Private Gruppen der Online-Festplatte im Visier
Wuala: Filmindustrie veranlasst Löschung von Daten
Mit der Online-Festplatte Wuala können Nutzer ihre Daten verschlüsselt per P2P-System verteilt speichern. Auch der Austausch in privaten Gruppen ist möglich. Jetzt ist Wuala auch den Rechteinhabern aufgefallen: Die besucherstärkste Filesharing-Gruppe wurde auf Drängen von Warner entfernt.
Inhaltsverzeichnis
- 1Online-Speicher mit rechtlichem Spielraum
- 2Wualas größter Tauschordner entfernt
- 3Anbieter von Dateien in der Beweispflicht
- 4Wuala: Privatsphäre ja, Anonymität nein
- 5Qualitäten abseits des illegalen Filesharings
Online-Speicher mit rechtlichem Spielraum
Wuala ist in erster Linie ein Dienst, der ein kostenloses Gigabyte Webspeicher zur Verfügung stellt. Im Gegensatz zu anderen Anbietern werden die Daten aber nicht auf einen einzigen Server hochgeladen: Jede Datei wird in Fragmente aufgeteilt, verschlüsselt und über ein aus Tauschbörsen bekanntes P2P-System in den Speichern anderer Wuala-Nutzer platziert. Dank ausgeklügelter Algorithmen lassen sich die einzelnen Teile aus dem Netzwerk wieder zusammensuchen und auf der eigenen Festplatte zusammensetzen.
Dieses Speichersystem von Wuala kann aber nicht nur dazu verwendet werden, ein Backup der eigenen Dateien zu erzeugen. Jeder Nutzer kann Gruppen anlegen und diese mit Inhalten füllen. Macht er diese Gruppe öffentlich, kann jeder hineinschauen - stellt er sie in einen privaten Modus, entscheidet er über Einladungen, wer Mitglied seiner Gruppe werden darf.
Sehr schnell wurden diese privaten Gruppen in Wuala genutzt, um Datentausch mit urheberrechtlich geschütztem Material zu betreiben. Bis heute haben sich die meistbesuchten privaten Gruppen ausschließlich dem illegalen Filesharing mit teils tausenden von Dateien verschrieben. Damit ähneln diese Gruppen dem System so genannter Darknets in Tauschbörsen, die nur einem kleinen Kreis meist anonymer Personen zur Verfügung stehen.

Ordner in Wuala können versteckt oder öffentlich sein.
Wualas größter Tauschordner entfernt
Die "erfolgreichste" Gruppe - mit mehr als 3.000 Mitgliedern und über hunderttausend Zugriffen - war die Gulli Usergroup. Deren Administrator erhielt kürzlich folgende Meldung: "Warner Bros. Entertainment GmbH meldet, dass die folgenden Dateien in dieser Gruppe zur Verfügung gestellt wurden und dass dies eine Verletzung der Rechte von Warner Bros. Entertainment GmbH darstelle [...]". Es folgte eine Auflistung von knapp achtzig Filmtiteln, die in dieser privaten Gruppe verfügbar waren.
Die Meldung stammte von Wuala und wurde im Auftrag von Warner weitergeleitet. Luzius Meisser, CTO und Mitgründer der Caleido AG, welche Wuala betreibt, bekräftigt: "Wir können bestätigen, dass ein Vertreter von Warner uns eine Reihe von Dateien gemeldet hat, die in einer privaten Gruppe in Wuala ohne das Einverständnis dieses Rechteinhabers geteilt würden." Weiter hieß es für den Admin der Gruppe, dass Wuala die Gruppe komplett schließen werde, falls die angebotenen Inhalte zu Urheberrechtsverletzungen ermutigten. Diesem Schritt kam er zuvor und entfernte die Gulli Usergroup.

Wer Online-Speicherplatz sucht, wird bei Wuala fündig. Mit einem ausgeklügelten P2P-System ist es möglich, dass die Dateien serverlos und verschlüsselt aufbewahrt werden. Die Plattform lädt zudem ein zu privatem Filesharing und öffentlichen Kontakten.
Die Festplatte im EeePC reicht nicht aus? Dann hilft der Eee Storage weiter. Asus spendiert jedem Besitzer eines seiner Netbooks 20 Gigabyte Online-Speicherplatz. Dazu gibt es noch einen Downloadbereich mit Updates und über 3.000 weiteren Programmen.
Warner Music hofiert US-Universitäten derzeit mit einem ungewöhnlichen Angebot: Der Tausch von Musik unter Studenten soll komplett legal ablaufen dürfen, ohne rechtliche Konsequenzen. Im Gegenzug winken erhöhte Studiengebühren, die an die Rechteinhaber abgeführt werden sollen.
Facebook gibt dem Nutzer mehr Kontrolle über seine Daten. Gruppen ermöglichen den Austausch mit einem selbstdefinierten Personenkreis und auch Profilinformationen können künftig heruntergeladen werden. Zudem stellt das Unternehmen eine Art Firewall für Facebook-Anwendungen vor.
Facebook-Gruppen werden ab sofort von einem großen Bild überragt und erinnern somit an das Design der Chronik von Nutzerprofilen.





Beiträge
insgesamt 1 BeitragFinde ich vollkommen okay. Ich seh das Vertrauen in Wuala dadurch nicht gefährdet. Es ist nicht Ziel solcher Dienste illegales Filesharing zu ermöglichen. So lange ich die Daten privat halte, kann ich darauf auch...