Nach IE8 und Chrome wird auch der Firefox 3 vorsichtig
Von Paranoia bis Porno: Browser im Privatsphäre-Modus
Internet-Nutzer sorgen sich mehr um ihre persönlichen Daten. Das haben auch die Browser-Hersteller erkannt, nach Google Chrome und dem Internet Explorer 8 stattet auch Mozilla den Firefox 3.1 mit einer Privatsphäre-Funktion aus. Aber wofür lässt sich das Feature nutzen außer als Porno-Modus?
Inhaltsverzeichnis
- 1Der Browser als Geheimniskrämer
- 2Firefox betreibt PrivateBrowsing
- 3IE8 setzt auf InPrivate
- 4Chrome arbeitet InCognito
- 5Denkfehler: Privates Surfen ist nicht gleich Anonymität
Der Browser als Geheimniskrämer
Der Browser speichert an vielen Stellen Daten ab, die Informationen über Angewohnheiten des Nutzers preisgeben. Besuchte Websites etwa werden im Verlauf gespeichert, auch eine Liste der heruntergeladenen Dateien hält der Browser bereit. In vorauseilendem Gehorsam sichert der Browser zudem Inhalte aus Formularfeldern, etwa die Mail-Adresse. Auch Cookies, also kleine Dateien, die Websites auf dem Rechner platzieren, stellen ein Risiko für die Privatsphäre dar.
Diese lokal gespeicherten Informationen sind für jeden einsehbar, der ebenfalls an diesem Computer arbeitet. Wer also am Familien-PC Geheimnisse hat, im Internet-Café oder am Büro-Rechner surft, kann sich nicht auf seinen Browser als Komplizen verlassen. Der muss erst in einen speziellen Modus geschaltet werden: Dann werden Daten wie Verlauf, Download-Vergangenheit oder Cookies in der aktuellen Surf-Sitzung nicht archiviert.
Diese Funktion wird gerne als Porno-Modus tituliert, da so der Besuch einschlägiger Websites vor Partner oder Familienangehörigen verheimlicht werden kann. Doch das ist zu kurz gedacht, denn gerade an öffentlichen Plätzen ist das lokale Hinterlassen von persönlichen Daten eine echte Sicherheitslücke. Das Mozilla-Wiki trifft den Verwendungszweck ganz gut: "Man kann seine Zukünftige betrügen, ihr aber auch heimlich einen Verlobungsring bestellen."
Firefox betreibt PrivateBrowsing
Mozilla arbeitet aktuell fleißig an der Version 3.1 des Firefox. Noch bis Ende September finden Änderungen ihren Weg in den Programmcode des Browsers, im Oktober wollen die Entwickler eine Beta-Version veröffentlichen. Mit dabei: PrivateBrowsing. Diesem Privatsphäre-Modus hat Mozilla kürzlich erhöhte Priorität zugewiesen - höchstwahrscheinlich, weil Microsoft und Google eine solche Funktion in ihren Browsern integriert haben. Bislang war das nur mit dem Firefox-Addon Stealther möglich.

PrivateBrowsing: Der Firefox legt beim Datenschutz nach.
In den Firefox-Optionen soll es laut Mozilla eine Schaltfläche zum Starten der privaten Session geben. Ob diese in einem neuen Tab, einem neuen Fenster oder in einer komplett frischen Firefox-Instanz aufgerufen wird, steht noch nicht fest. In jedem Fall soll sich für PrivateBrowsing das Design des Browsers anpassen, eine geschwärzte URL-Leiste ist einer der Vorschläge.
>>> Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie Internet Explorer 8 und Chrome die Privatsphäre schützen.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Browser & Mailer hier.
