Bastelkurs mit Papier, Schere und Notebook
Ubucon 2008: Linux-Talk mit Papier, Schere und Notebook
Noch zehn Mal schlafen, dann kann die neue Ubuntu-Version 8.10 von allen Interessierten aus dem Netz geladen werden. Bis dahin können Freunde des Pinguin-Betriebssystems noch munter über die kommenden Funktionen diskutieren, zum Beispiel auf der Ubucon, dem deutschlandweiten Treffen der Ubuntu-Nutzer. Diese findet in diesem Jahr vom 17. bis zum 19. Oktober in Göttingen statt. Netzwelt hat Caspar Clemens Mierau "Ubuntu Deutschland" getroffen und ihn gefragt, wie er sich die Wartezeit bis zum Erscheinen von Intrepid Ibex vertreibt.
Inhaltsverzeichnis
- 1netzwelt: Und was ist noch hinzugekommen?
- 2netzwelt: Und das funktioniert gut?
- 3netzwelt: Welchen Vortrag fandest du bislang auf der Ubucon am interessantesten?
- 4netzwelt: Und wie überbrückst du die Wartezeit bis zur finalen Version von Intrepid Ibdex?
netzwelt: Wie bist du zur Ubuntu-Community gestoßen?
Caspar Clemens Mierau: Ich bin System Engineer und vorbelastet, da ich schon lange mit Linux arbeite. Vor drei Jahren bin ich dann komplett zu Ubuntu gewechselt. Ich engagiere mich stark bei Ubuntu Berlin. Dort haben wir eine der größten lokalen Nutzergruppen von Ubuntu in Deutschland. Zweimal im Jahr veranstalten wir Release-Partys für die neuen Versionen und schaffen es zudem, jeden Monat mindestens einen Themen-Workshop auszurichten.
Caspar Clemens Mierau: Sie läuft bereits auf dem Notebook vor mir.
netzwelt: Was sind die wichtigsten Funktionen?
Caspar Clemens Mierau: Was man natürlich nicht sieht: Es gibt eine neue Kernel-Version, die vielen Nutzern ermöglicht, durch bessere Treiber-Unterstützung einfacher mit ihrer Hardware arbeiten zu können.
Impressionen von der Ubucon 2008
Die zweite deutsche Ubucon fand in der Universität von Göttingen statt.
Auf dem T-Shirt zum Anwendertreffen sind alle Wappentiere der letzten Versionen vertreten.
Canonical-Entwickler Oliver Grawert erklärt die Funktionsweise der Touchpad-Funktionen.
Die Oberfläche ist zwar optimiert für kleine Bildschirme, aber trotzdem ein vollwertiges Ubuntu.
Fortgeschrittene Anwender, die sich den Vortrag "Einstieg in die Shell" sparen konnte, widmeten sich der sehr komplizierten 3D-Bastelausführung von Tux.
netzwelt: Das alte Linux-Problem...
Caspar Clemens Mierau: Dieses Problem wird auch immer ein Problem bleiben. Ein neuer Kernel erscheint und neue Hardware kommt auf den Markt.
netzwelt: Ein ewiger Wettlauf...
Caspar Clemens Mierau: Genau. Daran wird sich nichts ändern. Aber man hat mit dem neuen Kernel wieder gute Chancen, dass der Treiber aus dem letzten Notebook-Kauf nun dabei ist.
netzwelt: Und was ist noch hinzugekommen?
Caspar Clemens Mierau: Oh, da gibt es etliche Änderungen, lauter Details...
netzwelt: Die wichtigsten aus deiner Sicht?
Caspar Clemens Mierau: Es klingt ganz marginal, aber im Alltag ist das sehr praktisch: Nautilus, der Gnome-Dateibrowser, unterstützt jetzt Tabs. Das bringt deutlich angenehmeres Arbeiten mit sich. Früher hatte ich immer fünf Fenster offen. Jetzt kann ich einfach wie im Firefox vorgehen, mache mehrere Tabs auf und kann Dateien kopieren oder verschieben.

Wir basteln uns einen Pinguin: Bastelkurs auf der Ubucon
Eine weitere Sache, die mir sehr gut gefällt, ist der neue Netzwerkmanager. Dadurch, dass immer mehr Laptops unterwegs sind, ist er sehr wichtig geworden. Vor zwei Jahren war es noch unglaublich schwierig, in ein Funk-Netzwerk zu kommen, das WPA-verschlüsselt ist. Man musste auf die Konsole gehen und dort einige Anpassungen vornehmen. Die Lage hat sich stetig verbessert.
Der neue Netzwerkmanager bietet nun an, systemweite Einstellungen zu hinterlegen. Bisher musste man sich immer erst am System anmelden und dann erst wurde man im Netzwerk eingeloggt. Jetzt kann er beim Hochstarten im Hintergrund laufen und sich parallel einloggen. Das bringt einen angenehmen Geschwindigkeitsvorteil beim Starten mit sich.

