Weiterempfehlen   Leserbrief
01.10.2008
Druckversion
powered by

Ukrainischer Abklatsch des russischen Musikdienstes Allofmp3

MP3Count: Musik zum Schnäppchenpreis

Music Markt

MP3Count: Musik zum Schnäppchenpreis

Das ukrainische Startup "MP3Count" verkauft Songs und Alben im MP3-Format ohne Kopierschutz zum Schnäppchenpreis. Die Seite nutzt Grauzonen im ukrainischen Urheberrecht, um Songs für 18 US-Cent zu verkaufen. Ähnliche Lücken in russischen Gesetzen nutzte bereits der Dienst Allofmp3, um MP3s für wenige Cent zu verkaufen.

Anzeige

MP3Count eifert dem weltbekannten Vorbild AllofMp3 nach, das nach einer Änderung der russischen Gesetze inzwischen abgeschaltet ist. Auch wenn für den Download von Musik bei MP3Count gezahlt wird, wirklich glücklich dürfte die Musikindustrie über die Billigangebote nicht sein. Denn die Betreiber nutzen unter anderem die Währungsunterschiede zwischen den Ländern, schlüpfen durch Lücken in den Gesetzen und zahlen keine Abgaben an die Urheber.

Der Hamburger Rechtsanwalt Alexander Wachs warnt deutsche Verbraucher davor, auf der Seite Musik zu kaufen: "Nach meiner Meinung sind Angebote, bei denen Musik weit unter dem üblichen Preis angeboten werden, mit Vorsicht zu genießen. Entgegen einer landläufigen Meinung kann der Nutzer sich nicht darauf berufen, er habe wegen der Zahlungsverpflichtung darauf vertrauen dürfen, dass das Angebot legal sei."

MP3Count

Bild verkleinernBild vergrößern

MP3Count verkauft fast die kompletten Charts.
(Klick vergrößert.)

Seit 1. September ist laut Wachs das Herunterladen von Musik aus "offensichtlich rechtswidrigen Quellen" strafbar. Wenn der Download eines Musikstücks nur ein Fünftel des Preises wie bei anderen Anbietern koste, könnte mit guten Argumenten vertreten werden, dass es sich um eine offensichtlich rechtswidrige Quelle handele.

Die US-Regierung übte im Fall vom Allofmp3 massiven Druck auf Russland aus, damit die entsprechenden Gesetze geändert werden. Das Ende des günstigen Musikverkaufs aus Russland wurde durch eine Klage des US-Musikverbandes RIAA über 1,65 Billionen Dollar beschleunigt. Eine hohe Lebenserwartung dürfte MP3Count also eher nicht besitzen.

Autor/in: Impressum


Druckversion: 'MP3Count: Musik zum Schnäppchenpreis'Druckversion





Diskutieren Sie zu diesen Artikel im Forum!
Neues Thema eröffnen


Eric C., am 01.10.2008 15:24

Zu diesem Artikel muss natürlich auch angemerkt werden, dass man durchaus kontrovers darüber diskutieren kann, was "offensichtlich rechtswidrige Quellen" sind. Gemeint sind damit wohl eher Tauschbörsen, die Musikstücke zum Nulltarif anbieten. Ein Angebot wie Allofmp3, das allen Rechtsnormen des jeweiligen Landes entsprach, wie ja auch ein Gericht in Russland festgestellt hatte, ist für mich nur wegen des geringen Preises noch lange nicht "offensichtlich rechtswidrig". Auch wenn die Musikindustrie das gerne hätte. Siehe dazu auch die deutsche Wikipedia.
Dass Allofmp3 dann doch Probleme bekam, lag am Druck der Regierung der USA, die eine Mitgliedschaft Russlands in der WTO davon abhängig gemacht hatte. Menschenrechtsverletzungen in Russland haben die USA dagegen nicht gestört.


nibo1978, am 03.10.2008 19:28

Zitat:

Zu diesem Artikel muss natürlich auch angemerkt werden, dass man durchaus kontrovers darüber diskutieren kann, was "offensichtlich rechtswidrige Quellen" sind. Gemeint sind damit wohl eher Tauschbörsen, die Musikstücke zum Nulltarif anbieten. Ein Angebot wie Allofmp3, das allen Rechtsnormen des jeweiligen Landes entsprach, wie ja auch ein Gericht in Russland festgestellt hatte, ist für mich nur wegen des geringen Preises noch lange nicht "offensichtlich rechtswidrig". Auch wenn die Musikindustrie das gerne hätte. Siehe dazu auch die deutsche Wikipedia.
Dass Allofmp3 dann doch Probleme bekam, lag am Druck der Regierung der USA, die eine Mitgliedschaft Russlands in der WTO davon abhängig gemacht hatte. Menschenrechtsverletzungen in Russland haben die USA dagegen nicht gestört.


Wer sich mit Urheberrecht und Co nicht auskennt, sollte gefälligst solche Kommentare unterlassen. Übrigens steht auch im Wikipedia mal mehr oder weniger falsche Informationen.


Eric C., am 03.10.2008 22:50

Vielen Dank an nibo1978 für diesen hochinformativen Beitrag zum Thema. Von mir nur noch ein Link zur Tagesschau, falls der Wikipedia kein Glauben geschenkt wird:
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/meldung2594.html


FreewareGuide, am 04.10.2008 07:02

Moin,

also es ist noch etwas völlig anderes, ob so ein Service für Russen in Russland legal ist, oder ob er weltweit genutzt werden darf. Und genau darum geht es. Dazu lese ich in der Tagesschau-Meldung aber nichts. Und auf welchen Wikipedia-Artikel beziehst Du Dich? Den zu allofmp3? Da lese ich auch nur, dass es nicht völlig geklärt ist. Aber erfolgreich gegen die Link-Abmahnungen gewehrt hat sich auch noch niemand, oder? Ist das nicht Indiz genug, dass vor deutschen Gerichten das Angebot wohl kaum bestehen kann. Ob das nun "offensichtlich" im Sinne des Gesetzes ist, klar daran kann man rumdeuteln, aber bisher ist es üblich, sich in Urheberrechtsfragen nach den Gesetzen des jeweiligen (eigenen) Landes des Konsumenten zu richten, ansonsten zieht halt immer nur die Karawane weiter in den nächsten Flecken der Erde, wo das Urheberrecht noch lax genug gehandhabt wird.

Ich nehme hin, dass die Frage nicht endgültig geklärt ist, aber ich bin zumindest reichlich skeptisch, dass die Nutzung hierzulande legal ist. Das ist nicht mal so richtig "kontrovers", anders herum machen bloß die Pfennigbeträge aus einem Download nicht plötzlich einen "offensichtlich" legalen...

Grüße,
Thorsten


Eric C., am 05.10.2008 19:30

Ich würde mich auch nicht auf meine Argumentation verlassen und im Zweifel immer auf den Rat des Rechtsanwalts, wie im Artikel dargestellt, verweisen, da der Begriff "offensichtlich rechtswidrig" vom Gesetzgeber sehr unbestimmt gehalten wurde.
Der Hinweis auf die Wikipedia und der Link zur Tagesschau sollten nur die Rechtmäßigkeit eines speziellen Musikshops in Russland zeigen. Das Nichtvorhandensein dieser Rechtmäßigkeit im eigenen Land wäre für mich ein wichtiger Grund das ein Angebot "offensichtlich rechtswidrig" ist.
Da das Urheberrecht in Deutschland kein generelles Verbot des Einkaufs im Ausland kennt, wie soll der rechtsunstudierte Internetnutzer aber sonst die Rechtswidrigkeit eines Angebotes erkennen? Ab welchem Preis z.B. ist ein Angebot "offensichtlich rechtswidrig"? Sind 10 Euro, 5 Euro oder 2 Euro für eine CD ohne Hülle, Booklet und mit qualitätsreduzierten mp3-Dateien, die ich auch noch selber brennen muss, genug? Es reicht ja zudem nicht zu überprüfen, ob der Shop an die jeweilige Verwertungsgesellschaft im Land abführt, wie wir am Beispiel Allofmp3 gesehen haben, nein man muss sich auch noch die Überweisung dieser Verwertungsgesellschaft an ihr deutsches Pendant ansehen. Das kann doch alles nicht "offensichtlich" sein. Aber die Gerichte werden das sicherlich alles ganz anders sehen.


FreewareGuide, am 05.10.2008 20:01

Moin,

ich finde zwar, dass du mit dem "offensichtlich" Recht hast, es ist die Frage, wem das mehr nutzt, ein Schlupfloch für Konsumenten, die derart nicht immer von Illegalität ausgehen müssen oder Schwammigkeit zugunsten gewiefter Anwälte? Trotzdem sollte jeder Konsument in der Lage sein, "marktübliche Preise" beurteilen zu können, und da es unbestritten legale, deutsche Downloadangebote gibt (auch Audio-komprimiert und ohne CD-Cover), gibt es auch eine einfache Messlatte.

Außerdem sollte wie ich bereits sagte auch nicht vergessen werden, dass gegen die Link-Abmahnungen meines Wissens niemand sich erfolgreich gewehrt hat, und da sind wir genau an dem Punkt, an dem Du hier eingestiegen bist. Denn davon ausgehend ist es für eine Redaktion wie die der Netzwelt bestimmt nahe liegend, von wahrscheinlicher Illegalität auszugehen und nicht jedes Mal erneut die gesamte Problematik herunter zu beten. Denn wenn man dahin nicht verlinken darf, dann ist es dennoch legal zu benutzen? Klar bleibt offen, ob es für den völlig unbedarften Nutzer, der trotzdem darüber gestolpert ist, ohne die damit verbundene Problematik und Diskussion vernommen zu haben, ob es für den "offensichtlich illegal" ist, für alle anderen, die Teil der Diskutierenden sind, denke ich eher die Abwägung geht zur Illegalität.

Kein Shop in fremden Ländern muss sich auch mit GEMA oder sonstwem auseinander setzen, sondern er muss sich fragen, ob er an Ausländer verkaufen darf, ob er deutschem/europäischem Recht gerecht wird.

Grüße,
Thorsten

PS: Man merkt, ich bin auch kein Anwalt, ich spreche hier nur von meinem Rechtsempfinden und wie ich bisherige Rechtssprechung aufgeschnappt habe.


Neues Thema eröffnen Neues Thema eröffnen

Kostenlose MP3 des Tages

Fascination
La Roux

Datum: 09.07.2009
Größe: 3,651 MB

Online-Musikmarkt

Musikdienste im Test

Online-Musikdienste sind beliebt, keine Frage! Dennoch reichen die Verkäufe von iTunes und Co. nicht aus, um die schlechte Stimmung am Markt zu verbessern.

Kostenlose MP3-Downloads im Netz

Wer keine Lust auf langes Suchen und Geld ausgeben hat, der findet hier Hilfen, um legal und kostenlos Musik zu laden.

MP3-Player im Test

Über 100 MP3-Player wurden von netzwelt bereits getestet! Mit dem Konfigurator finden auch Sie das passende Modell.

Software-Anleitungen für MP3s

Wie schneidet man MP3s? Wie organisiert man MP3-Sammlungen? Antworten auf diese und andere Fragen.

Musikbearbeitung am PC

Alle Audio-Anleitungen

Mit dem Siegeszug der MP3 findet sich immer mehr Musik in digitaler Form auf dem Computer. Wie Sie Ihre Alben in das MP3-Format umwandeln und dort bearbeiten, vertaggen und archivieren, zeigen Anleitungen auf netzwelt.

Filesharing Programme

Netzwelt stellt Ihnen die wichtigsten P2P-Netze und Filesharing-Programme in ausführlichen Specials vor.

Werbung

Service-Angebote der netzwelt

Unsere Webseiten

Werbung


nach oben
Aktuell
Live-Übertragung: Jackson-Trauerfeier im Netz (Update)
Musikdienste im Test: Medionmusic
Musikdienste im Test: Saturn
Dauerbrenner
Apple iPod Touch im Test
Webradio: Die MP3-Goldgrube
Filesharing
Winamp
Beliebte Testberichte
Einkaufsberater MP3-Player
Cowon iaudio U5
iPod Testberichte
Apple iPhone
Beliebte Anleitungen
Alle Audioanleitungen
Beste MP3-Freeware
MP3 erstellen
WMA in MP3 umwandeln

Netzwelt bietet eine Vielzahl an MP3-Player Testberichten, MP3 Downloads und Nachrichten rund um den digitalen Musikmarkt. Besondere Highlights, wie iPhone, iPod und Filesharing werden besonders gefeatured. All diese und einige mehr gibt es im Wegweiser.

Besucher kamen über folgende Suchanfragen bei Google auf diese Seite:
.mp3count legel?, MP3count,, anwalt mp3 rußland, begriff offensichtlich, cd selberbrennen strafbar?, der Begriff offensichtlich, geld weg mp3count, http://www.mp3count.com/, mp3 count.com, mp3count, mp3count .com, mp3count forum, mp3count geht nicht mehr, mp3count legal, mp3count wiki, mp3count.com, mp3count.com get nicht mehr, mp3count.com legal, mp3count.com legal?, mp3count.com/, probleme mp3count, test mp3count, ukraine urheberrecht, wo ist http://www.mp3count.com, www,mp3count.com, www.mp3count.com, www.mp3count.com/

RSS Feed abonnieren Nie mehr ein Update dieser Seite verpassen?
Hier klicken, um netzwelt.de zu abonnieren!

Copyright © by netzwelt.de - MP3Count: Musik zum Schnäppchenpreis - Ukrainischer Abklatsch des russischen Musikdienstes Allofmp3
Hosted by O2

AGOF

*) Netzwelt.de registrierte zuletzt 1,3 Mio. Unique User pro Monat
(Quelle: internet facts 2008-IV der Arbeitsgemeinschaft Onlineforschung e.V.)
Netzwelt wird exklusiv von Platform-A vermarktet. Zur Buchungsanfrage »

Platform-A