CEO Steve Ballmer kündigt Windows Cloud an
Windows in den Wolken: Microsofts Web-Betriebssystem
Microsoft will in den kommenden Wochen hoch hinaus. CEO Steve Ballmer kündigte auf einer Londoner IT-Konferenz ein neues Betriebssystem namens "Windows Cloud" an, das noch in diesem Monat erscheinen solle. Microsoft setzt damit auf Cloud-Computing, um Online-Applikationen besser umzusetzen.
Inhaltsverzeichnis
- 1Windows auf Wolke sieben
- 2Luftnummer gegen Google
- 3Unsicheres Cloud Computing
Viel wollte Ballmer nicht verraten, nur das: Innerhalb eines Monats werde Microsoft ein spezielles Betriebssystem veröffentlichen, mit dem Entwickler und Anwender gleichermaßen besser mit Web-Anwendungen umgehen können. Ballmer nannte es "Windows Cloud" - vermutlich nicht der endgültige Name. Ende Oktober und Anfang November veranstaltet Microsoft die zwei Konferenzen PDC und WinHEC. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird der Konzern dort das Wolken-Windows der Öffentlichkeit präsentieren.
Windows auf Wolke sieben
Weitere Einzelheiten wollte sich Ballmer aufsparen, um die offizielle Ankünigung mit einem Trommelwirbel einzuleiten. Er machte allerdings deutlich, dass es sich bei Windows Cloud und Windows 7 um zwei unterschiedliche Betriebssysteme handele. Er sagte auch, dass Microsoft nicht die bisherigen Desktop-Programme wie Office in einer abgespeckten Version ins Netz hieven wolle.
In Arbeit seien vielmehr Online-Komponenten von SharePoint, Exchange E-Mail Server und der Dynamics Customer Relationship Management Software, zählte er im Rahmen der Konferenz auf. Ein Betriebssystem wie Windows Cloud sei notwendig, denn der Konzern wolle Software entwickeln, die mehr kann als bisherige Browser-Anwendungen - "Software plus Services" nannte Ballmer das Prinzip.
Luftnummer gegen Google
Obwohl Microsoft das eigene Live-Netzwerk immer weiter in den Fokus der Öffentlichkeit bringen will, liegt die eigentliche Stärke des Konzerns bei Desktop-Anwendungen und Betriebssystem. Da jedoch alles ins Internet strebt, muss Microsoft hier Anschluss finden - speziell Google ist in Sachen Web-Applikationen deutlich breiter aufgestellt. Denn die sind kostengünstig, hardwareunabhängig und leicht zu warten. Und damit auch für Microsoft attraktiv.
Cloud Computing könnte hier der richtige Ansatz sein: Dabei haben Nutzer ihre Software nicht mehr lokal auf dem eigenen Rechner, sondern führen diese als Web-Applikation online aus. Ein externer Server stellt die Rechenleistung zur Verfügung und speichert auch die Daten. Als Steuerzentrale dient dabei meistens der Browser - Google hat mit Chrome vorgemacht, wie das aussehen kann. Mit einem speziell auf Cloud Computing zugeschnittenen Windows will Microsoft hier punkten.
Unsicheres Cloud Computing
Interessant ist die Ankündigung von Microsoft im Zusammenhang mit den Aussagen, die Internet-Urgestein Richard Stallman kürzlich fallengelassen hat. Der Gründer des GNU-Projekts und der Free Software Foundation (FSF) warnte in einem Gespräch mit dem britischen Guardian ausdrücklich vor den Folgen von Cloud Computing: Technologische Weiterentwicklungen würden behindert, außerdem sei das Speichern von persönlichen Daten "in den Wolken" ein enormes Sicherheitsrisiko.

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