Vorab-Verurteilung des Google-Browsers

Kommentar zu Chrome: Panikmache und Verunsicherung

Eine Warnung, die hellhörig macht: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik spricht sich gegen die Nutzung von Google Chrome aus, die Tagesschau berichtet. Wird hier mit zweierlei Maß gemessen? Ein Chrome-Kommentar.

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Willkommen - Nach dem ersten Start zeigt Chrome kurze Videos zu den wichtigsten Funktionen.
Nach dem ersten Start zeigt Chrome kurze Videos zu den wichtigsten Funktionen.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Hosen runter: Was genau an Chrome kritisiert wird
  2. 2Gefahren: Sorge um Beta-Status überwiegt
  3. 3Google Chrome: Günstiges Ticket für den Medienzug
  4. 4Hype-Opfer: Wo bleibt die Warnung vor Microsoft?
  5. 5Verschwörung mit offenen Karten - geht das?
  6. 6Fazit: Misstrauen ja, Verteufelung nein

Nicht einmal eine Woche ist es her, seit Google einen eigenen Browser namens Chrome auf den Markt gebracht hat. Seitdem überschlagen sich die Ereignisse: Die Geschwindigkeit wurde gelobt, die Sicherheit bemängelt - und seit dem ersten Tag steht der Datenschutz unter Dauerfeuer.

Hosen runter: Was genau an Chrome kritisiert wird

Matthias Gärtner, Pressesprecher des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), wird aktuell in der Medienlandschaft deutschlandweit mit zwei Statements hoch und runter zitiert, die er gegenüber der Berliner Zeitung gegeben hat:

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  • "Google Chrome sollte nicht für den allgemeinen Gebrauch eingesetzt werden."
  • "Aus sicherheitstechnischen Gründen ist die Anhäufung von Daten bei einem Anbieter kritisch."
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Klare Aussagen vom BSI. Doch der Zusammenhang der beiden Zitate bleibt schwammig: Denn es ist nicht ersichtlich, ob Gärtner wirklich die Anhäufung von Daten als Grund nennt, weshalb Chrome nicht für den allgemeinen Gebrauch eingesetzt werden solle. Diese Verknüpfung "Warnung wegen Datenmissbrauch" wird bei den meisten Berichten zu Chrome als selbstverständlich vorausgesetzt, obwohl sie es bei weitem nicht ist.

Gefahren: Sorge um Beta-Status überwiegt

Auch netzwelt holte sich wegen Google Chrome Einschätzungen von IT-Experten ein und erhielt ähnliche Antworten. Marit Hansen, stellvertretende Leiterin des unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein, kritisierte die bei der Installation erzeugte Identifikationsnummer, da das Datenziel unklar sei. Auch der Weiterleitung von eingegebenen Begriffen und Internet-Adressen stand Hansen skeptisch gegenüber.

Gegen die Verwendung des Google-Browsers sprach sie sich aber aus einem viel trivialeren Grund aus: Chrome sei eine unfertige Betaversion. Software in einem solchen Status dürfe grundsätzlich nicht auf Produktivsystemen eingesetzt werden, mit denen Nutzer im Alltag arbeiten. Gegenüber Datenschutz und Sicherheit hingegen riet Hansen zwar zur Vorsicht, wertete sie aber nicht als K.O.-Kriterium.

>>> Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum Chrome als Thema so attraktiv ist und warum niemand vor Microsofts neuem Internet Explorer 8 warnt.

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