Wuala: Filmindustrie veranlasst Löschung von Daten

Anbieter von Dateien in der Beweispflicht

Laut Meisser ist diese Weiterleitung von Meldungen gängige Praxis, wenn Verstöße an das Wuala-Team herangetragen werden. Bei öffentlich zugänglichen Daten gebe es ein automatisiertes Meldesystem - meistens, wenn "eine Datei als nicht familienfreundlich markiert werden soll". Bei einer Meldung per E-Mail entscheiden die Wuala-Mitarbeiter je nach Schwere der gemeldeten Bedenken und der subjektiven Glaubwürdigkeit unterschiedlich.

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Auch das Recht auf Schließung von Gruppen, Sperrung einzelner Nutzer und sogar Schadensersatzforderungen sind laut der Nutzungsbedingungen von Wuala zulässig. Meisser fügt hinzu: "Jede Sperrung kann auch wieder rückgängig gemacht werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Betreiber der Gruppe uns glaubwürdig darlegen können, dass die Sperrung nicht gerechtfertigt war."

Wuala: Privatsphäre ja, Anonymität nein

Es war nur eine Frage der Zeit, bis Rechteinhaber auf Wuala als mögliche neue Gefahrenquelle aufmerksam werden. Private Gruppen mit eindeutigen Namen wie Filesharing, Warez, Downloads oder DVD Rips verbunden mit einer mehr als großzügigen Einlasskontrolle haben offensichtlich auch Musik- und Filmindustrie zu Wuala-Nutzern gemacht - um sich bei den zum Tausch angebotenen Inhalten umzuschauen. Dass sich mit Warner und der Gulli Usergroup direkt ein Wirtschaftsriese und die größte private Gruppe gegenüberstehen, bringt die Vorgänge auf eine andere Ebene.

Wuala Welt
Dateien in privaten Gruppen sind öffentlicher als gedacht.

Die Gründer von Wuala betonen immer wieder, wie zuverlässig die verschlüsselte und dezentrale Speicherung der Inhalte funktioniere - nämlich so gut, dass sie selber keine Möglichkeit hätten, die Daten einzusehen. Das funktioniert jedoch nur, solange die Dateien nicht öffentlich gemacht werden: "Die Daten sind zwar privat und verschlüsselt, aber wenn man Zugriff auf eine Datei hat dann sieht man stets, welcher Benutzer für sie verantwortlich ist", sagt Meisser. Von Anonymität also keine Spur, jede Datei ist mit dem Benutzernamen des Uploaders verbunden.

Die Maßnahme von Warner zeigt, wie schnell die vermeintliche Anonymität einer privaten Gruppe in Wuala ausgehebelt werden kann. Ein System, das aber so beabsichtigt zu sein scheint, da es laut Meisser Wuala für Missbrauch weniger attraktiv mache. Melden also Warner und Co. von innen heraus sämtliche Gruppen mit urheberrechtlich geschützten Inhalten und kommt das Wuala-Team weiter den Verpflichtungen nach, dürften die Rechteinhaber den Missbrauch schneller bekämpfen können als bei jeder P2P-Plattform zuvor. Das ist im Sinne von Caleido, mindert aber für viele Nutzer die Attraktivität der Online-Festplatte.

Qualitäten abseits des illegalen Filesharings

Die rechtlichen Auseinandersetzungen lenken nach Meinung von Meisser von der Leistungsfähigkeit Wualas ab: "Grundsätzlich wollen wir eine nützliche Technologie anbieten und uns aus Streitigkeiten, die sich unter Verwendung von Wuala ergeben, nach Möglichkeit raushalten." Fest steht: Macht die von Warner gestartete Selbstjustiz der Unterhaltungsindustrie Schule, ist Wuala künftig deutlich leerer. Und mit weniger Nutzern verliert auch die zitierte Technologie an Imposanz.

Forum

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 1 Beitrag

Finde ich vollkommen okay. Ich seh das Vertrauen in Wuala dadurch nicht gefährdet. Es ist nicht Ziel solcher Dienste illegales Filesharing zu ermöglichen. So lange ich die Daten privat halte, kann ich darauf auch...

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