P2P in Flash-Videos: Mini-Revolution für YouTube
Erfahrungswerte: Betatest in China
Laut dem Online-Magazin NewTeeVee befindet sich das Plugin PPVA seit Juni dieses Jahres in China im öffentlichen Betatest. Die Bilanz: Mehr als zehn Millionen Downloads wurden seitdem unter Zuhilfenahme von P2P durchgeführt. Bis zu 500.000 Personen schauten sich dabei den gleichen Stream an und stellten sich dabei Teile der Daten gegenseitig zur Verfügung.
Wie stark sich PPVA bezahlt machte, hing laut PPLive von der Beliebtheit des Streams ab: Je mehr User gleichzeitig auf einen Stream zugriffen, desto stärker konnte das P2P-Netz seine Stärken ausspielen. Das funktionierte in manchen Fällen so gut, dass nur die ersten Sekunden vom Server kamen und der komplette Rest des Streams per P2P von anderen Nutzern geliefert wurde. Unbeliebte Videos hingegen müssten komplett auf P2P-Unterstützung verzichten. Laut NewTeeVee lag der Mittelwert von Daten, die per P2P übermittelt wurden, bei etwa 30 Prozent.
Für den nicht-chinesischen Raum soll die Testphase in den kommenden Monaten beginnen. Aktuell ist es zwar möglich, das PPVA-Plugin herunterzuladen. Im netzwelt-Test sprang PPVA ohne chinesische IP-Adresse allerdings nicht an und konnte so keine P2P-Verbindungen aufbauen, wie der folgende Screenshot zeigt:

Betatest: Noch ist PPVA im deutschsprachigen Raum nicht nutzbar.
Wo ist der Haken?
Ein Plugin, dass den Anbietern von Video-Streams Kosten spart, ohne dass sie dafür einen Finger krumm machen müssen - eigentlich sollte eine Technologie wie PPVA mit offenen Armen empfangen werden. Doch bei YouTube-Besitzer Google könnte sich durchaus Widerstand regen, denn durch eine Verbreitung der Inhalte über ein externes P2P-Netz gingen wertvolle Statistiken und Nutzerdaten verloren.
Zwar betonte PPLive-Geschäftsführer James Seng gegenüber NewTeeVee, jeder Nutzer würde trotz P2P-Unterstützung mindestens einmal den Server des Anbieters kontaktieren und sich so als Zuschauer auswerten lassen. Weitergehende Informationen wie Zeitpunkt des Ausstiegs, Stellen im Stream von besonderem Interesse oder der prozentuale Anteil von Usern, die ein Video komplett anschauen, könnten allerdings nicht erhoben werden.
Fazit: Was PPVA für Online-Videos bedeutet
Wie sich PPVA in der Praxis schlägt, können deutsche Anwender erst in einigen Wochen ausprobieren. Grundsätzlich bedeutet eine solche Technologie aber eine kleine Revolution im Bereich der Online-Videos. Die nötige Beliebtheit eines Inhalts vorausgesetzt, kann über ein solches Plugin jeder Flash-Stream zu einem P2P-Netz erweitert werden. Es wurde gemutmaßt, Adobes aktuelle Version des Flash Players würde genau in diese Bresche springen.
Den größten Nutzen aus dieser dezentralen und serverschonenden Übertragung würden kleine Anbieter ziehen. Die höchste Effizienz erreicht P2P aber bei möglichst vielen Nutzern. Hieraus könnte sich ein Konflikt entwickeln, da die Anbieter bevorteilt würden, die eine Entlastung weniger nötig hätten. Für den User selbst gibt es, abgesehen von einem weiteren zu installierenden Plugin, jedoch nur Vorteile.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir folgende redaktionelle Übersichten erstellt: Filesharing und Internetfernsehen.
