Panasonic stellt neuartiges Digitalkamerasystem mit Wechselobjektiven vor

Lumix DMC-G1: Spiegelreflexkamera ohne Spiegel

Panasonic startet eine kleine Revolution auf dem Digitalkameramarkt. Die bisherige Einteilung in Kompakt- oder Brigdekameras mit fest eingebauten Objektiven oder Spiegelreflexkameras mit Wechselobjektiven erweitert der japanische Konzern um eine neue Kameraklasse. Die Lumix DMC-G1 kommt ohne Spiegel aus und verwendet trotzdem Wechselobjektive. Sie ist die erste Kamera des Lumix G Micro Systems von Panasonic.

?
?

Panasonic Lumix DMC-G1 - Die Kamera steht in drei Farben zur Auswahl: Schwarz, Rot und Nachtblau.
Die Kamera steht in drei Farben zur Auswahl: Schwarz, Rot und Nachtblau.

Bei der Lumix DMC-G1 nutzen die Ingenieure von Panasonic die Möglichkeiten des neuen "Micro Four Thirds"-Standards aus. So konnten sie bei der Entwicklung des Kamerasystems auf einen Spiegel und den dazugehörigen Spiegelkasten verzichten, was einen im Vergleich zu Spiegelreflexkameras kompakten Formfaktor ermöglicht. Das Gehäuse der G1 ist nur 124 x 83,6 x 45,2 Millimeter groß und damit nur etwa halb so tief wie kleine Spiegelreflexmodelle. Ohne Akku, Speicherkarte und Objektiv wiegt es etwa 385 Gramm.

Werbung

Panasonic Lumix DMC-G1

Die Lumix DMC-G1 im Größenvergleich mit der DMC-L10.

Trotz des neuen Anschluss-Standards bieten verschiedene Hersteller derzeit schon über 30 Objektivmodelle mit Brennweiten zwischen 14 und 1.600 Millimetern an. Panasonic selbst hat angekündigt, seine Palette an passenden Objektiven kontinuierlich auszubauen. Mit dem Adapter DMW-MA1 kann mann alle Objektive mit "Four Thirds"-Bajonett an die Lumix G1 anschließen. Blitzgeräte und weiteres Zubehör wie zum Beispiel GPS-Empfänger für Geotagging können über den Zubehörschuh an die Kamera angeschlossen werden.

Die Bilder verarbeitet in der Lumix G1 ein neu entwickelter Live MOS-Sensor mit 12,1 Megapixeln. Die maximale Bildgröße liegt bei 4.000 x 3.000 Pixeln. Die Kamera speichert die Fotos wahlweise im komprimierten JPEG- oder im speicherintensiven RAW-Format. Sie liefert zudem 60 Bilder pro Sekunde an das drei Zoll große, schwenkbare LC-Display oder den optischen Sucher.

Eigens für das Lumix G Micro System haben die Forscher von Panasonic ein neuen Bildprozessor geschaffen, den Venus Engine HD. Er reduziert angeblich "dank getrennter Auslesung der Helligkeits- und Farbinformationen vom Sensor" das "Farb- und Helligkeitsrauschen auf ein extrem niedriges Niveau."

Panasonic Lumix DMC-G1

  • Bild 1 von 7
  • Bild 2 von 7
  • Bild 3 von 7
  • Bild 4 von 7
  • Bild 5 von 7
  • Bild 6 von 7
  • Bild 7 von 7

Vor schlechter Bildqualität durch Staub und Schmutz soll bei der Lumix G1 ein Staubschutzsystem schützen. Vor dem Live MOS-Sensor sitzt ein Ultraschall-Staubfilter, der mit rund 50.000 Schwingungen pro Sekunde auch kleinste Partikel abschütteln soll. Der Lithium-Ionen Akku der Lumix G1 reicht laut Hersteller für etwa 330 bis 350 Aufnahmen.

Die Bedienung der Lumix G1 will Panasonic so einfach wie bei seinen Kompaktkameras gestaltet haben. Damit sollen auch Menschen, denen eine Spiegelreflexkamera bisher zu kompliziert zu bedienen war, für das neue Kamerasystem gewonnen werden.

Panasonic plant die Lumix DMC-G1 ab November 2008 in den Farben Schwarz, Nachtblau und Rot in den Handel zu bringen. Der Preis für ein Kit mit einem Lumix G Vario-Objektiv mit einer Brennweite von 14 bis 45 Millimetern soll etwa 749 Euro betragen. Ein zweites Kit enthält zusätzlich ein Objektiv mit einer Brennweite von 45 bis 200 Millimetern.

Mehr zum Thema »

Links zum Thema


Alle netzwelt-Specials

Wissenschaft Verkehrte Netzwelt Planet der Affen, das Finale

Wir Menschen haben als dominierende Spezies keine Zukunftschancen. Die Affen werden unseren Platz an der Spitze der Nahrungskette übernehmen....

Online-Service Nach ARD-Reportage Mitarbeiter verteidigen Amazon

Die schlechten Arbeitsbedingungen bei Amazon beherrschen momentan die Schlagzeilen. Doch offenbar hat der Online-Versandhändler als Arbeitgeber...