Können moderne Nvidia-Chips wirklich drahtlose Netzwerke knacken?
WLAN-Sicherheit: Grafikkarten vs. WPA-Verschlüsselung
Sicherheit
Eine Meldung der russischen Firma Elcomsoft versetze Sicherheitsexperten in helle Aufregung. Dort war zu lesen, Elcomsoft habe eine Software entwickelt, die Verschlüsselungen von drahtlosen Netzwerken mit beeindruckender Geschwindigkeit knacken könne - dank moderner Grafikkarten. Doch der zweite Eindruck lautet: Panikmache.
Inhalt
- Die Grafikkarte als Passwort-Knacker
- WPA und WPA2 in Gefahr?
- Sicherheitsexperten sind besorgt
- Kritik aus dem Freeware-Lager: "Ein alter Hut"
- Die Schlüssel sind sicher
Die Grafikkarte als Passwort-Knacker
Wer sein drahtloses Netzwerk (WLAN) vor unbefugten Zugriffen schützen will, verwendet dafür in den meisten Fällen eine Verschlüsselung namens Wi-Fi Protected Access (WPA) oder den noch sichereren Nachfolger WPA2. Damit gehören diese beiden Verschlüsselungs-Standards zu den meistverbreiteten der Welt. Entsprechend hoch ist daher auch die Besorgnis, wenn eine Firma wie Elcomsoft das Ende sicherer WLANs ankündigt.
Elcomsoft habe ein System entwickelt, bei dem nicht die normalen Prozessoren eines Computers (CPUs), sondern enorm leistungsstarke moderne Grafikchips (GPUs) die Passwörter knacken. Grafikkarten-Hersteller Nvidia hat im August eine spezielle Schnittstelle namens Compute Unified Device Architecture (CUDA) veröffentlicht. Damit lassen sich mehrere GPUs ohne viel Leistungsverlust zusammenschalten, um Berechnungen vorzunehmen.

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Hat angeblich den WLAN-Knacker in der Mache: Elcomsoft.
(Klick vergrößert.)
WPA und WPA2 in Gefahr?
Elcomsoft behauptet nun, mittels dieser "GPU-Beschleunigungstechnologie" betitelten Lösung die Verschlüsselungen WPA und WPA2 hundert Mal schneller knacken zu können als sämtliche Mitbewerber. Elcomsoft Distributed Password Recovery nennt sich diese Software, kostet 600 Euro für das kleinste Lizenzpaket und richtet sich vornehmlich an Firmen, die "ihre WLAN-Passwörter wiederherstellen" wollen.
Die nackten Zahlen von Elcomsoft Distributed Password Recovery lesen sich beeindruckend: Pro Computer unterstützt die Software 64 CPUs und vier GPUs. Dazu bewirbt die Firma die gute "lineare Skalierbarkeit" - das heißt, bis zu zehntausend Arbeitsstationen könnten ohne Leistungsabnahme miteinander verschaltet werden. Kümmert sich diese geballte Rechenkraft um ein einzelnes Passwort, scheint das Knacken nur eine Frage der Zeit zu sein.
Links zum Artikel
- Elcomsoft-Pressemitteilung
- GPU überflügelt Prozessor
- Homepage: Global Secure Systems
- Rechnung auf ZDNet
- Stellungsnahme Pyrit
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Nur 3,5 Billionen Jahre ?
Reicht doch gerade mal so für 'ne gemütliche Tasse Kaffee !
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