Unlizenziertes Windows: "Microsoft ist der größte Hacker"
Microsofts Anti-Piracy Day: China sieht schwarz
Microsoft nutzte den Anti-Piracy Day, um vor den Gefahren von illegal erworbenen Windows-Versionen zu warnen. Für Millionen Chinesen war das ein schwarzer Tag im wahrsten Sinne: Nicht lizenzierte Installationen von Windows und Office schalten stündlich den Hintergrund dunkel. Der Aufschrei ist groß.
Im Zuge des Windows Genuine Advantage (WGA), einer Echtheitsprüfung für Software, zielte Microsoft beim Anti-Piracy Day vornehmlich auf den chinesischen Markt. Die illegale Verbreitung unlizenzierter Versionen besitzt hier professionelle Ausmaße - für weniger als einen Euro erhalten die Käufer Windows Vista.
Mit einem Programm, das über die automatische Update-Funktion von Windows auf den Computern installiert wurde, kann Microsoft erkennen, wo Lizenzen fehlen und die Rechtmäßigkeit der erworbenen Software zweifelhaft ist. Und dieses WPA-Tool sorgte dafür, dass alle 60 Minuten der Bildschirmhintergrund der Betriebssysteme auf Schwarz gesetzt wird, begleitet von einer Warnmeldung.
Schwarzmalerei von Microsoft
Laut Microsoft soll diese Aktion 45 Tage andauern. Der Konzern wolle lediglich eine Warnung aussprechen und die Nutzer nicht in ihrer Produktivität einschränken, heißt es. Der Konzern ist der Meinung, viele Anwender wüssten nicht einmal, dass sie mit illegal produzierten und nicht lizenzierten Microsoft-Programmen arbeiten würden.
Dieses Verhalten deckt sich mit den Anfang 2008 veröffentlichten Informationen, nach denen das WPA-Modell mit dem Service Pack 1 für Windows Vista geändert wurde. Statt den Anwendern unlizenzierter Windows-Versionen die Funktionen abzuschalten, setzt Microsoft seitdem auf den Nerv-Faktor ohne bleibenden Schaden.
Rotes Tuch für Chinesen
Die betroffenen Windows-Nutzer in China waren wenig angetan. Als Eingriff in die Privatsphäre werteten sie das Abstellen ihres Bildschirmes. Dong Zhengwei, ein Anwalt aus Peking, ist von der Unrechtmäßigkeit dieser Warnaktion überzeugt. Microsoft mache sich durch unerlaubten Zugriff auf Millionen von Rechnern zum größten Hacker Chinas. Seiner Meinung nach sollten Produzenten und Verkäufer der gefälschten Programme Ziel von Microsoft sein, nicht aber die Nutzer.

Für den nächsten Patch-Day am Dienstag, den 8. April 2008, hat Microsoft insgesamt acht Patches angekündigt. Sie sollen Sicherheitslücken in verschiedenen Windows-Versionen und in Office-Paketen stopfen.
Am 13. Mai ist es wieder so weit: Microsoft veröffentlicht am Patchday vier Security Bulletins, die drei kritische und eine moderate Sicherheitslücke schließen sollen. Betroffen ist neben dem Betriebssystem selbst vor allem Microsoft Office.
Seit jeher war China ein florierender Markt für gefälschte Software, die im großen Stil international verbreitet wurde. Im Juli 2007 konnten Behörden den weltweit größten Fälscherring ausfindig machen, jetzt wurden die Kriminellen mit teils mehrjährigen Haftstrafen belegt.
Microsoft hat den Download des Service Pack 2 für Windows Vista und Server 2008 freigegeben. Es enthält alle Updates seit dem ersten Service Pack und bringt einige neue Funktionen mit. Erstmals kann Windows Vista von Hause aus Blu-ray Discs beschreiben. Auch das Bluetooth-Profil 2.1 wird unterstützt.
Der amerikanische Softwarehersteller Microsoft stellt seit 17 Uhr die finale Version seiner Anti-Viren-Software "Microsoft Security Essentials" zum Download bereit. Das Programm soll als kostenlose Sicherheitslösung für Privatanwender den "Basisschutz" des heimischen Rechners sichern.
Zum Patchday am morgigen Dienstag, dem 13. Oktober, schließt Microsoft gleich 13 Sicherheitslücken. Dabei stuft der Konzern acht Lücken als "kritisch" ein. Fünf weitere Schwachstellen bezeichnet das Software-Unternehmen als "wichtig". Die Sicherheitsprobleme betreffen vorwiegend aktuelle Windows-Versionen wie XP, Vista und Windows 7.





