Netter Chatten: Soziale Instant Messenger im Vergleich
Der Messenger als Mail-Postfach
Die dritte Säule eines sozialen Messengers sind die E-Mails. Digsby bietet hier für die weitverbreiteten Webmailer Googlemail, Hotmail, Yahoo Mail und AOL Mail vorkonfigurierte Einstellungen an. Jeder andere Dienst kann aber dank POP3 oder IMAP ebenfalls integriert werden. Der Nutzer sieht die Mail-Postfächer unter seiner Buddyliste, per Mausklick werden neue Mails mit Absender und Betreff angezeigt. Ein Klick führt dann im Browser zum echten Webmailer.
Noch üppiger ist der GMX MultiMessenger ausgestattet: Neben Googlemail, Hotmail, Yahoo Mail und AOL Mail und den POP3- sowie IMAP-Sammeldiensten kommen noch die Webmailer von United Internet (1und1, GMX, Web) sowie Arcor und Freenet obendrauf. Auch hier liegt die Freeware durch die zusätzlichen deutschsprachigen Anbieter an der Spitze. Wie bei Digsby lassen sich die E-Mails in einer kompakten Vorschau aus dem Messenger heraus anzeigen.
Pidgin muss sich mit Mail-Benachrichtigungen der Anbieter begnügen, für die er auch die Protokolle unterstützt. Im Klartext sind das AOL Mail per AIM, Hotmail per MSN und Googlemail entweder per GoogleTalk oder XMPP. In der Konto-Verwaltung muss der Nutzer einen Haken bei Benachrichtigung über neue Mails setzen, dann werden neue Nachrichten in der Buddyliste angezeigt. Ein Doppelklick ruft den Webmailer daraufhin im Browser auf.

GMX MultiMessenger: Über Tabs sind die drei Hauptfunktionen getrennt.
Leistung, Stabilität, Komfort
Der GMX MultiMessenger löst die Dreiteilung in Chat, soziale Netzwerke und Mail zwar über drei Tabs, wirkt aber insgesamt etwas überladen. Zudem funktionieren Sprach- und Videochat noch nicht zuverlässig und brachten im netzwelt-Test den Messenger zum Absturz. Die vielen unterstützten Dienste fordern darüber hinaus ihren Tribut beim Ressourcenverbrauch: 52 Megabyte RAM belasten das System.
Digsby glänzt mit einer klaren Oberfläche, die sich bis in die Konfigurationsmenüs durchzieht. Doch auch hier sind 44 Megabyte Arbeitsspeicher belegt, wenn der Messenger arbeitet. Pidgin gibt sich mit 26 Megabyte ähnlich minimalistisch wie bei den unterstüzten sozialen Netzwerken. Einen weiteren Vorteil besitzt der Client: Nutzer müssen sich nicht wie bei Digsby und GMX mit einem separaten Account anmelden - die einzelnen Protokoll-Accounts genügen hier.
Fazit: Knapper Sieg dank Sprachbonus
Pidgin ist schlank, durch Plugins erweiterbar und mit seinem beeindruckenden Portfolio an Chat-Protokollen als normaler Messenger kaum zu schlagen. Bei der sozialen Komponente hat er gegenüber Digsby und dem GMX MultiMessenger jedoch klar das Nachsehen. Die beiden sind durchaus auf Augenhöhe: Digsby ist übersichtlicher, GMX bringt dafür exklusive Funktionen ins Spiel.
Den ersten Platz kann der GMX MultiMessenger dadurch ergattern, dass er die deutschen sozialen Netzwerke und Webmailer unterstützt. Denn StudiVZ und Wer-kennt-wen sind hierzulande deutlich attraktiver als facebook oder MySpace. Bei Video- und Sprach-Chat muss die Freeware noch klar nachbessern, um diese Features glaubhaft bewerben zu können. Als sozialer Instant Messenger ist der GMX MultiMessenger aber klar zu empfehlen.

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Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Chat & Messenger hier.
