Bessere Fotos für Google Maps und Earth durch Satellitensponsoring
Geoeye-1: Googles Satellit liefert erstes Bild
Der Satellit Geoeye-1 hat sein erstes Foto aufgenommen. Es zeigt die Kutztown University in Pennsylvania, USA. Hauptsponsor und exklusiver Partner des Satelliten ist Google. Der Internetkonzern will mit dem Bildmaterial seine Dienste "Maps" und "Earth" verbessern und auf dem aktuellen Stand halten.
Der am 6. September 2008 gestartete Satellit hat das Foto am 7. Oktober 2008 aus einer Höhe von etwa 680 Kilometern bei einer Geschwindigkeit von 27.358 Stundenkilometern aufgenommen. Der fast zwei Tonnen schwere Himmelskörper liefert Fotos mit einer Auflösung (Ground Resolution) von 41 Zentimetern. Das sind die Bilder mit der höchsten Auflösung, die ein kommerzieller Satellit derzeit liefert. Das bedeutet alle Gegenstände und Lebewesen mit einer Größe von 41 oder mehr Zentimetern sind auf den Bildern zu erkennen.
Geoeye verkauft seine Fotos zwar auch an andere Firmen, im Bereich der Online-Dienste besitzt Google jedoch durch sein Sponsoring die alleinigen Rechte an den Fotos. Die Suchmaschine darf aufgrund von Beschränkungen durch US-Gesetze nur Bilder mit einer maximalen Auflösung von 50 Zentimetern online stellen.
Obwohl auf dem Satelliten ein buntes Google-Logo klebt, ist der Internet-Gigant nicht der Hauptabnehmer der Bilder von Geoeye-1. Die meisten Fotos erhält die National Geospatial-Intelligence Agency (NGA) und das in bester Auflösung.
Die NGA trägt auch die Hälfte der Kosten von 502 Millionen US-Dollar für den Satelliten. Obwohl der Satellit also zu Hälfte von der US-Regierung bezahlt und benutzt wird, freut sich Geoeye-Vizepräsident Mark Brender in einem Telefoninterview mit dem Technikmagazin "Wired" eine Technologie kommerzialisiert zu haben, die bisher Regierungen vorbehalten war. "Just like the internet, just like GPS, just like telecom - all invented by the government. And now we are on the front end of the spear that is commercializing this technology."
Kein Spionagesatellit
Brender wehrt sich gegen den Vorwurf, einen Spionagesatelliten zu betreiben. "Dies ist das genaue Gegenteil eines Spionage-Satelliten. Spione werden solche Informationen wohl kaum im Internet publizieren und die Bilder offiziell verkaufen."
Profitieren wird davon in erster Linie Google. Beim Start von Google Earth im Jahr 2004 waren die Bilder von geringer Auflösung und sehr unterschiedlicher Qualität. Bereits im März 2006 konnte schon ein Drittel der Weltbevölkerung ihre Häuser mit dem Dienst in hoher Auflösung aus der Vogelperspektive betrachten.
Ein weiterer Satellit namens Geoeye-2 soll 2011 oder 2012 in die Erdumlaufbahn starten. Verantwortliche von Geoeye versprechen dann eine Auflösung von 25 Zentimetern. Wegen der gesetzlichen Beschränkungen werden weder Google noch ein anderer Kartendienst im Internet davon profitieren können.

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