Fans sind unzufrieden mit der Audio-Qualität von "Death Magnetic"
Matsch im Mix: Metallica-Album klingt bei Guitar Hero besser
Es war ausgerechnet Folk-Barde Bob Dylan, der 1966 den legendären Ausspruch "Play it fucking loud!" prägte. Nach dieser Devise verfuhren die Rockbands aller Epochen, egal ob Beat, Punk oder Hardrock. Sich über zu wenig Luftigkeit und Dymanik zu beschweren, war Sache von Jazz-Liebhabern, auf die man geringschätzig hinab blickte. Was für Weicheier! Jetzt muckt ausgerechnet das Schwermetall-Lager auf. Gegenstand der Klagelaute: das neue Metallica-Abum "Death Magnetic".
"Viele von uns sind enttäuscht über die erbärmliche Audioqualität des neuen Albums." Der Unmut der Metellica-Fans reicht mittlerweile bis zur Petition. Über 5.000 von ihnen haben sich bislang die Mühe gemacht und online unterzeichnet. Die Forderung: Das Album solle nachbearbeitet oder zumindest neu abgemischt werden.
Unterstützung kommt von unerwarteter Seite. Der Verantwortliche für das so genannte Mastering, also die Summenanhebung des finalen Mixes, Ted Jensen soll mit dem Unmut völlig d'accord gehen. In bester Metalmanier antwortete er den enttäuschten Fans: "Ich könnte jeden Tag den Kopf gegen die Wand schlagen." Schuld an der Misere will auch er nicht sein: "In diesem Fall waren die Mixes bereits übersteuert, als ich sie bekam."

Zu viel Matsch im Mix? Ein Blick auf den Frequenzgang von "The Judas Kiss"
Aber es naht Rettung für das gestresste Fan-Ohr. Ein Spiel, das viele Luftgitarristen wohl schon zu Hause haben dürften, bietet eine Version von "Death Magnetic" zum Download an, die einen deutlich größeren Dymanikumfang besitzen soll als die Tracks der Original-CD. Mittlerweile sind in verschiedenen Audio-Blogs Vergleiche zwischen den Frequenzgängen der Versionen aufgetaucht, die kaum einen anderen Schluss zulassen. Das Klangbild der Guitar-Hero-Version sieht weniger gepresst aus als die Ansicht der Wave-Datei von der Audio-CD.
Für die Gitarren-Duelle in Guitar Hero III wurde also scheinbar eine Version des Albums produziert, die über einen deutlich größeren Dynamikumfang verfügen soll. Das klingt plausibel, da der Gitarren-Nachwuchs im Wohnzimmer zwischen den Marshall Stacks akustisch Platz finden muss. Zu viel Loudness würde die zusätzlich eingespielten Töne im Gitarrengewitter untergehen lassen. "You can't kill the metal!" heißt es dementsprechend auch im Trailer zu Guitar Hero III.
Bleibt nur noch abzuwarten, wann die Guitar Hero-Version von "Death Magnetic" in den einschlägigen Filesharing-Foren zum illegalen Download angeboten wird. Wer dann kurz vor dem Tinitus stehen wird, ist jetzt schon klar: Lars Ulrich und seine Mannen. Vielleicht ist aber der eine oder andere Metallica-Fan so fair und besorgt sich den Mix legal. Der kostet aber happige 18 US-Dollar.
Links zum Thema
- Blogbeitrag von Ian Shepherd
- Homepage: Guitar Hero
- Musicradar Blogeintrag
- Petition: Re-Mix or Remaster Death Magnetic!
- Bob Dylan: Play it funcking loud

Zitat: Bleibt nur noch abzuwarten, wann die Guitar Hero-Version von "Death Magnetic" in den einschlägigen Filesharing-Foren zum illegalen Download angeboten wird. Schon längst...