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500 Euro: Zwei günstige Notebooks im Test
Lenovo IBM R61i gegen Toshiba L300-P12

von Roland Haberer Uhr veröffentlicht

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500 Euro für ein Notebook: Schnäppchen oder Versager? Netzwelt hat das Lenovo IBM R61i gegen das Toshiba L300-P12 antreten lassen. Selbst in dieser Preisklasse sind Dualcore-Prozessoren am Start. Geschwindigkeitsrekorde dürfen trotzdem nicht erwartet werden.

Netzwelt hat die zwei Einsteigerlaptops Lenovo IBM R61i und Toshiba Satellite L300-P12 im Preisbereich um 500 Euro getestet. Der Test verrät, wo die Tücken der günstigen Notebooks liegen und für welchen Typ Nutzer sich der Kauf lohnt.

Verarbeitung: Verwundbare Deckel und biegsame Tasten

Die Verarbeitung des Lenovo IBM R61i ist für diese Klasse vorbildlich und kann locker mit doppelt so teuren Geräten mithalten. Zwar wurde auf teure Materialien verzichtet, dafür ist das verwendete Plasitk sehr dick. Dies trägt immens zur hohen Steifigkeit bei. Der TFT ist mit zwei massiven Metallscharnieren mit dem Gehäuse verbunden und selbst die Festplatte wurde gegen Stöße auf Gummipuffern gelagert. Eigenschaften, die sonst nur in der Premium-Klasse zu finden sind.

Lenovo IBM R61i

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Robuster Deckel.

Die Konstruktion des Toshiba Satellite L300 hingegen wirkt wesentlich verwundbarer. Im Vergleich zum R61i besteht das Notebook von Toshiba ausschließlich aus dünnem Plastik, welches besonders im Bereich der Displayabdeckung sehr leicht nachgibt. Bei der Tastatur treffen Welten aufeinander. Lenovo hat dem R61i eine Vielschreiber-Tastatur spendiert mit der es sich dank knackigem Druckpunkt und ausreichend Hub gut und lange arbeiten lässt.

Auch hier gefällt das Gegenstück von Toshiba nicht so gut. Das gesamte Tastenfeld gibt ähnlich dem Displaydeckel bereits auf leichten Druck hin stark nach. Die zwei Touchpad-Tasten liefern zwar gute Rückmeldung an die Finger, sind in einem 20 Quadratmeter großen Raum aber so deutlich wahrnehmbar, dass jeder Klick mit einem fragenden Blick quittiert wird.

Ausstattung: Auf das Wesentliche reduziert

Extras wie einen Fingerprint-Sensor oder einen Speicherkartenleser sucht man bei beiden Modellen vergeblich. Hier haben sowohl Lenovo als auch Toshiba den Rotstift angesetzt. Lenovo hat unverständlicherweise auch auf ein Touchpad verzichtet und bietet nur die Eigenlösung in Form des Trackpoints an. Die Bedienung des kleinen Joysticks ist nach einer Eingewöhnungsphase von ein paar Minuten zwar kein Problem mehr. Ein zusätzliches Touchpad wäre aber wünschenswert, zum einen, weil der Platz dafür vorhanden ist, und zum anderen, weil die Cursor-Steuerung über den Trackpoint sicherlich eine Geschmackssache ist.

Linuxjünger wird freuen, dass das Notebook mit dem alternativen Betriebssystem problemlos zusammenarbeitet. Beim netzwelt-Versuch, Ubuntu 8.04.1 von einer Live-CD zu starten, blieben Überraschungen gänzlich aus und alles funktionierte auf Anhieb, selbst die Zusatztasten. Das R61i verfügt über insgesamt fünf Zusatztasten, vier davon finden sich rechts von der Escape-Taste. Drei der Drücker regeln die Lautstärke. Der "Thinkvantageknopf" ruft das gleichnamige Hilfecenter auf.

Toshiba Satellite L300-P12

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Mit verwundbarem Displaydeckel.

Zusatztasten für einen direkten Aufruf des Browsers oder des Mailprogrammes bietet das Testmodell von Toshiba nicht. Dafür kann es, im Gegensatz zum R61i, mit einer integrierten Webcam auftrumpfen. Diese bietet leider nur eine Auflösung von 0,3 Megapixeln. Für den gelegentlichen Videochat reicht sie aber in jedem Fall aus.

Beide Notebooks verfügen über einen an der Frontleiste angebrachten Ein- und Ausschaltknopf für den WLAN-Betrieb. Der Schieber von Lenovo lässt sich aber nur mit erheblicher Kraftanstrengung und mit dem Fingernagel zur Positionsänderung bewegen. Das Toshiba Satellite L300 bietet für die Lautstärkeregelung ein nicht gerastertes Rad.

Bei der Bildschirmgröße und der Auflösung sind beide Kontrahenten technisch ebenbürtig. 15,4 Zoll mit 1.280 x 800 Bildpunkten ist in dieser Klasse der Standard. Vorteil Lenovo: Das R61i setzt im Gegensatz zum Toshiba-Laptop auf ein nicht spiegelndes Display. Leider ist die Leuchtkraft sehr schwach. Eine Helligkeit von 75 Prozent ist nur in hellen Räumen über längere Zeit zu ertragen.

Anschlüsse: Was fehlt?

An beiden Test-Geräten sind folgende Anschlüsse verbaut: drei USB-Ports, ein Ethernet- und ein VGA-Anschluss. Eingespart wurde bei beiden Notebooks der Firewire-Port. Lenovo hat selbst beim optischen Laufwerk den Rotstift angesetzt und nur ein DVD-Kombilaufwerk eingesetzt, das nur CDs brennen kann. Auch wurde nur der ältere PCMCIA-Slot verbaut.

Toshiba verzichtet seinerseits auf Gigabit-LAN und den schnellen N-Standard beim WLAN. Bei einem Blick unter die Haube des Toshiba Satelitte L300 fand netzwelt einen freien RAM-Slot. Eine Erweiterung auf maximal zwei Gigabyte ist somit problemlos möglich, wenn nicht sogar Pflicht.

Geschwindigkeit: Ente gegen Trabi

Windows Vista ist auf beiden Geräten vorinstalliert. Egal ob im Falle Lenovo mit Vista Business oder bei Toshiba mit Vista Home Premium - beide Betriebssysteme sind hungrig nach Ressourcen, ein Knackpunkt beider Geräte. Umso unverständlicher ist es, dass Toshiba selbst bei diesen niedrigen Speicherpreisen lediglich ein Gigabyte Arbeitsspeicher springen lässt. Als Prozessor kommt der betagte Intel T2390 mit 1,86 Gigahertz zum Einsatz. Lenovo meint es zwar gut, aber zu Ende gedacht wurde nicht. Der Prozessor T5750 mit zwei Gigahertz und ein Arbeitsspeicher mit einer Größe von zwei Gigabyte versprechen zwar viel, sind aber dennoch machtlos. Gespart wurde in diesem Fall bei der Festplatte, die das gesamte System ausbremst.

BenchmarksLenovo IBM R61iToshiba Satellite L300
3D Mark 06 (1280 x 800)586277
Cinebench R10 32bit (1 CPU)19661786
Cinebench R10 32 bit (x CPU)37293283
Winrar 3.71 (4,5 GB zippen)1:10:59 h/min.1:25:03 h/min.
HDD Tune Minimum0,8 MB/sek.27,6 MB/sek.
HDD Tune Maximum43,0 MB/sek.62,5 MB/sek.
HDD Tune Durchschnitt24,3 MB/sek.49,3 MB/sek.
HDD Tune Zugriffszeit19,4 ms18,6 ms

Für Office- oder Internet-Anwendungen reicht die Power der beiden Notebooks aus. Aber auch hier lässt sich der Ladebalken schonmal doppelt so lang beobachten wie bei teureren Notebooks. Für aktuelle Spieletitel sind beide nicht geeignet. Der X3100 onboard Grafikchip von Intel ist dafür einfach zu schwach.

Lautstärke
 idleLast
Lenovo IBM R61i33,7 db36,4 db
Toshiba Satellite L30033,2 db37,7 db

Akkulaufzeit: Lang- gegen Kurzstrecke

Die Akkulaufzeit ist oft ein wunder Punkt bei günstigen Laptops. So gesehen sind die 145 Minuten im Officebetrieb vom Toshiba-Laptop kein schlechter Wert. Das ist in etwa die Zugstrecke Köln - Brüssel. Lenovo lässt Sie von Köln gar bis nach Paris reisen, ohne dass der Akku schlapp macht. Erkauft wird dieser Wert des R61i aber mit einem sehr dunklen Display. Im Officebetrieb und einer Helligkeit von 75 Prozent hält der Akku 220 Minuten lang durch.

Akkulaufzeit
 OfficeFilmSpielen
Lenovo IBM R61i220 min.140 min.115 min.
Toshiba Satellite L300145 min.90 min.80 min.

Fazit: Nicht mehr, nicht weniger

Den richtigen Kompromiss aus Preis und Leistung haben beide Hersteller gesucht, aber auf halbem Weg aus den Augen verloren. Toshibas Satellite L300-P12 bietet einfach zu wenig Leistung fürs Geld. Die Trägheit bei verschiedenen Anwendungen gepaart mit der sehr dünnen Außenhaut sind bei einem Straßenpreis von 440 Euro nur bedingt empfehlenswert.

Das Lenovo IBM R61i gewinnt diesen Test, aber auch hier überwiegt die Kritik. Für 550 Euro darf man Ausstattungsdetails wie beispielsweise einen DVD-Brenner oder einen Kartenleser eigentlich erwarten. Vor allem das fehlende Touchpad stößt auf Unverständnis und erinnert an die Anfänge von mobilen PCs. Das Notebook bekommt eine eingeschränkte Kaufempfehlung - wem die vielen fehlenden Standards nicht stören, bekommt ein tadelos verarbeitetes Notebook für alltägliche Arbeiten. Nicht mehr, nicht weniger.

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500 Euro für ein Notebook: Schnäppchen oder Versager? Netzwelt hat das Lenovo IBM R61i gegen das Toshiba L300-P12 antreten lassen. Selbst in dieser Preisklasse sind Dualcore-Prozessoren am Start. Geschwindigkeitsrekorde dürfen trotzdem nicht erwartet werden.

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Notebooks für 500 Euro, das klang vor wenigen Jahren wie Zukunftsmusik. Trotz guter Anlagen zeigen beide Notebooks auch echte Schwächen.
http://www.netzwelt.de/news/78543-500-euro-zwei-guenstige-notebooks-test.html
2008-09-12 18:28:00
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/gallery/2008/2746/19706.jpg
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