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Videowandler: Fünf Freeware-Tools im Vergleich
Audio- und Videodateien für PSP, iPod und Co. aufbereiten

von Jens Fliege Uhr veröffentlicht

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Egal ob iPhone, PSP oder Flachbild-Fernseher: Beinahe jedes Gerät pocht auf ein eigenes Videoformat. Netzwelt stellt Ihnen die besten Konvertierungstools für Windows und Co. vor.

Flexibilität ist heutzutage alles. Dies gilt nicht nur im Berufsleben, sondern auch für Multimedia-Dateien. Media-Konverter helfen dabei, Audio und Video in die passenden Formate und Auflösungen umzurechnen. Das Motto: Was nicht passt, wird passend gemacht.

FormatFactory: Der bunte MP3-Player-Konverter

Der Download von FormatFactory beträgt 16,2 Megabyte und wurde unter der GNU-Lizenz veröffentlicht. Die Installation des Konverters birgt keine bösen Überraschungen. Beim ersten Start der Freeware ist es allerdings verwunderlich, dass kein direkter Dialog für das Laden von Dateien aufzufinden ist. Das ist aber nicht schlimm, denn Drag-and-Drop, also das "Ziehen" von Dateien direkt aus dem Windows-Explorer heraus, funktioniert problemlos. Die Oberfläche präsentiert sich bonbonfarben und verrät damit, dass das Projekt aus dem asiatischen Raum stammt.

Bunt und aufgeräumt: die Oberfläche von FormatFactory

Bevor eine Datei allerdings in die Liste für die Umwandlung aufgenommen wird, müssen Sie ein Ausgabeformat wählen, in das konvertiert werden soll. Dabei stehen 16 Formate zur Verfügung, darunter eine ganze Reihe speziell für MP3-Player: Zune, iRiver H300, MeiZu Mini Player und natürlich iPod und PSP. Sogar die BlackBerrys-Handys wurden berücksichtigt. Zu jeder Ausgabe können weitere Feineinstellungen gemacht werden. So können Sie bei BlackBerrys zwischen einer Auflösung von 240 x 180 und 320 x 240 Pixeln als Ausgabeformat wählen.

FormatFactory hat kein eigenes Konvertierungsfenster wie zum Beispiel das weiter unten vorgestellte Avidemux. Dennoch können diverse Optionen für das Umrechnen eingestellt werden. Allerdings sind diese unübersichtlich über die Oberfläche verstreut. So finden Sie "PC herunterfahren" im Menü unter "Optionen", die CPU-Last beim Kodieren kann nur im Kontextmenü eines Listeneintrags eingestellt werden. Merkwürdig: Beim Kodieren der Testdateien fing der Fortschrittsbalken im Testlauf an, wild zwischen den Prozentzahlen hin und her zu zucken. Dennoch verrichtete FormatFactory seine Arbeit im Endeffekt sauber - vermutlich nur ein kleiner Fehler der aktuellen Version.

MediaCoder: Komplexer Alleskönner

MediaCoder bringt eine ganze Reihe von Audio- und Videocodecs mit, die Sie praktischerweise auch während der Installation abwählen können. Dies ist zum Beispiel dann sinnvoll, wenn Sie bereits alle für Sie wichtigen Codecs durch ein K-Lite Codecpack im System integriert haben.

Unübersichtlich und mächtig: die Oberfläche von MediaCoder

Eine Besonderheit beim ersten Start des Programms ist der Umstand, dass MediaCoder den Anwender zunächst auf die Sourceforge-Seite des Projekts leitet. Dort befindet sich ein Button, mit dem Sie den Start der Freeware einleiten können. Hintergrund dieser etwas rigiden Umleitungsaktion: Man möchte den Nutzer auf eine Spendemöglichkeit für das Projekt aufmerksam machen. Nach dem Start des Programms können Sie MediaCoder im Menü unter "Options" "User Interface Language" auf Deutsch umstellen.

Die Programmoberfläche wirkt in Aufbau und Einstellungsmöglichkeiten sehr komplex. Es gibt nahezu keine Einstellung, die nicht manipuliert werden könnte. Die Kodierungsprofile für Einsteiger befinden sich unter "Erweiterungen". Die Auswahl ist mit 20 Ausgabeformaten umfassend. Sogar Profile für Mobiltelefone, wie für das Nokia N90, sind hinterlegt. Beim Kodieren versucht MediaCoder den Film in der Vorschau eines Ausgabegerät ablaufen zu lassen, um schon mal einen Vorgeschmack auf das Resultat zu vermitteln.

Das untere Viertel des Programms ist den News, Anleitungen, Blogs und weiteren Anlaufstationen für orientierungsbedürftige Nutzer vorbehalten. MediaCoder ist im Vergleich das Programm, das die mit Abstand meisten Einstellungsmöglichkeiten bietet. Wer also exotische Konvertierungsmöglichkeiten sucht, wird diese in MediaCoder sicherlich finden.

Für weitere Schritte mit MediaCoder empfehlen wir Ihnen unser ausführliches Tutorial.

SUPER: Mittelmaß-Kodierer

SUPER ist nur für den privaten Gebrauch explizit als Freeware deklariert. Der Download beträgt stolze 25,5 Megabyte und ist damit der gewichtigste in diesem Vergleich. Beim ersten Start checkt das Programm als einziges im Vergleich die Hardware-Rahmenbedingungen und meldet auf dem Testrechner das Unterschreiten von Minimalanforderungen für Konvertierungsvorgänge. Das Abklopfen des Rechners auf seine Leistungsdaten erscheint grundsätzlich sinnvoll, dennoch kann man fragen, ob 20 Gigabyte freier Speicher für Laufwerk C: als Mindestvoraussetzung nicht etwas zu hoch gegriffen ist. Im schlimmsten Fall verunsichert der Warnhinweis Anwender, die noch nie einen Film konvertiert haben.

Minimalanforderungen nicht erfüllt?

Die Programmoberfläche wirkt auf den ersten Blick nicht sehr intuitiv und kann nicht auf Deutsch umgestellt werden. Aus einem zentralen Reiter oben links werden alphanumerisch alle Audio- und Video-Formate aufgelistet. Alle weiteren Einstellungsmöglichkeiten, wie Speicherort oder der Import und Export von Profilen, müssen über die recht unübersichtliche Liste eines Kontextmenü zugewiesen werden. Die Ausgabe von SUPER ist eher durchschnittlich. Wer Wert auf Qualität und Einstellungsmöglichkeiten legt, sollte auf MediaCoder oder Avidemux zurückgreifen.

Die Oberfläche von SUPER

Avidemux: Schnittfunktionen für jedes Betriebssystem

Die Installation von Avidemux mag ihre Herkunft nicht verleugnen. Schon im ersten Installationsfenster des 11,9 Megabyte großen Downloads haben die Entwickler einen kleinen Tux-Pinguin, das Erkennungszeichen für Linux, platziert. Für die eigentliche Installation wird GTK+ auf die Platte geschaufelt, damit Avidemux unter Windows läuft. Bei den "Additional languages" sollten Sie einen Haken bei "German" setzen, damit die deutsche Sprachdatei mitinstalliert wird. Dies ist in der Vorgabe nicht der Fall. Das im Abschluss der Installation präsentierte Changelog zeigt, dass Avidemux beständig weiterentwickelt wird - ein Umstand, der von den Rahmenbedingungen her schon mal für das Programm spricht. Außerdem können Sie Avidemux unter verschiedenen Plattformen wie Windows, Mac oder Linux einsetzen.

Die Oberfläche von Avidemux

Nach dem ersten Start präsentiert sich Avidemux schlicht in der Anmutung: dicke Schieberegler, GTK-Dialoge, die nicht sehr windowstypisch aussehen. Das Programm wurde von der freien Entwicklergemeinde gut verständlich ins Deutsche übersetzt. Eine Hilfe-Datei existiert nicht, nur Kurzinfos über installierte Codecs, Bibliotheken und die CPU. Beim Öffnen einer Datei wird ein eigentümliches Dialog-Fenster angezeigt, das in dieser Form auch bei Gimp unter Windows verwendet wird. Gefällt Ihnen das alles nicht, können Sie aber auch alternativ eine Datei per Drag-and-Drop auf die Programmoberfläche ziehen.

Der Umstand, dass Avidemux den ersten Frame des Videos darstellt, kann problematisch sein, wenn das Ausgangsmaterial nur hochauflösend in 1.920x1.080 vorliegt. Damit ist die typische 1.280er-Auflösung eines TFT-Monitors in der Darstellung überfordert. Hintergrund der direkten Ausgabe des Films: Avidemux verfügt über eine brauchbare Schnittfunktion, mit der Anfang und Ende eines Films vor dem Rendern festgelegt werden können.

Beim Rendern haben Sie die Möglichkeit, die Prozessorlast zu steuern und das automatische Runterfahren des PCs zu aktivieren. Avidemux rechnet sehr flott und macht im Betrieb keine Zicken. Die Ausgabe kann sich sehen lassen.

Die Presets sind bei Avidemux hinter dem Menüeintrag "Auto" versteckt. Hier befinden sich nur sieben Voreinstellungen: VCD, SVCD, DVD, PSP, iPSP (H.264) FLV und iPod. Wer sich auskennt, kann aber auch die Einträge "Video" und "Audio" direkt bearbeiten. Insgesamt erscheint das Programm wie ein guter Kompromiss zwischen der Komplexität von MediaCoder und der Einfachheit von FormatFactory.

HandBrake: Spezialisierter Eigenbrötler

Der Formatwandler HandBrake quittiert den Klick auf die Installationsroutine mit einem Hinweis, der klar macht, aus welcher Schule der nur 3,4 Megabyte große Download stammt. Sie benötigen das NET Framework von Microsoft für die Installation. Ohne diese schon im Download 231 Megabyte große Programmierumgebung geht gar nichts. Immerhin: Das Programm ist unter der GNU-Lizenz veröffentlicht.

Die Oberfläche von HandBrake

HandBrake ist das einzige Programm im Vergleich, das Drag-and-Drop nicht zulässt. Dateien müssen Sie über einen Dialog auf der Programmoberfläche auswählen. Dabei beherrscht die Freeware nur MPG und das Auslesen von nicht geschützten DVDs. Mit AVI-Containern kann das Programm nichts anfangen. Das ist eine herbe Beschränkung in der Wahl des Eingabeformats. Auch Microsofts WMV-Format kann HandBrake als einziges Programm im Vergleich nicht einlesen.

Die Bedienoberfläche ist nur in Englisch verfügbar. Etwas irritierend beim Start ist der Umstand, dass ein Konsolenfenster mitgeladen wird. Hier findet auch die eigentliche Kodierungsarbeit statt. Trotz all der Einschränkungen, die HandBrake beim Einlesen von Dateien mitbringt, wirkt die Oberfläche aufgeräumt und leicht verständlich. Die Menüs sind nicht überfrachtet wie bei MediaCoder oder SUPER. Zusätzlich bringt es die für den Job des DVD-Kodierens notwendigen Einstellungsmöglichkeiten mit: Audio, Untertitel- und Kapitelwahl. Das Ausgabebild kann beschnitten und ein Video in zwei Durchgängen umgewandelt werden.

Wenn Sie weitere Details zu HandBrake erfahren möchte, empfehlen wir Ihnen unsere Vorstellung der Freeware.

Fazit

Bei den im netzwelt-Vergleich vorgestellten Freeware-Wandlern ist für jeden Anwendertyp ein Kandidat dabei. Wer vielleicht schon von Berufs wegen ein flexibles und vielseitiges Programm braucht und zudem nur unter Windows unterwegs ist, wird mit etwas Einarbeitungszeit MediaCoder den Vortritt geben. Wer im Alltag mit diversen Betriebssystemen hantieren muss, sollte dem Cross-Plattform-Tool Avidemux eine Chance geben. Auch dieses wandelt sauber um, benötigt aber weniger Einarbeitungszeit als MediaCoder.

Einsteiger werden den einfachen Umgang mit FormatFactory zu schätzen wissen. Hier stimmen Bedienung und Kodierungsergebnisse. Das populäre SUPER schnitt im direkten Vergleich mit den anderen Freeware-Optionen eher mäßig ab. Zu unübersichtlich ist die Oberfläche. Zudem gibt es keine deutsche Sprachdatei. Hinzu kommt, dass MediaCoder, Avidemux und FormatFactory bessere Resultate im Testlauf lieferten.

Der Außenseiter unter den hier vorgestellten Programmen ist HandBrake, da das Programm nur das Kodieren von DVDs und MPGs unterstützt. Die Einschränkung ist ein wenig bedauerlich, denn die Freeware wirkt sehr aufgeräumt und leicht zugänglich. Vielleicht wird sie künftig auch für das Umwandeln von Avi-Contanern zur Verfügung stehen. Bis dahin ist HandBrake nur für spezielle Anwendungsfälle zu gebrauchen.

Kommentare zu diesem Artikel

Egal ob iPhone, PSP oder Flachbild-Fernseher: Beinahe jedes Gerät pocht auf ein eigenes Videoformat. Netzwelt stellt Ihnen die besten Konvertierungstools für Windows und Co. vor.

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  • L.Gerlach schrieb Uhr
    AW: News - Videowandler: Fünf Freeware-Tools im Vergleich

    Hier ist ein aktuellerer Artikel zu Handbrake: www.netzwelt.de/news/83246-handbrake-filmsammlung-archivieren.html

    Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels (2008 ) gab es aber gewisse Einwände, die im Text nachzulesen sind. Handbrake wird ja nicht grundsätzlich verteufelt, aber es wird auf Unterschiede gegenüber den Alternativen hingewiesen.
  • könig schrieb Uhr
    AW: News - Videowandler: Fünf Freeware-Tools im Vergleich

    Was für ein Quatsch. Handbrake ist so ziemlich das Beste, was man benutzen kann, erst Recht wenn es um Qualität geht.

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Videowandler: Fünf Freeware-Tools im Vergleich
Videowandler: Fünf Freeware-Tools im Vergleich
Egal ob iPhone, PSP oder Flachbild-Fernseher: Beinahe jedes Gerät kocht sein eigenes Formate-Süppchen. Netzwelt stellt Ihnen die besten Konvertierungstools für Windows und andere Betriebssysteme vor.
http://www.netzwelt.de/news/78689-videowandler-fuenf-freeware-tools-vergleich.html
2008-10-07 15:00:00
News
Videowandler: Fünf Freeware-Tools im Vergleich