Was leisten GMX MultiMessenger, Pidgin und Digsby?
Netter Chatten: Soziale Instant Messenger im Vergleich
Es gibt diese Menschen: Sie sind permanent online, ständig erreichbar und kommunikativ. Solche Nutzer können die Vorteile eines sozialen Messengers voll auskosten: Chat, Mails und die Social Networks alle in einem Programm. Digsby, Pidgin und der GMX MultiMessenger bitten zum Rededuell.

Große Auswahl: Pidgin ist ein Protokoll-Proll.
Inhaltsverzeichnis
- 1Was soziale Messenger leisten müssen
- 2Chatten im Multi-Protokoll
- 3Rein in die sozialen Netzwerke
- 4Der Messenger als Mail-Postfach
- 5Leistung, Stabilität, Komfort
- 6Fazit: Knapper Sieg dank Sprachbonus
Was soziale Messenger leisten müssen
Ein sozialer Instant Messenger ist die Schaltzentrale der Kommunikation. Der Nutzer will nicht nur über möglichst viele Protokolle chatten, sondern auch aus dem Client heraus mit sozialen Netzwerken wie StudiVZ oder MySpace in Verbindung bleiben. Die E-Mails darf er ebenfalls nicht erst mühsam zusammensuchen, ein guter sozialer Messenger bereitet ihm diese ansprechend auf.
Chatten im Multi-Protokoll
Alle Teilnehmer im Testfeld sind so genannte Multi-Protokoll-Clients. In einem einzigen Programm laufen so ICQ, MSN, AIM, Jabber und weitere Standards, die normalerweise alle ihren eigenen Messenger voraussetzen würden. Je mehr Protokolle eine Software unterstützt, desto besser - vor allem die Pflicht-Anbieter sollten mit von der Partie sein.
Digsby bietet die Protokolle AIM, MSN, ICQ, Yahoo, GoogleTalk sowie den Jabber-Standard an. Damit ist er deckungsgleich mit dem GMX MultiMessenger, beide liefern die wichtigsten Chat-Protokolle. Pidgin übertrumpft die beiden Messenger allerdings deutlich: Die lange Liste umfasst AIM, MSN, ICQ, Yahoo, Jabber, IRC, GoogleTalk, Napster, QQ, Gadu-Gadu, Bonjour, Groupwise, SILC, SIMPLE, SNPP und XMPP.
Das Einrichten neuer Protokolle funktioniert bei allen drei Kandidaten intuitiv, der Nutzer kann die Passwörter speichern und sich beim Programmstart automatisch bei allen Diensten anmelden. Ein Vorteil für GMX und Digsby: Wer für ein bestimmtes Protokoll noch keinen Account besitzt, kann diesen aus dem Messenger heraus einrichten. Für Pidgin-User ist dagegen Eigeninitiative gefragt.
Rein in die sozialen Netzwerke
Digsby legt bei den unterstützten sozialen Netzwerken gut vor: MySpace, Twitter und facebook sind mit von der Partie, bei Letzterem kommt zudem der facebook-Chat hinzu. Wie bei den Messaging-Protokollen richtet der User auch die Accounts seiner sozialen Netzwerke einmalig in Digsby ein. Wird der Client gestartet, verbindet er sich automatisch mit den Anbietern und zeigt Freunde und neue Nachrichten an.

Digsby: Protokolle, Netzwerke und Postfächer auf einen Blick.
Der GMX MultiMessenger präsentiert eine wahre Fülle von unterstützten Netzwerken: Neben den internationalen Klassikern facebook und MySpace grast der Client mit StudiVZ, SchülerVZ, Lokalisten, unddu, Shortview, Wer-kennt-wen und StayFriends das deutsche Angebot vorbildlich ab. Bei den sozialen Fähigkeiten schwächelt Pidgin in der Grundausstattung, lediglich MySpaceIM wird unterstützt. Über ein Plugin lässt sich der facebook-Chat immerhin nachinstallieren.
Der Messenger als Mail-Postfach
Die dritte Säule eines sozialen Messengers sind die E-Mails. Digsby bietet hier für die weitverbreiteten Webmailer Googlemail, Hotmail, Yahoo Mail und AOL Mail vorkonfigurierte Einstellungen an. Jeder andere Dienst kann aber dank POP3 oder IMAP ebenfalls integriert werden. Der Nutzer sieht die Mail-Postfächer unter seiner Buddyliste, per Mausklick werden neue Mails mit Absender und Betreff angezeigt. Ein Klick führt dann im Browser zum echten Webmailer.
Noch üppiger ist der GMX MultiMessenger ausgestattet: Neben Googlemail, Hotmail, Yahoo Mail und AOL Mail und den POP3- sowie IMAP-Sammeldiensten kommen noch die Webmailer von United Internet (1und1, GMX, Web) sowie Arcor und Freenet obendrauf. Auch hier liegt die Freeware durch die zusätzlichen deutschsprachigen Anbieter an der Spitze. Wie bei Digsby lassen sich die E-Mails in einer kompakten Vorschau aus dem Messenger heraus anzeigen.
Pidgin muss sich mit Mail-Benachrichtigungen der Anbieter begnügen, für die er auch die Protokolle unterstützt. Im Klartext sind das AOL Mail per AIM, Hotmail per MSN und Googlemail entweder per GoogleTalk oder XMPP. In der Konto-Verwaltung muss der Nutzer einen Haken bei Benachrichtigung über neue Mails setzen, dann werden neue Nachrichten in der Buddyliste angezeigt. Ein Doppelklick ruft den Webmailer daraufhin im Browser auf.

GMX MultiMessenger: Über Tabs sind die drei Hauptfunktionen getrennt.
Leistung, Stabilität, Komfort
Der GMX MultiMessenger löst die Dreiteilung in Chat, soziale Netzwerke und Mail zwar über drei Tabs, wirkt aber insgesamt etwas überladen. Zudem funktionieren Sprach- und Videochat noch nicht zuverlässig und brachten im netzwelt-Test den Messenger zum Absturz. Die vielen unterstützten Dienste fordern darüber hinaus ihren Tribut beim Ressourcenverbrauch: 52 Megabyte RAM belasten das System.
Digsby glänzt mit einer klaren Oberfläche, die sich bis in die Konfigurationsmenüs durchzieht. Doch auch hier sind 44 Megabyte Arbeitsspeicher belegt, wenn der Messenger arbeitet. Pidgin gibt sich mit 26 Megabyte ähnlich minimalistisch wie bei den unterstüzten sozialen Netzwerken. Einen weiteren Vorteil besitzt der Client: Nutzer müssen sich nicht wie bei Digsby und GMX mit einem separaten Account anmelden - die einzelnen Protokoll-Accounts genügen hier.
Fazit: Knapper Sieg dank Sprachbonus
Pidgin ist schlank, durch Plugins erweiterbar und mit seinem beeindruckenden Portfolio an Chat-Protokollen als normaler Messenger kaum zu schlagen. Bei der sozialen Komponente hat er gegenüber Digsby und dem GMX MultiMessenger jedoch klar das Nachsehen. Die beiden sind durchaus auf Augenhöhe: Digsby ist übersichtlicher, GMX bringt dafür exklusive Funktionen ins Spiel.
Den ersten Platz kann der GMX MultiMessenger dadurch ergattern, dass er die deutschen sozialen Netzwerke und Webmailer unterstützt. Denn StudiVZ und Wer-kennt-wen sind hierzulande deutlich attraktiver als facebook oder MySpace. Bei Video- und Sprach-Chat muss die Freeware noch klar nachbessern, um diese Features glaubhaft bewerben zu können. Als sozialer Instant Messenger ist der GMX MultiMessenger aber klar zu empfehlen.

- Download: Digsby
- Download: GMX MultiMessenger
- Digsby: Der soziale Multi-Protokoll-Messenger
- Trillian: Multi-Messenger jetzt auch für Mac OS X
- Chat komplett: Die besten Addons für Instant Messenger
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Kommentare: Netter Chatten: Soziale Instant Messenger im Vergleich (4)
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Thema: News - Netter Chatten: Soziale Instant Messenger im Vergleich
29.09.08 11:09
MultiMessenger haben ein Problem: Sie können nicht so gut sein, wie jeder der darin integrierten Dienst für sich. Sie bieten den allgemein am weitesten verbreiteten gemeinsamen Nenner. Mann kann in der Regel aber nicht die Spezialfunktionen bspw. von ICQ/AIM oder von studivz darin direkt nutzen. Man wird also in seinen Bedienungsmöglichkeiten beschnitten und auf die Nachrichten reduziert, was dazu führt, dass ich mich doch wieder lieber direkt einlogge.
Außerdem sind neue, innovative Seiten und Netze ja nicht im MultiMessenger drin, sondern nur die "Großen".
Ich nutze zB seit kurzem Hier war mal ein Link und finde es total praktisch, dass dort der Messenger direkt in die Website integriert ist. Mit einem Klick kann ich so die Profilseiten und Foto-Alben meiner Kontakte aufrufen. Das habe ich so gut umgesetzt noch nirgends anders gesehen. Nur VoIp geht damit nicht, aber das brauche ich auch nicht.
30.09.08 10:08
:rolleyes: sorry, wollte wirklich keine Schleichwerbung machen. Wollte nur anderen, die das Lesen, ne Alternative zeigen.
Bye Sina
11.12.09 10:38
Eins darf man nicht vergessen wenn man den GMX Messenger benutzt. Die Einbindung der Netzwerke und Messenger-Protokolle läuft zum Teil nicht über abgesicherte und/oder offizielle Schnittstellen der angebundenen "Partner".
Im Punkto Datensicherheit die ja gerade bei Sozialen Netzwerken vom großer Bedeutung für den Nutzer ist ein bedenklicher Umstand.
11.12.09 12:46
Zitat:
MultiMessenger haben ein Problem: Sie können nicht so gut sein, wie jeder der darin integrierten Dienst für sich. Sie bieten den allgemein am weitesten verbreiteten gemeinsamen Nenner. Mann kann in der Regel aber nicht die Spezialfunktionen bspw. von ICQ/AIM oder von studivz darin direkt nutzen.
Wobei "gut" auch relativ ist. Was ist denn bei ICQ z.B. gut? Die ganze Werbung? Die animierten Figürchen, die man sich schicken kann? Oder dass der Client einfach superträge und Ressourcen fressend ist?
Ich nutze schon seit Ewigkeiten Pidgin (vormals Gaim) und bin damit mehr als zufrieden, weil das Teil schön schlicht und weder mit Werbung noch mit Funktionen überladen ist, die eigentlich überflüssig sind. Deswegen sind mir diese tollen "Spezialfunktionen" ziemlich schnuppe! Ich will Nachrichten schreiben, das war's. Alles andere mache ich dann, wenn überhaupt, auf den entsprechenden Seiten direkt.