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01.10.2008
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Apple will Shop lieber schließen, als die Songs teurer zu machen

Höhere Abgaben an Musiker: Steht iTunes vor dem Aus?

Music Markt

Apple: 99 Cent oder wir sind raus

Sollten die erhöhten Royalty Fees tatsächlich beschlossen werden, ist klar, dass eine der beteiligten Gruppen dafür aufkommen muss - die Plattenfirmen, die Shops oder die Käufer. Und hier tritt Apple auf den Plan: Der Konzern geht davon aus, dass die Plattenfirmen die zusätzlichen sechs Cent auf iTunes und Co. abwälzen werden. Die für Apple zuständige Digital Media Association schlägt daher eine um 4,8 Prozent erhöhte Pro-Song-Beteiligung oder eine Pauschale von sechs Prozent vor.

Die geplante Erhöhung der Royalty Fees um sechs Cent indes kommt für Vize-Präsident Eddy Cue nicht in Frage: Bereits im vergangenen Jahr machte er deutlich, dass iTunes bei einer Erhöhung der Abgaben mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem Verlustgeschäft werde. Dies sei ebenso inakzeptabel wie eine Erhöhung des iTunes-Verkaufspreises über die Grenze von 99 Cent. Bevor also eine der beiden Situationen eintrete, werde Apple den Musik-Shop lieber komplett vom Markt nehmen.

Spannungsfeld: Käufer, Shop, Plattenfirma

Ein harter Kurs, den Apple hier für iTunes einschlägt. Experten gehen zwar davon aus, dass der Konzern seine Drohung nicht wahrmacht - dennoch zeigt die Debatte, wie gering die Gewinnmargen selbst großer Musik-Shops gegenüber den Plattenfirmen sind. Verständlich, dass sich Apple so deutlich wehrt, falls die Plattenfirmen eine Erhöhung der Royalty Fees auf iTunes und Konsorten abladen wollen.

Royalty Board

Bild verkleinernBild vergrößern

Morgen entscheidet das Copyright Royalty Board über die Erhöhung.
(Klick vergrößert.)

An den Käufer sendet Apples Haltung dabei ein durchaus positives Signal: Man will den günstigen Preis von 99 Cent mit aller Macht halten. Natürlich geschieht das nicht aus Nächstenliebe: Unter der Barriere von einem Dollar zu bleiben, war und ist ein psychologischer Effekt, der für den Durchmarsch von iTunes mitentscheidend war. Heute mehr denn je, denn auch der Verkauf von iPods und Apps für das iPhone ist eng mit dem Erfolg des Apple-Shops verwoben.

Darauf nimmt die National Music Publishers' Association keine Rücksicht und hofft, dass die Erhöhung der Royalty Fees am kommenden Donnerstag in ihrem Sinne beschlossen wird. "Apple möchte womöglich Songs billig anbieten, um mehr iPods zu verkaufen", so der Vorsitzende David Israelite. "Von den iPod-Verkäufen sehen wir Künstler allerdings keinen Penny."

Update vom 6. Oktober:

Das Copyright Royalty Board hat sich gegen die Erhöhung der Lizenzabgaben entschieden. Damit bleibt die Royalty Rate auch in den kommenden fünf Jahren bei neun Cent pro Song. Nach der Drohung, bei einer Erhöhung den Musik-Shop iTunes komplett zu schließen, folgte bei Apple jetzt die Kehrtwendung: Laut eines Sprechers begrüßte der Konzern die Entscheidung, die Royalty Rates stabil zu halten.


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