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IFA 2008: Neues aus der Welt der Beamer
Von Mini-Beamern, 3D-Projektionen und Full-HD-Riesen

von Jan Johannsen Uhr veröffentlicht

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Kleiner und größer - das sind die Schlagworte bei den Neuheiten der Projektionstechnik. Während auf der einen Seite Beamer immer kleiner werden, steigt auf der anderen Seite die Auflösung und hat mit 1.920 x 1.080 Pixeln inzwischen Full-HD erreicht.

Es muss nicht unbedingt ein neuer Flachbildfernseher sein: Die neueste Beamer-Generation projiziert auch Bilder in Full-HD-Auflösung an Wände. Neben diesen High-End-Geräten stellen auf der IFA in Berlin derzeit verschiedene Hersteller auch kleine Projektoren aus, die teilweise sogar in die Hosentasche passen. Die Neuheiten aus den DLP-Laboren von Texas Instruments stecken in Beamern vieler Hersteller.

Das US-Unternehmen Texas Instruments hat die DLP-Technik entwickelt und an fast jeden Hersteller von Projektoren lizenziert. DLP steht für Digital Light Processing. Dies ist die Markenbezeichnung für ein Mikrospiegelarray (Digital Micromirror Device, DMD). Bei diesem Baustein der Projektoren-Technik handelt es sich um einzeln bewegliche Mikro-Spiegel, die mit Hilfe einer starken Lichtquelle ein Bild projizieren können.

Schematischer Aufbau eines DLP-Beamers mit drei Chips in den Grundfarben. (Quelle: DLP, Klick vergrößert.)

Pro Bildpunkt sitzt ein winziger Spiegel auf einem DMD-Chip. Bei einer Full-HD-Auflösung von 1.920 x 1.080 sind es über zwei Millionen reflektierende Elemente. Damit aus dem weißen Licht der Lampe bunte Bilder werden, sind weitere Hilfsmittel nötig. Bei der Ein-Chip-Technologie rotiert vor dem DMD-Chip ein Farbrad mit Filtern in den drei Grundfarben Rot, Grün und Blau. Bei der 3-Chip-Technologie sorgt jeweils ein DMD-Chip für die Darstellung einer der drei Grundfarben.

LED statt Glühlampen, klein statt groß und drei statt zwei Dimensionen

Zu den Neuentwicklungen von DLP, beziehungsweise Texas Instruments, gehört der weltweit erste lampenfreie DLP-Heimkinoprojektor. Sein Bild in Full-HD-Auflösung mit 1.080 Zeilen bringt er dank einer LED-Lichtquelle auch ohne eine Glühbirne an die Wand. Leuchtdioden als Lichtquelle bieten mehrere Vorteile: Sie verbrauchen wenig Strom und schonen so Geldbeutel und Umwelt. Außerdem sind sie unempfindlicher gegen Stöße, benötigen keine Abkühlungsphase und besitzen eine bis zu zehnmal längere Lebensdauer. Die regelmäßigen teuren Neuanschaffungen bleiben somit aus.

Als "Meilenstein in Sachen Mobilität und Flexibilität" betrachtet Texas Instruments die Mini-Projektoren, "in denen der neu entwickelte DLP-Pico-Miniatur-Chipsatz zum Einsatz kommt." Diese Technik erlaubt die Herstellung kleiner Beamer, die bequem transportiert und an Mobilgeräte, wie Notebooks, angeschlossen werden können. Die besitzen ebenfalls eine LED-Lichtquelle und keine Glühlampe mehr.

Mit dieser Montage versucht Texas Instruments seinen 3D-Projektor greifbar zu machen. Eine spezielle 3D-Brille scheint nötig zu sein. (Quelle: TI, Klick vergrößert.)

Gleichzeitig stellt Texas Instruments den nach eigenen Angaben ersten 3D-Frontprojektor vor. Die extreme Schaltgeschwindigkeit des DLP-Chips ermöglicht die Projektion eines dreidimensionalen Bildes. Neben der Unterhaltung sieht das Unternehmen auch professionelle Anwendungsmöglichkeiten für die neue Technik, zum Beispiel in der Medizin.

Schöne neue kleine Projektorenwelt

Toshiba zeigte auf der IFA nur Prototypen, davon aber gleich vier verschiedene. Das Spektrum reicht dabei von Kleinstbeamer, der an Handys angeschlossen wird, über einen Projektor mit der Größe eines Butterstücks bis hin zu einem flachem Gerät mit der Fläche eines A4-Blatts. In allen arbeitet LED-Technik von DLP, beziehungsweise Texas Instruments.

IFA 2008: Mini-Beamer von Toshiba

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Bei einer Auflösung von 480 x 320 Pixeln schaffte dieser Prototyp auf er IFA einen Lichtstrom von sieben Lumen. Dies reichte immerhin für eine Diagonale von etwa 80 Zentimetern bei der Projektionsfläche. Für das Verkaufsmodell will Toshiba den Wert noch auf zehn Lumen erhöhen. Bei Abmessungen von 4,5 x 1,7 x 10 Zentimetern stecken in dem Gerät drei Leuchtdioden in grün, rot und blau. Sein Akku soll für etwa 1,5 Stunden Projektion reichen.

Genaue Produktbezeichnungen oder Preise konnte Toshiba noch nicht nennen. Der Verkaufsstart in Japan ist spätestens für das zweite Quartal 2009 geplant, in Europa wird sie kurz danach erfolgen.

Schon erhältlich ist der Mini-Projektor PocketCinema V10 von Aiptek. Bisher ist er in Kleinauflage nur exklusiv beim Technikversand Conrad für 299 Euro zu haben. Ob der Preis dieses Angebots dauerhaft ist, wird sich in den nächsten Monaten zeigen, wenn Aiptek den Kreis ver Verkaufsstellen erweitert.

3M will Aiptek möglichst schnell Konkurrenz machen und bringt seinen Mini-Beamer MPro110 demnächst auf den deutschen Markt. Bereits ab Anfang Oktober soll der Projektor für einen Preis zwischen 349 und 398 Euro erhältlich sein. Etwas später kommt Optoma mit seinem "Pico Pocket Projector". Dieser soll im November in den Handel kommen, 299 Euro kosten und arbeitet wie die Geräte von Toshiba mit der DLP-Technik von Texas Instruments, von denen auch der Prototyp stammt.

Nicht direkt auf der IFA, sondern in einem Hotelzimmer präsentierte Sypro Optics, ein Joint-Venture von Jabil und der Carl Zeiss AG, seinen Nano Projector. Der Hersteller wird das Gerät aber nur produzieren. Den Vertrieb sollen anderen Firmen übernehmen. Namen, Preise oder ein Datum wurden noch nicht genannt.

Beim Versandhändler Pearl kann man den portablen LED-Beamer von Divistar schon für 169,90 Euro vorbestellen. Die Geräte sind allerdings noch auf dem Weg vom Hersteller, aber Pearl hofft "in absehbarer Zeit" mit der Auslieferung beginnen zu können.

Der taiwanische Hersteller Honlai hat in seiner QingBar-Reihe gleich drei verschiedene Mini-Beamer im Angebot. Während der MP102 äußerlich noch an einen klassischen Projektor erinnert, sieht der MP100 aus wie eine aufgeklappte Polaroid-Kamera. Der MP101 verfügt über eine Docking-Station für iPhone und iPod. Ob, wann und unter welchen Namen die Geräte ihren Weg nach Europa finden, ist noch nicht bekannt.

IFA 2008: Mini-Beamer

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152 Gramm ist der 11,5 x 5 x 2,2 Zentimeter großer Beamer schwer. Dank LED-Lichttechnik bringt er seine Bilder bis auf eine Diagonale von bis zu 50 Zoll (127 Zentimeter). Der Akku soll bis zu einer Stunde reichen und bereits nach wenigen Sekunden soll der Projektor betriebsbereit sein. Die Markteinführung ist für Anfang Oktober 2008 geplant und der empfohlene Verkaufspreis soll zwischen 349 und 398 Euro liegen.

Noch nicht wirklich offiziell vorgestellt, aber schon an die Öffentlichkeit gelangt ist ein möglicher Mini-Beamer in der Größe einer Kaffeetasse von Dell. Von der Form her erinnert er eher an die klassischen Projektoren, denn an die neu vorgestellten Kleinstgeräte. Mit etwa 500 Gramm ist er auch deutlich schwerer als die Modelle im Handyformat. Er arbeitet mit einer LED-Lichtquelle und kommt ohne Quecksilber aus. Seine Auflösung liegt bei 800 x 600 oder 1.024 x 768 Pixeln. Einen Preis oder ein Veröffentlichungsdatum enthielt die für interne Zwecke gedachte Powerpoint-Präsentation nicht.

Ganz groß und scharf: Beamer mit Full-HD-Auflösung

Der Hersteller Delta behauptet auf der IFA den ersten DLP-Beamer mit einer LED-Lampe und einer Full-HD-Auflösung zu zeigen. Einen Namen besitzt der Projektor aber noch genauso wenig wie einen Preis oder ein Verfügbarkeitsdatum. Weiter sind da die Konkurrenten, die noch mit herkömmlichen Glühlampen arbeiten.

IFA 2008: Große Projektoren mit Full-HD

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1.920 x 1.080 Pixel Auflösung, Kontrastverhältnis 10.000:1, Bildhelligkeit 1.200 Lumen, zwei HDMI-Anschlüsse und ein Stand-by-Stromverbrauch von 0,5 Watt laut Hersteller. Der Z700 ist ab Anfang Oktober für empfohlene 1.499 Euro im Handel erhältlich. Der Beamer arbeitet aber noch nicht mit LED-Technik, sondern mit herkömmlichen Glühlampen.

Sanyo bringt den PLV-Z700 als Full-HD-Projektor für das Einstiegssegment auf den Markt. Panasonic hat bei seinem PT-AE3000 das Kontrastverhältnis auf 60.000:1 erhöht (der Vorgänger AE2000 hatte nur 16.000:1), Epson bietet bei seinem EH-TW5000 sogar einen Kontrast von 75.000:1, Mitsubishi erneuert seine Modellreihe an Full-HD-Projektoren. Das günstigste der drei Modelle, der HC500, ist für 1.499 Euro zu haben. Für den HC6500 muss man 2.490 Euro auf den Tisch legen und für das Flaggschiff, den HC7000 sogar 3.490 Euro.

Auch wenn die letztgenannten Modelle keine Leichtgewichte sind, so geht der Trend doch eindeutig in Richtung kleinere Geräte. Neben den Modellen in Handygröße sind auf diversen Technikmessen schon Handys, MP3-Player und Notebooks mit integrierten Projektoren aufgetaucht. Nur in Sachen Auflösung haben bislang die großen Geräte die Nase - noch.

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Kleiner und größer - das sind die Schlagworte bei den Neuheiten der Projektionstechnik. Während auf der einen Seite Beamer immer kleiner werden, steigt auf der anderen Seite die Auflösung und hat mit 1.920 x 1.080 Pixeln inzwischen Full-HD erreicht.

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IFA 2008: Neues aus der Welt der Beamer
Kleiner und größer - das sind die Schlagworte bei den Neuheiten der Projektionstechnik. Beamer werden immer kleiner und passen in Handys. Gleichzeitig hat die Auflösung Full-HD erreicht.
http://www.netzwelt.de/news/78453-ifa-2008-neues-welt-beamer.html
2008-09-02 17:35:00
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/dlp-klein-1220359573.jpg
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