Ipoque analysiert Verbreitung von Protokollen
Studie: Weniger P2P, Rapidshare auf dem Vormarsch
Die deutsche Firma Ipoque analysiert, welche Protokolle am häufigsten im Netz auftreten. Auch in diesem Jahr fasst Ipoque die Ergebnisse als Internetstudie zusammen. Die ersten Tendenzen zeigen: 2008 ist das Jahr der One-Click-Hoster. P2P-Datenübertragungen stagnieren hingegen.
In Zusammenarbeit mit Internet Service Providern (ISP) analysiert Ipoque das Nutzerverhalten Tausender User und wertet die verwendeten Protokolle aus. Laut Geschäftsführer Frank Stummer sollen noch im Oktober die endgültigen Ergebnisse vorliegen - bislang gibt es erste Tendenzen aus Süd- und Osteuropa sowie Nordafrika.
Die ersten weltweiten Erkenntnisse: Das für Datentausch verwendete P2P-Protokoll stagniert oder nimmt so gar im Vergleich zu 2007 ab. BitTorrent bleibt mit großem Abstand das beliebteste Protokoll im P2P-Sektor, eDonkey fällt deutlich ab. Klarer Gewinner sind die Direkt-Downloads von One-Click-Hostern: Sie erzeugen 30 Prozent des weltweiten Traffics. Allein Rapidshare zeichnet für fünf Prozent verantwortlich. Das Streaming von Videos wird zu fast 80 Prozent vom Flash-Format dominiert - sicherlich ein Verdienst von YouTube.
Ipoque Internetstudie 2008: Vorläufige Ergebnisse
Klar zu erkennen: Direkte Downloads (grün) von One-Click-Hostern wie Rapidshare haben nach normalem HTTP (blau) die höchste Verbreitung.
Bei den Streaming-Protokollen im Netz liegt Flash (grün) mit großem Abstand vorne - YouTube sei Dank.
Mehr als 50 Prozent des Traffics in Südeuropa entfallen auf das P2P-Protokoll.
Mit 58 Prozent der P2P-Protokolle liegt BitTorrent weit vorne. Zwar hat eDonkey im Vergleich zum Vorjahr deutlich verloren, liegt mit 36 Prozent aber immer noch auf dem zweiten Platz.
Aus insgesamt ist in Südeuropa das BitTorrent-Protokoll am beliebstesten, gefolgt von eDonkey. Es folgen HTTP und Direkt-Downloads.
Mit 73 Prozent ist Flash Video weit abgeschlagen an der Spitze. MMS, MPEG und Windows Media Stream liegen mit jeweils etwa fünf Prozent auf den hinteren Plätzen.
Tendenz in Südeuropa
Die umfangreichsten Ergebnisse liegen bislang für den Raum Südeuropa vor. Mehr als 80.000 Nutzer und etwa 100 Terabyte an Daten konnte Ipoque für diesen Teil der Studie analysieren. Demnach werden 54 Prozent der Daten über das P2P-Protokoll verteilt, zehn Prozent entfallen auf Streaming. VoIP und Instant Messaging nehmen nur einen geringen Anteil ein.
Auch innerhalb der einzelnen Protokoll-Kategorien bestätigen die Informationen aus Südeuropa die Einschätzung von Ipoque für die weltweite Verteilung. BitTorrent ist mit 58 Prozent klarer P2P-Sieger und konnte im Vergleich zu 2007 sogar weiter wachsen - die sinkende Beliebtheit von eDonkey ist hier überdeutlich.

BitTorrent führt: P2P-Verbreitung in Südeuropa.
In Südeuropa ist der rasante Anstieg der One-Click-Hoster noch nicht so stark zu spüren: Lediglich acht Prozent des gesamten Traffics entfallen auf Direkt-Downloads. Die über P2P getauschten Dateitypen haben sich laut Stummer kaum verändert: Nach wie vor wird das Protokoll hauptsächlich für Filme und Musik genutzt, Hörbücher nehmen gegenüber 2007 einen höheren Stellenwert ein.
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