Computing, bei dem die Daten auf weltweit vernetzten Servern liegen - also quasi nicht greifbar "in den Wolken" gelagert werden. Microsoft entwickelt Windows Azure als eine Plattform für genau diesen Zweck: Dienste und Anwendungen, so genannte Services, werden im Netz abgelegt und bei Bedarf aufgerufen.
Azure: Blaue Basis für Anwendungen
Microsoft setzt mit seinem Web-Windows darauf, dass Software und Services nicht mehr getrennt voneinander betrachtet werden können. Ray Ozzie, Chief Software Architect bei Microsoft, machte auf der Professional Developers Conference (PDC) deutlich, dass sich Anwender nicht mehr auf ein System als Datenquelle verlassen dürften. Naturkatastrophen, Hardware-Ausfälle und geopolitische Probleme könnten dazu führen, dass Zugriff und Sicherheit der benötigten Applikationen nicht mehr gewährleistet seien.

Microsoft-Anwendungen mit einer Online-Plattform verknüpft: Windows Azure.
Ozzie spricht davon, dass Microsoft mit Azure eine Pionierarbeit geleistet habe, von der 50 Jahre lang profitiert werden könne. Das neue Windows-Betriebssystem werde als Basis für sämtlich von Microsoft genutzten Online-Services genutzt. Anfangs werden laut Ozzie sämtliche neu erstellten Applikationen auf Microsoft-Servern gespeichert und ausgeführt, später sollen Datencenter von anderen Anbietern folgen. In diesem Hosting und dem Verwalten von Identifikationsnummern, so genannten Cloud IDs, liegt auch der finanzielle Nutzen für Microsoft.
Ein Betriebssystem, das niemand bemerkt
Technisch ist Windows Azure eine Plattform mit Potenzial - dass Cloud Computing ein Trend mit Aussicht auf Erfolg ist, beweist auch Suchmaschinen-Anbieter Google mit seinen Web-Applikationen seit Jahren. Für den Endnutzer sind diese Abläufe indes wenig greifbar: Die größte Umgewöhnung wird sein, dass Anwendungen zukünftig möglicherweise nicht mehr in Form von Software auf dem eigenen System platziert sind und auch die Daten im globalen Netzwerk verteilt auf Servern liegen.
Welche Folgen das unter anderem für den Datenschutz haben könnte, wird sich in den kommenden Monaten zeigen - dann will Microsoft sein Web-Betriebssystem Windows Azure einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen. Mehr Informationen zu Azure finden Sie bereits jetzt auf der offiziellen Homepage unten in den Links zum Thema.

Und diese Worte von dem großen Guru Ray Ozzie, verfolgte er doch mit GROOVE.net einen ganz anderen Ansatz.