Auf dem Weg zum gläsernen Fernseh-Junkie?
Fernsehen bequem: TV-Guides der neuen Generation
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Egal ob DVB-T Receiver, Sat-Anlage oder PC-Anwendung zur TV-Karte: Ein elektronischer Programmführer (EPG) existiert mittlerweile in fast jedem Gerät, mit dem man Fernsehsender empfangen kann. Häufig genug bieten die EPGs gerade mal das Notwendigste, um eine Sendung für die Aufnahme vorzubereiten - keine gute Entscheidungshilfe. Das könnte sich bald ändern, denn der Axel-Springer-Verlag hat Großes mit der elektronischen Programmzeitschrift vor.
Inhalt
- Darstellung ungenügend: Klassische EPGs
- Fernsehen nach persönlichem Geschmack
- Zunächst nur für Vista-Rechner
- Neue Werbeformen
- Personalisierung und Datenschutz
- Ab 2009 auch in Fernsehern verfügbar?
- TiVo: Ein Ausblick
Darstellung ungenügend: Klassische EPGs
EPG-Listeneinträge sind eine karge Kost. Man erfährt, wann die Sendung anfängt, wann sie endet und erhält Rahmeninfos wie Genre oder Herstellungsjahr. Ab und zu gibt es eine kleine Inhaltsangabe, die bei Spielfilmen manchmal auch ausführlicher ausfällt, häufig genug aber gerade mal den Untertitel der Sendung enthält - kein Bild ziert die Programminformation, keine Bewertungshilfen lindern die Qual der Wahl.

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Kein Genuss: Klassische EPG-Ansicht
(Klick vergrößert.)
Dass kümmerliche EPGs in einem krassen Missverhältnis zu der immer größeren Anzahl von Fernsehsendern stehen, wissen auch die Hersteller von Receivern und LCD-Panels. Daher bemühen sich einige Firmen wie TechniSat um den Kunden und lassen extra ein EPG produzieren, das als "redaktionell erstklassig aufbereitete elektronische Programmzeitschrift" betitelt wird. Mit den Individualisierungsmöglichkeiten, die viele Web-Dienste wie last.fm oder YouTube bieten, haben diese aufgepäppelten EPGs wenig zu tun. Zudem ist jede Programmzeitschrift aus Papier informativer, wenn das Blättern durch die Wochentage nur nicht so anstrengend wäre.
Fernsehen nach persönlichem Geschmack
Vor einigen Tagen hat der Axel Springer-Konzern in Hamburg einen neuartigen TV-Service vorgestellt, der die EPG-Generation der Zukunft einleiten soll. Der Clou des Programmführers lässt sich auf einen Nenner bringen: Personalisierung. Um dies zu erreichen, hat "My Personal TV Digital" eine Funktion an Bord, die sich "Personal TV Channel" nennt. Hier kann der Zuschauer seine Lieblingssendungen abspeichern und erhält so nicht nur die Serienaufzeichnung einer Sendereihe - das können klassische EPGs auch -, sondern obendrein Programmvorschläge - individualisierte Werbung eingeschlossen.

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Screenshot: "Personal TV Channel"
(Klick vergrößert.)
Der Filter für die Auswahl kann sehr fein gesetzt werden, denn Springer lässt im Hintergrund die Informationen seiner Programmzeitschrift "TV Digital" einfließen. Sie wollen alle Spielfilme mit Paul Newman? In der Theorie müssen Sie nur das Stichwort eintippen und "My Personal TV Digital" zeichnet sie auf. Dazu verfügt das EPG über eine Such-Funktion, die über das gesamte Sendeangebot geht. Durch virtuelle Kanäle wird der Programmführer zudem Multiuser-fähig. Papa macht einen Kanal auf für Western, Sohnemann liebt Spongebob und Mama wählt Tatort. Nach der Erzeugung der "Channel" kann jeder sein individuelles Fernsehprogramm sehen.
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Hübsch aussehen tut es ja - aber ist es wirklich praktischer?
Nach den Screenshots zu urteilen geht beim Versuch, mehr "iPhone-isch" auszusehen eher die Übersicht verloren.
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