Interview: Was steckt hinter Googles Android?

Interview: Was steckt hinter Googles Android?

netzwelt: Sie hatten vor einigen Wochen in der Android-Developers-GoogleGroup eine Petition veröffentlicht. Worum ging es genau?

Gramlich: Es ging darum, dass Google äußerst spärlich mit Informationen und neuen SDKs war. Das war eine frustrierende Erfahrung, auch deswegen, weil die letzten fünf Monate nur die Gewinner aus dem "Android Developer Challenge" Zugang zu aktuellen SDKs hatten. Vorgestern wurde dann ein neues SDK veröffentlicht.

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Android-Emulator mit Gramlichs Programmen
Android-Emulator mit Gramlichs Programmen

netzwelt: Und wie ist der erste Eindruck vom neuen SDK?

Gramlich: Das neue SDK sieht rein oberflächlich sehr interessant aus. Auch in Sachen Optik und Funktionalität ist es ein großer Schritt nach vorne. Wie sich die Änderungen am Unterbau, also für uns Entwickler, auswirken werden, kann sich erst in den nächsten Tagen zeigen. Diese aktuellste Version von Android (0.9 r1) wird sich nicht mehr stark von der finalen Android-Version unterscheiden.

netzwelt: Bislang zeichnet sich Handy-Software dadurch aus, dass sie in aller Regel gekauft werden muss. Wird sich das mit Android ändern?

Gramlich: Auch bei Android wird es sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige Software geben, von der ich aber im Durchschnitt erwarte, dass sie etwas günstiger sein werden als bei zahlungsfreudiger Apple-Kundschaft.

netzwelt: Welche Preisspanne haben Sie da im Kopf?

Gramlich: Meine beiden kleinen Spiele werden voraussichtlich für einen Euro, beziehungsweise einen US-Dollar, zu haben sein. Dies ist aber auch abhängig von dem noch unbekannten Geschäftsmodell, das der "AppStore" bieten wird. Einige Entwickler konnten sich bereits mit diesem Preiskonzept anfreunden. Öffentlich wird über Preise aber eher wenig spekuliert.
Ich kann die Spiele so günstig anbieten, weil die Entwicklung von Programmen auf der Android-Plattform rasend schnell geht und sich diese darüber hinaus noch sehr einfach an verschiedene Bildschirm-Auflösungen anpassen lassen. Es ist zu erwarten, dass die Anzahl von Smartphones, die die Android-Plattform nutzen, schon in naher Zukunft die Verkaufszahlen der iPhones weit übersteigen wird. Nimmt man alles zusammen, lassen sich Android-Applikationen schnell und einfach für einen großen Markt entwickeln und können damit bei gleichem Umsatz günstiger sein.

netzwelt: Wird es eine Art Apple-Store geben, in dem die Software gekauft werden muss?

Gramlich: Ja, T-Mobile hat, mehr oder weniger freiwillig, eine Art "AppStore" angekündigt, dar möglicherweise "Market" heißen wird. Details hierzu sind noch nicht bekannt.

Screenshot von Android Market, der in der Android-Community kursiert
Screenshot von Android Market, der im Netz kursiert.

netzwelt: Wie ist Ihre Einschätzung in puncto Sicherheit? Werden Hintertürchen wie beim iPhone auch bei Android möglich sein?

Gramlich: Es wird immer Wege und Möglichkeiten geben, Schadcode auf die Handys zu bringen. Gerüchten zufolge setzt Google hier aber auf ein YouTube-artiges Voting-Prinzip. Benutzer können Applikationen angeblich bewerten. So werden "böse" Programme recht schnell verschwinden.

netzwelt: Und Google selbst? Nicht umsonst wird der Suchmaschinengigant gerne auch als Datenkrake bezeichnet...

Gramlich: Hier lautet der Satz: "Android will be open source", das Credo der Open Handset Alliance. Damit würde Datenspionage früher oder später mit Sicherheit auffallen. Negative Schlagzeilen in diese Richtung könnten für Android in den ersten Wochen und Monaten ein Totschlag-Argument sein. Ich denke nicht, dass Google dieses Risiko eingehen wird.

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Oh man - schon wieder ein Programm von Google! Irgendwie wird mir die "Datenkrake Google" immer mächtiger und hat einen unersätttlichen Hunger auf alle Daten dieser Welt! :scan:...

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