Ein chromplett chromologischer Chrommentar
Verkehrte Netzwelt: Eine Woche Datenkraken-Krakeel
Wenn der Suchmaschinen-Riese aufmuckt, hält die Welt den Atem an. So geschehen in dieser Woche: Google bringt einen eigenen Browser, genannt Chrome. Als Software-Redakteur gab es für mich eine Woche lang kein anderes Thema. Was war denn eigentlich noch so los? Kommen Sie, ich nehme Sie kurz mit.
Inhaltsverzeichnis
- 1Dienstag, 2. September
- 2Mittwoch, 3. September
- 3Donnerstag, 4. September
- 4Freitag, 5. September
Dienstag, 2. September
Was macht Chrome? Ein zu früh verschickter Comic trat die Lawine los: Google arbeitet an einem eigenen Browser. Alles stürzte sich auf die 38 Seiten Cartoon, in dem zugegebenermaßen sehr interessant die neuen Funktionen von Chrome erklärt wurden. Abends stand Chrome dann endlich offiziell zum Download bereit, der erste Vorabtest war keine Stunde später auf netzwelt. Ein Hype war geboren.
Was war sonst noch? Hurrikan "Gustav" wirbelte haarscharf an New Orleans vorbei und verhinderte so eine zweite Naturkatastrophe in der US-Stadt. Die Dämme hielten stand, die meiste Kraft verlor Gustav vor der Küste. Was die zwei Millionen Evakuierten wohl gedacht haben mögen?
Mittwoch, 3. September
Was macht Chrome? Die ersten negativen Schlagzeilen. IT-Experten weltweit hatten einige Stunden Zeit, den Browser zu analysieren, zu inspizieren, zu sezieren. Und dabei kamen die ersten Sicherheitslücken zum Vorschein. Nach den marktschreierischen Ankündigungen eines neuen Browser-Krieges blieb so manchem der Schlachtruf im Halse stecken - Chrome als eine einzige Lobgoogelei? Netzwelt war dabei und erklärte die Schwachstellen.
Was war sonst noch? Ach ja, Rekordtorhüter-Titan Kahn gab sein Abschiedsspiel. Bayern kickte dabei gegen Deutschland, die Vormachtstellung blieb unentschieden und Kahn nach Abpfiff allein in der Kabine zurück. Ein denkwürdiger Moment für den deutschen Fußball.
Donnerstag, 4. September
Was macht Chrome? Nichts als Ärger. Millionen Interessierte haben den Google-Browser zu diesem Zeitpunkt bereits heruntergeladen, der Marktanteil liegt bereits bei 1,5 Prozent weltweit. Aber kaum jemand scheint die Nutzungsbedingungen und Datenschutzbestimmungen genauer gelesen zu haben. Netzwelt fragte Anwälte und Datenschützer, was die User von Googels Klauseln zu halten haben.
Was war sonst noch? Die Bundesregierung fand sich zum Datenschutzgipfel ein. Das Ergebnis: Man wolle Gesetze verändern, um die Daten der Bürger besser zu schützen. Da könnte sich Chrome eine Scheibe von abschneiden. Schön, dass in der Sicherheitspolitik wieder einmal jemand nachzudenken scheint.
Chrome: Netzwelt testet den Google-Browser
Nach dem ersten Start zeigt Chrome kurze Videos zu den wichtigsten Funktionen.
Nach einiger Zeit erkennt Chrome die persönlichen Vorlieben. Zuletzt angelegte Lesezeichen tauchen am rechten Rand auf.
URL-Leiste und Suchfenster sind bei Chrome zur Omnibox zusammengewachsen. Diese bekommt jeder einzelne Tab spendiert.
Interessant ist, das der Verlauf bei Chrome durch Datum und Uhrzeit strukturiert ist. Das Auffinden von besuchten Seiten wird so einfacher.
Chrome bringt einen Browser-eigenen Task-Manager mit. Da jeder Tab in einem eigenen Prozess läuft, ist es wichtig zu sehen, wo viele Resourcen verbraucht werden.
Chrome beschränkt sich auf zwei Menüpunkte. Hier lassen sich alle notwendigen Änderungen und Anpassungen vornehmen - egal ob Komfort, Sicherheit oder Downloads.
In den Einstellungen lässt sich der Inkognito-Modus aktivieren, der ein neues Chrome-Fenster öffnet. Dort werden persönliche Daten nicht mehr gespeichert, bis das Fenster wieder geschlossen wird.
Noch befindet sich Google Chrome im Beta-Status, weitere Features und Optimierungen sollen in Kürze folgen.
Freitag, 5. September
Was macht Chrome? Der Browser hatte sich in dieser Woche bereits Patzer bei Sicherheit und Datenschutz geleistet. Was blieb also noch zu beobachten? Klarer Fall, die Geschwindigkeit. Denn gefühlsmäßig war Chrome wirklich zügig unterwegs, ein umfangreicher Vergleich sollte diesen Eindruck mit Zahlen belegen. Das Ergebnis der netzwelt-Benchmarks war eindeutig: In Sachen JavaScript macht dem Browser-Herausforderer niemand etwas vor.
Was war sonst noch? Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisiert die große Koalition, spricht sich klar für die FDP aus und fordert neue politische Verhältnisse. Das sollte zu denken geben. Die Frage, ob Google mit Chrome auch auf dem Browsermarkt für einen Machtwechsel sorgen kann, muss ich wohl auf die kommende Woche verschieben. Bin mal gespannt, was ich dann so wegen Google Chrome verpasse.

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