Viele Köche verderben den Brei? Von wegen!
Hintergrund: Warum Googles Chrome so strahlt
Software
Kaum hat Google seinen neuen Browser veröffentlicht, schon bläst der digitale Blätterwald gehörig ins Horn: "Angriff auf Firefox und IE" tönt Chip Online, "Kampf dem Internet-Explorer" heißt es knapp bei der Süddeutschen. Martialisch direkt titelt Deutschlands meistgelesene Boulevardzeitung "Jetzt beginnt der Browser-Krieg". Aber stimmt das wirklich?
Inhalt
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- Pate Microsoft: Isolierte Tabs für Undercover-Einsätze
- Pate Firefox: Tipps für die Adresszeile und Prism-Modus
- Pate Safari: Ein schlanker, schneller Motor
- Pate Opera: Tab-Browsing und Übersichtsseiten
- Googles Leistung: Virtuelles Javascript und Sandboxes
Chrome ist kein "Deus ex machina", sondern das Kind vieler guter Ideen, die bereits in traditionellen Browserkonzepten realisiert wurden. Darüber hinaus streckt Googles neuester Spross allen Altvorderen im künftigen Kampf um Marktanteile die Hand hin. Dies zeigt Googles Ankündigung, dass Chrome vollständig quelloffen und damit für jedes andere Projekt nutzbar sein soll. Sogar eine Weiterentwicklung von Chrome zu einem völlig neuen Browser ist möglich. Im Launch-Comic heißt es dazu: "Wir möchten, dass andere unsere Ideen aufnehmen, genau so, wie wir von anderen gute Ideen adaptiert haben."
Wo aber liegen die Wurzeln von Chrome? Wer hat die Ideen, die hinter dem Projekt stehen, aufgeworfen? Schauen wir genauer hin, welcher Pate dem Browserbaby welche gute Gabe in die Wiege gelegt hat.
Pate Microsoft: Isolierte Tabs für Undercover-Einsätze
In dem Chrome-Comic "Behind the Open Source Browser Project", das Google in diesen Tagen so öffentlichkeitswirksam durchsickern ließ, beschreibt Darin Fisher, Software-Entwickler bei Google, das Problem der Stabilität: "Wenn Sie eine wichtige E-Mail schreiben oder ein Dokument editieren, ist ein Browser-Crash eine schlimme Sache." Und weiter: "Was wäre, wenn wir multiple Prozesse hätten? Jeder Prozess hätte seinen eigenen Speicher und seine eigene Kopie der globalen Datenstruktur."
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Darin Fisher erklärt das traditionelle Browser-Prinzip im Chrome-Comic.
(Klick vergrößert.)
Das müssen sich die Entwickler bei Microsoft vor einiger Zeit auch gedacht haben, als sie in die Planphase zum neuen Internet Explorer gegangen sind. Ihr Mittel dagegen steht seit Februar fest und nennt sich "Automatic Crash Recovery" (ACR). Jeder Tab wird isoliert vom nächsten Tab als eigener Prozess gestartet. Wenn ein Browser-Tab beispielsweise wegen eines Flash-Films blockiert, wird Dank ACR nicht gleich der gesamte Browser in den Abgrund gezogen.
Chromes "Prozess Manager" kommt der Idee von ACR ziemlich nahe. Die Google-Entwickler hatten einige Monaten Zeit, diesen Ansatz in die Entwicklung ihrer Surfvision einfließen zu lassen, denn im April 2008 hatte Microsoft ein PDF zu ACR im Netz veröffentlicht. Die Verknüpfung dazu finden Sie in den Links zum Artikel am Ende der Seite. Nicht nur beim Prozess-Management hat Chrome kräftig bei den anderen Browsern abgeguckt.
Links zum Artikel
- Google Chrome
- Google Chrome Download
- IE: Automatic crash recovery
- Internet Explorer 8 Beta 1 Whitepapers
Jetzt sind Sie dran.
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