Ukrainischer Abklatsch des russischen Musikdienstes Allofmp3

MP3Count: Musik zum Schnäppchenpreis

MP3Count: Musik zum Schnäppchenpreis Das ukrainische Startup "MP3Count" verkauft Songs und Alben im MP3-Format ohne Kopierschutz zum Schnäppchenpreis. Die Seite nutzt Grauzonen im ukrainischen Urheberrecht, um Songs für 18 US-Cent zu verkaufen. Ähnliche Lücken in russischen Gesetzen nutzte bereits der Dienst Allofmp3, um MP3s für wenige Cent zu verkaufen.

MP3Count eifert dem weltbekannten Vorbild Allofmp3 nach, das nach einer Änderung der russischen Gesetze inzwischen abgeschaltet ist. Auch wenn für den Download von Musik bei MP3Count gezahlt wird, wirklich glücklich dürfte die Musikindustrie über die Billigangebote nicht sein. Denn die Betreiber nutzen unter anderem die Währungsunterschiede zwischen den Ländern, schlüpfen durch Lücken in den Gesetzen und zahlen keine Abgaben an die Urheber.

Werbung

Der Hamburger Rechtsanwalt Alexander Wachs warnt deutsche Verbraucher davor, auf der Seite Musik zu kaufen: "Nach meiner Meinung sind Angebote, bei denen Musik weit unter dem üblichen Preis angeboten werden, mit Vorsicht zu genießen. Entgegen einer landläufigen Meinung kann der Nutzer sich nicht darauf berufen, er habe wegen der Zahlungsverpflichtung darauf vertrauen dürfen, dass das Angebot legal sei."

MP3Count
MP3Count verkauft fast die kompletten Charts.

Seit 1. September ist laut Wachs das Herunterladen von Musik aus "offensichtlich rechtswidrigen Quellen" strafbar. Wenn der Download eines Musikstücks nur ein Fünftel des Preises wie bei anderen Anbietern koste, könnte mit guten Argumenten vertreten werden, dass es sich um eine offensichtlich rechtswidrige Quelle handele.

Die US-Regierung übte im Fall vom Allofmp3 massiven Druck auf Russland aus, damit die entsprechenden Gesetze geändert werden. Das Ende des günstigen Musikverkaufs aus Russland wurde durch eine Klage des US-Musikverbandes RIAA über 1,65 Billionen Dollar beschleunigt. Eine hohe Lebenserwartung dürfte MP3Count also eher nicht besitzen.

Weitere Informationen

Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Musikdienst hier.

Links zum Thema

Beiträgeinsgesamt 6 Beiträge

Moin, ich finde zwar, dass du mit dem "offensichtlich" Recht hast, es ist die Frage, wem das mehr nutzt, ein Schlupfloch für Konsumenten, die derart nicht immer von Illegalität ausgehen müssen oder...

Ich würde mich auch nicht auf meine Argumentation verlassen und im Zweifel immer auf den Rat des Rechtsanwalts, wie im Artikel dargestellt, verweisen, da der Begriff "offensichtlich rechtswidrig" vom Gesetzgeber sehr...

Moin, also es ist noch etwas völlig anderes, ob so ein Service für Russen in Russland legal ist, oder ob er weltweit genutzt werden darf. Und genau darum geht es. Dazu lese ich in der Tagesschau-Meldung...

Vielen Dank an nibo1978 für diesen hochinformativen Beitrag zum Thema. Von mir nur noch ein Link zur Tagesschau, falls der Wikipedia kein Glauben geschenkt wird: ...

Zitat: Zu diesem Artikel muss natürlich auch angemerkt werden, dass man durchaus kontrovers darüber diskutieren kann, was "offensichtlich rechtswidrige Quellen" sind. Gemeint sind damit wohl eher...

Kommentieren