Hintergrund: Warum Googles Chrome so strahlt

Pate Firefox: Tipps für die Adresszeile und Prism-Modus

Auch die Idee, dem Nutzer eine Möglichkeit zu geben, im Netz zu surfen, ohne Spuren auf dem eigenen Rechner zu hinterlassen, ist nicht neu. Vor einigen Tagen spendierte Microsoft seinem Internet Explorer 8 etwas, das gerne als Porno-Modus bezeichnet wird. Microsoft nennt den Modus dezent "InPrivate", bei Chrome heißt das Gegenstück "Privacy Mode". Gemeint ist aber das Gleiche. "Sie können ein Inkognito-Fenster im Browser öffnen", heißt es verschwörerisch im Chrome-Comic auf Seite 22. "Nichts, was in diesem Fenster auftaucht, wird auf Ihrem Computer mitgeloggt." Aber auch hier sei vermerkt: Andere waren schneller.

Ausgerechnet ein Spion-Logo wacht über die Privatsphäre bei Chrome
Ausgerechnet ein Spion-Icon wacht über die Privatsphäre bei Chrome.

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Chrome will die erneute Eingabe von Internetadressen vereinfachen. Die Funktion nennt sich "Omnibox". Sie bietet beim Tippen Vorschläge für Webseiten an, die zuvor besucht wurden. Auch die Chronik des Browsers wird dabei nach Wörtern durchsucht. Das kommt Ihnen irgendwie bekannt vor? Genau: Mozilla Firefox unterstützt diesen "Souffleuse-Modus" seit Version 3.

Aber Gutes kann ja noch besser werden. Chrome verspricht sich von seiner Umsetzung der Adresszeile einen Schub mehr sinnvollen Output. Um das zu ermöglichen, protokolliert der Browser Sucheingaben und speichert das Suchfeld lokal. Ein Tippen des Anfangsbuchstabens der Webseite ergänzt um die "Tab-Taste" bringt den Suchmodus direkt in die Adresszeile, ohne dass die eigentliche Domain zuvor aufgerufen werden muss. Zudem wird die Domain-Angabe deutlich hervorgehoben und alle anderen Bestandteile der Adresse durch einen hellen Grauton "abgedimmt". Dadurch erkennt das Auge sofort, auf welcher Seite sich der Surfer befindet.

Der pfiffige Such-Modus von Chrome in der Adresszeile
Der clevere Such-Modus von Chrome in der Adresszeile

In Chrome wird eine Darstellungsform zur Verfügung stehen, den die Google-Entwickler "Streamless Window" genannt haben. Er soll es Web-Applikationen ermöglichen, sich so wie lokal installierte Programme auf der Festplatte zu präsentieren. Adresszeile und Toolbar von Chrome werden ausgeblendet, übrig bleibt das nackte Programmfenster. Auch diese Camouflage kann nicht wirklich als aufregend neu bezeichnet werden. Lustigerweise wird sie ausgerechnet in GOS bis zum Abwinken eingesetzt, also in einer Desktop-Umgebung, die sich der Frage verschrieben hat: Wie würde ein Betriebssystem aussehen, das Google auf den Markt bringen würde? Pate stand auch hier Mozilla Firefox. Der Browser stellt eine Technik zur Verfügung, die sich "Prism" nennt: Normale Web Applications werden mit dieser Technik ohne das übliche Browser-Design gestartet.

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