Neue Funktion "Genius" soll persönliche Vorlieben aufzeichnen

iTunes 8: Apple weckt den kollektiven Musikgenuss

Steve Jobs versteht es Angst zu verbreiten: "Wir werden Ihren Musikgeschmack mit dem von Millionen anderen iTunes-Nutzer kombinieren. Sie senden Ihre Informationen und 'Genius' wird immer schlauer und schlauer". In seiner aktuellen Keynote stellte der Apple-Chef nicht nur das neue iTunes 8 vor. Er machte gleichzeitig in charmantem Understatement klar, dass die Dreh- und Schaltzentrale für alle iPods den Musikgeschmack von Millionen User horten und der Apple-Maschinerie zugänglich machen möchte - vorausgesetzt der Kunde macht mit.

Genius kann aktiviert werden - Auf der rechten Seite des Bildschirms befindet sich der Button.
Auf der rechten Seite des Bildschirms befindet sich der Button.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Was ist Genius?
  2. 2Alles völlig unbedenklich
  3. 3Die Genius-Einbindung in iTunes 8
  4. 4Vorbildhaft für andere Dienste
  5. 5Genius in Aktion

Der Zeitpunkt hätte kaum besser gewählt sein können. Apples Online-Store hat 65 Millionen angemeldete Nutzer, die auf 8,5 Millionen Musiktitel zugreifen können. 125.000 Podcasts stellt die Software zur Verfügung. Bei den bewegten Bildern sieht es auch gut aus, wenngleich die Zahlen hier nicht so imponieren können wie im Musikbereich: 30.000 TV-Episoden diverser Serien und 2.600 Hollywood-Streifen konnte man bei Apple bislang an Bord des Shops hieven.

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Was ist Genius?

Die in iTunes 8 erstmalig integrierte "Genius-Funktion" ist ein janusköpfiges Wesen. Zum einen soll sie die Anwender mit raffinierten Playlist-Zusammenstellungen locken. Zum anderen werden mit dieser Funktion die Hörgewohnheiten von Millionen von Apple-Kunden transparent und damit für den iPod-Konzern auswertbar.

Genius-Präsentation von Steve Jobs
So stellt Jobs sich das vor: Millionen iTunes-Clients füttern Genius.

Alles völlig unbedenklich

Jobs beeilte sich, auf der Keynote in San Francisco zu versichern, dass die Erfassung der Daten vollständig anonymisiert ablaufe. Aber es bleibt der fade Nachgeschmack, dass hier jemand an den wertvollen Rohstoff "Nutzerprofil" will, um das Geschäft zu optimieren. Der Kunde soll mit einer attraktiven Funktion gelockt werden, die ihm im Gegenzug verspricht, ungehörte Schätze in seiner längst unübersichtlich gewordenen Musik-Sammlung zu bergen. Der dienstbare Mephistopheles iTunes sorgt also durch den Abgleich kollektiver Hörgewohnheiten für persönliche Stil-Kombinationen auf der Festplatte.

Weitere Informationen

Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir folgende redaktionelle Übersichten erstellt: Musikdienst und Apple iTunes.

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