Japanerinnen begeistern sich für Dating-Simulation Webkare
Virtuelle Partner: Beziehung mit einer Comic-Figur
Internet & Netzwelt
Japanische Frauen setzen auf virtuelle Partnerschaften: Bei Webkare, einem Mix aus Dating-Simulation und sozialem Netzwerk, müssen sie das Herz ihres Schwarms erobern. Wer dies schafft, führt eine Beziehung mit einem animierten Comic-Charakter.
Vier Stereotype zur Auswahl
Bei der kostenlosen Anmeldung wählen die Frauen einen vor vier Charakteren aus: den Sportler, den Intellektuellen, den Sunnyboy oder den Softie. Das Herz des Auserwählten schlägt allerdings nicht direkt für die Benutzerin. Erst nach und nach lernen sich der virtuelle Junge und das reale Mädchen kennen. Die Webkare-Betreiber haben als Handlungsort eine Schule gewählt. In kleinen, teilweise vertonten Comic-Sequenzen kommt es dort zum ersten Kontakt.

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Damenwahl: Wer der vier Mitschüler soll es sein?
Für jeden der vier Charaktere haben die Betreiber 150 Audio-Kommentare aufnehmen lassen, die in Gesprächen abgespielt werden. Viel Interaktion bietet der Dienst allerdings nicht: Die Antwortsätze sind vorgegeben. Das Mädchen klickt sich einfach durch die Gespräche wie durch einen Comic. Besonders schöne Momente lassen sich in einem Erinnerungsbuch festhalten.
Laut dem amerikanischen Startup-Blog Techchrunch meldeten sich innerhalb der ersten fünf Tage nach dem Launch von Webkare bereits zehntausend Mitglieder an. Und zwar nicht nur Teenager: Über fünfzig Prozent der Mitglieder sind den Betreibern zufolge zwischen zwanzig und dreißig Jahre alt.
Dating-Simulation mit sozialem Netzwerk gekoppelt
Dating-Simulationen an sich sind in Japan keine Neuheit. Webkare verbindet dies jedoch mit einer anderen Komponente: einem sozialen Netzwerk. Um den Schwarm für sich zu gewinnen und die Liebesgeschichte wie eine Art Spiel voranzutreiben, ist das Vernetzen mit anderen, realen Nutzern nötig.
Jedes Mitglied hat ein eigenes Profil. Es gibt eine Nachrichten-Funktion, ein Diskussionsforum und eine Mikroblogging-Funktion für kurze Nachrichten, ähnlich dem Onlinedienst Twitter. An die persönlichen Profile der weiblichen Mitglieder ist das Profil des jeweiligen virtuellen Freundes gekoppelt.
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