Botnetz von HerbalKing schaffte zehn Milliarden Mails pro Tag
Ruhe im Postfach: Größter Spammer-Ring gesprengt
Die US-Handelsbehörde konnte einen der weltweit größten Spam-Versender aufspüren. Ein Gericht in Chicago stimmte jetzt zu, den Spammern den Geldhahn abzudrehen und ihr Netzwerk zu entfernen. Laut Mitarbeitern war der als HerbalKing bekannte Ring für ein Drittel der gesamten Spam-Mails verantwortlich.
Die Namen, unter denen der Versender von Spam arbeitete, wechselten stetig. Die Experten der Federal Trade Commission (FTC) sind sich aber sicher, dass es sich beim aktuellen Fund um den Spammer-Ring HerbalKing handelt. Dieser schickte in den letzten 20 Monaten Milliarden von E-Mails mit unerwünschter Werbung in Postfächer rund um den Globus.
Laut FTC warb HerbalKing hauptsächlich mit gefälschten Uhren, Diätpillen sowie Kräutern, die sich positiv auf die männliche Anatomie auswirken sollten. "Das ist eine große Sache, diese Jungs lieferten zu manchen Zeiten etwa ein Drittel des gesamten Spams", schildert Richard Cox, Chief Information Officer der gemeinnützigen Antispam-Gruppe SpamHaus.
Ein Gericht in Chicago urteilte jetzt, die Finanzmittel von HerbalKing einzufrieren und das etablierte Spam-Netzwerk handlungsunfähig zu machen. FTC-Mitarbeiter Jon Leibowitz hofft, dass diese Aktion helfe, eine kleine Delle in das Spam-Geschäft zu schlagen. Graham Cluley vom Sicherheitsanbieter Sophos ist weniger überzeugt: "Mich würde es nicht wundern, wenn die Nutzer keinen Unterschied in ihren Postfächern merken." Es gebe immer neue Spammer, die frei gewordene Plätze einnähmen.

Spam-Mails: Mit HerbalKing wurde einer der größten Versender gefasst.
Einblicke in das Spam-Geschäft
Die Untersuchung lieferte auch Informationen in die Vorgehensweise von Spam-Versendern. HerbalKing nutzte ein so genanntes Botnetz weltweit zusammengeschlossener Computer, um die Massen an E-Mails zu versenden. Oftmals gehörten diese Rechner Privatpersonen, die nichts davon wussten - über Viren konnten diese Systeme heimlich dem Botnetz hinzugefügt werden.
Nach Angaben der Firma Marshal Software, die an der Aufdeckung des Falls beteiligt war, besaß HerbalKing ein Botnetz von etwa 35.000 Computern. Diese seien in der Lage gewesen, täglich zehn Milliarden Spam-Mails zu verschicken. Damit sei es Anfang des Jahres das größte Botnetz der Welt gewesen. Auch die Finanzen hatte die FTC im Blick: Im Monat verdiente HerbalKing etwa 400.000 Dollar an Kreditkarten-Abbuchungen.

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