Angus Young hat das große Ganze im Sinn
Verkehrte Netzwelt: Konzeptkunst mit ACDC
Music Markt
Schweißüberströmte Gitarrenriffs, ein diabolisches Grinsen und das nackte Gesäß ins Publikum gereckt: ACDC gehören nicht wirklich zu den Bands, denen man einen Hang zu soundtüftlerischer Konzept-Kunst mit Elfen und Zwergen nachsagen könnte.
Trotzdem macht Frontmann Angus Young unmissverständlich klar, welchem Geist er sich verpflichtet fühlt: "We don't make singles, we make albums", sagte er dem britischen Telegraph. Und um seiner Aussage Gewicht zu verleihen, sperrte er die Downloadliste für das kommende Album "Black Ice" bei iTunes und Co. mit dem Hinweis, dass alle Songs zusammengehören.
Reiht sich "Black Ice" damit ein in die Ahnengalerie von "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band", von "Tommy" oder "The Wall"? Müssen Alben wie "High Voltage" oder "Ballbreaker" völlig neu gehört werden? Halt, bevor Sie die Kopfhörer holen und die Platten abstauben. Wir können Sie beruhigen!
Die Zwischentöne machen die Musik, denn Young misstraut ähnlich wie der langhaarige Rüpel-Rapper Kid Rock (ja, genau, der mit Pamela Anderson) den digitalen Vertriebswegen zutiefst. Der Texas-Rocker hatte sein Megaseller-Album "Rock N Roll Jesus" ebenfalls für iTunes gesperrt. Die Leute sollten gefälligst das Album kaufen. Also kein "southern comfort" für die Kunden. Wer die Hit-Single "All Summer Long" haben wollte, musste in den Laden latschen.
Aber lassen wir nochmal den Lead-Gitarristen unser Hochspannungsband zu Worte kommen: "Unsere Alben sind kein Haufen von Downloads, aus denen sich die Fans die besten einfach rauspicken können!" Na, klingt das nicht irgendwie nach Kohle? Aber sicher: "Damals in den Siebzigern haben wir den Jungs von der Plattenfirma auf einem Briefumschlag erklärt, wie viel Geld sie gemacht hätten, wenn sie nicht eine Million Singles, sondern eine Million Alben von uns verkauft hätten." Und das klingt dann wieder vertraut: Es lebe der große Rock 'n' Roll-Schwindel!
Jetzt sind Sie dran.
Kommentieren
nach oben






