Plugin PPVA macht aus jedem Stream ein Filesharing-Netzwerk
P2P in Flash-Videos: Mini-Revolution für YouTube
Noch ist bei Online-Videos die Kommunikation recht einseitig: Der Server gibt den Stream aus, der Nutzer konsumiert. Mit Hilfe eines Plugins könnte sich das bald ändern: Die chinesische Firma PPLive testet aktuell einen Beschleuniger namens PPVA, der alle Zuschauer eines Videos zu einem P2P-Netzwerk verknüpft.
Inhaltsverzeichnis
- 1P2P: Beschleunigt und dezentral
- 2PPVA nimmt Stream-Arbeit ab
- 3Vorteile für beide Seiten
- 4Erfahrungswerte: Betatest in China
- 5Wo ist der Haken?
- 6Fazit: Was PPVA für Online-Videos bedeutet
P2P: Beschleunigt und dezentral
Große Videoseiten wie YouTube oder Google Video haben mit einem Problem zu kämpfen: Jeder User, der einen Clip abruft, wird vom Server mit den notwendigen Daten versorgt. Bei 100.000 Anfragen liefert der Server also 100.000-mal die identischen Dateien aus. Das kostet den Anbieter Bandbreite und damit bares Geld: Laut Google-Chef Eric Schmit arbeitet beispielsweise YouTube trotz Millionen von Besuchern pro Tag immer noch nicht profitabel.
Hier soll der Video Accelerator (PPVA) von PPLive helfen. Die chinesische Firma konnte sich im deutschsprachigen Raum bislang lediglich einen Namen machen, weil sich Nutzer mit dem gleichnamige P2P-Streamer die deutsche Fußball-Bundesliga kostenlos auf den Computer holen konnten. Der Erfahrungsschatz im P2P-Bereich fließt jetzt in das Plugin PPVA ein.
PPVA nimmt Stream-Arbeit ab
PPVA lauert nach der Installation im System und wird aktiv, sobald der Browser eine Website mit eingebettetem Flash-Stream aufruft - das gängige Videoformat für Portale à la YouTube. Jetzt erscheint unten rechts ein kleines Statusfenster und PPVA überprüft, welche Nutzer aktuell ebenfalls das Video aufgerufen haben. Diese werden zu einem P2P-Netz zusammengeschlossen und bieten sich gegenseitig Teile der Daten an, anstatt den Server zu kontaktieren.

Relevant ist für PPVA dabei nicht, an welcher Stelle andere Nutzer gerade schauen, sondern welche Videoinformationen vorgeladen wurden, sich also bereits im Cache befinden. Wer also eine schnelle Internet-Verbindung besitzt, kann anderen Teilnehmern des PPVA-Verbunds entsprechend mehr Daten zur Verfügung stellen. Der Clou: Der komplette Vorgang läuft ab, ohne dass die Video-Websites etwas an ihrer derzeitigen Struktur oder den Streams ändern müssen.
Vorteile für beide Seiten
Daraus ergeben sich für Nutzer und Anbieter gleichermaßen Vorteile: Wer Videos bereitstellt, muss diese nicht mehr an jeden einzelnen Zuschauer ausliefern - oder zumindest nur einen Teil, bis die Videoschnipsel im P2P-Netzwerk ausgetauscht werden. Das spart Internet-Traffic, Geld und sorgt dafür, dass Video-Server vor Überlastung gefeit sind. Das ist weniger für die etablierten Größen von Bedeutung, sondern für Nischen-Anbieter mit schwächerer Anbindung.
Der User selbst profitiert natürlich ebenfalls von der höheren Stabilität der Server und kann sich darauf verlassen, dass die Inhalte stets verfügbar sind. Ist ein ausreichend starkes P2P-Netzwerk vorhanden, laden des Weiteren Video-Streams deutlich schneller als bei einer gewöhnlichen Anfrage an den Server des Anbieters.
>>> Lesen Sie auf der nächsten Seite, welche Ergebnisse der Betatest in China geliefert hat, welche Probleme drohen und was die Entwicklung für den Online-Videomarkt bedeutet.

Sagen Sie Ihre Meinung!