Lost in the city? Oder ist hier eher der Weg das Ziel?

Handy: Den Stadtplan an der Windschutzscheibe



25.08.2008 19:00 Uhr

Das Navigieren in fremder Umgebung hat bekanntlich so seine Tücken. Bereits in der Antike hätte Odysseus schneller heim finden können, wenn ihm ein Navigationssystem den richtigen Weg gewiesen hätte. Allerdings sind die elektronischen Lotsen auch nur so gut wie das Kartenmaterial, das ihnen zur Verfügung steht. Deswegen sollte jeder Nutzer darauf achten, dass dieses stets auf dem neuesten Stand ist.

Vier Navis
Die vier Testkandidaten in der Übersicht.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Intuitive Menüführung, Stauwarnung und gute Unterhaltung
  2. 2Falk M8 Europe Plus: Der kleine Entertainer
  3. 3Medion GoPal E4435: Souveräne Streckenführung mit Sprachsteuerung
  4. 4Navigon 2150 max: Brillante Streckenführung mit Hindernissen
  5. 5TomTom XL Traffic: Nützlicher Notfallhelfer
  6. 6Fazit und technische Daten

Aber selbst dann erweisen sich Einbahnstraßen oder Baustellen als nicht zu unterschätzende Hindernisse, wie sich im netzwelt-Test herausgestellt hat. Folgende Geräte treten gegeneinander an: die 4,3 Zoll großen Navis Medion GoPal E4435, Navigon 2150 max und TomTom XL Traffic und deren kleinerer Bruder, das Falk M8 Europe Plus in der Marco Polo Edition mit einem Formfaktor von 3,5 Zoll.

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Intuitive Menüführung, Stauwarnung und gute Unterhaltung

Alle Navigationsgeräten können vom Benutzer intuitiv über den Touchscreen bedient werden. Die Menüpunkte sind übersichtlich angeordnet und erklären sich von selbst. Lediglich das Ziel muss noch eingegeben werden, wobei mehrere Möglichkeiten zur Auswahl stehen: die genaue Adresse, Sehenswürdigkeiten in einer bestimmten Stadt, Restaurants oder Hotels sowie Bahnhöfe, Tankstellen und vieles mehr.

Falls sich auf dem Weg dorthin Staus oder andere Behinderungen auftreten, sind alle Navis aus unserem Test mit der so genannten Traffic Message Channel (TMC) ausgestattet. So können die neuesten Stauinformationen von Radiosendern empfangen werden, die den TMC-Service ausstrahlen. Der Lotse übernimmt diese Informationen und plant die Strecke entsprechend neu, sodass Sie Behinderungen zeitsparend umfahren können.

Geht trotz TCM-Warnung nichts mehr vor oder zurück, können Sie auf den Navis von Falk, Medion und Navigon zuvor eingespeicherte Bilder ansehen oder ein Spielchen wagen. Ihre Lieblingsmusik können Sie aber nur mit den Geräten von Falk und Medion wiedergeben, wobei hier nur das verbreitete MP3-Format akzeptiert wird.

Alle Lotsen können Hinweise bei Geschwindigkeitsübertretungen oder Warnungen vor Blitzern geben, die am Straßenrand lauern. Die Energie für die Navis kommt entweder aus dem integrierten Akku, der mittels USB-Datenkabel geladen wird, oder über das Ladekabel und dem Zwölf-Volt-Zigarettenanzünder.

Falk M8 Europe Plus: Der kleine Entertainer

Das Falk M8 Europe Plus ist mit 9,4 x 1,6 x 7,9 Zentimetern das kleinste und mit 125 Gramm das leichteste Navi im Test. Die Befestigung des Falk-Navis ist über alle Zweifel erhaben. Der Saugnapf hält die Gerätehalterung sicher an der Windschutzscheibe und ein Magnet das Navi zuverlässig in der Halterung.

Auf dem zwei Gigabyte großen internen Speicher sind ausführliche Reiseinformationen zu vielen Städten und Points of Interests (POIs) abgelegt. Die zusätzlichen Informationen werden von Marco Polo zur Verfügung gestellt. Ist der Speicherplatz dann doch einmal zu klein, kann dieser mit einer MiniSD-Karte bis maximal zwei Gigabyte erweitert werden.

Falk Navi
Das Falk M8 Europe Plus. Bildschirm mit der Anzeige des Hauptmenüs.

Für das Hochladen zusätzlicher Daten oder Kartenupdates steht ein Mini-USB-Anschluss zur Verfügung, das über ein Datenkabel mit dem Rechner verbunden werden kann. Dafür hat der Hersteller ein entsprechendes Datenkabel beigelegt. Darüber hinaus ist das Navi von Falk das einzige Test-Gerät mit einem umfangreichen Unterhaltungspaket: Ein MP3- und Video-Player und verschiedene Spiele stehen zur Verfügung. Daneben sind noch ein Adressbuch und ein Übersetzer vorhanden, der sieben verschiedene europäische Sprachen spricht.

Die Streckenführung für Auto-, Motorrad- und Fahrradfahrer sowie Fußgänger übernimmt die Navigationssoftware Falk Navigator in der Version 7. Die Karten von Europa werden wahlweise in 2D oder 3D auf dem Display angezeigt. Daneben blendet der Fahrspurassistent die Abbiegespur auf Autobahnen und Bundesstraßen ein. Ist die sprachgesteuerte Streckenführung deaktiviert, können auf dem Display oberhalb der Karte Richtungsangaben und Straßennamen dargestellt werden.

Das Gerät stellt sich ziemlich schnell auf die veränderten Gegebenheiten ein, wenn der Autofahrer einmal von der vorgegeben Route abweicht. Jedoch sind die Richtungskorrekturen manchmal mit Vorsicht zu genießen, da das Gerät auf der Teststrecke einige Male zum Einbiegen in Einbahnstraßen auffordert oder zum Wenden, wo es nicht gestattet ist. Auch Baustellen, die schon länger bekannt sind, werden nicht immer in die Streckenplanung miteinbezogen. Mit diesem Verhalten positioniert sich das Falk-Navi im unteren Mittelfeld der Testkandidaten.

Störend wirkt sich auch das relativ kleine Display aus, das die Fülle der eingeblendeten Informationen nicht übersichtlich genug darstellen kann. Auch das Umstellen von 3D- auf den 2D-Modus bringt hier keine größere Klarheit. Der billigste im Netz verfügbare Verkaufspreis für das Navigationsgerät von Falk beträgt 195 Euro.

Medion GoPal E4435: Souveräne Streckenführung mit Sprachsteuerung

Das Medion GoPal E4435 ist 12 x 1,9 x 7,9 Zentimeter groß und wiegt 172 Gramm. Befestigt wird es - wie die Lotsenkollegen auch - mittels Saugnapf und Halterung an der Windschutzscheibe. Während sich der Saugnapf richtig fest an der Scheibe haftet, verfügt das Navi hingegen über etwas Spiel, was zu Punktabzug bei der Halt(er)ung führt.

Das Navigationssystem basiert auf einer Version von Windows CE 5.0. Die 2D- oder 3D- Streckenführung geschieht mittels der Software "GoPal AE" in der Versionsnummer 4.5. Sie ist auf einem ein Gigabyte großen internen Speicher abgelegt, der zusätzlich noch mit SD- oder MMC-Karten erweitert werden kann. Die sehr gute Routenplanung und -führung im Auto-, Fahrrad-, Motorrad- und Fußgängermodus zeigt im Test keinerlei Schwächen.

Medion GoPal E4435
Medion GoPal E4435. Das Display ist auch mit einem Stift zu bedienen.

Lediglich das Lotsen im Zielgebiet gibt Rätsel auf: Während die anderen Testkandidaten schon im Ziel waren, wollte das Gerät von Medion noch 150 Meter weiter um die Ecke fahren, obwohl es dorthin keinen Weg gab. Dafür ist das Gerät äußerst schnell, wenn es eine alternative Route berechnen soll. Sehr gut funktioniert auch die Sprachsteuerung, die mit einem längeren Druck auf den Touchscreen aktiviert wird. Wenn Sie im Sprachmodus sind, können Sie Adresse und Wegstrecke über das integrierte Mikrofon eingeben - kein Finger oder Stift ist dann mehr notwendig.

Das Medion-Navi hat einen "Travel Guide" an Bord. Dieser stellt eine Auswahl von POI oder Informationen zu Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung. Sofern ein Mobiltelefon über Bluetooth verbunden ist, kann der Fahrer gleich im entsprechenden Hotel anrufen und ein Zimmer reservieren lassen. Die Nummer dazu stellt das Navi zur Verfügung. Der Preis für so viel Navigations-Service beträgt angemessene 199 Euro.

Navigon 2150 max: Brillante Streckenführung mit Hindernissen

Das dritte Testgerät wiegt bei einer Größe von 12,2 x 1,9 x 7,7 Zentimetern gerade einmal 178 Gramm. Die Befestigung geschieht mittels Saugnapf und Halterung. Wobei bei letzterer das Einschnappen des Navigationsgerätes sehr schwergängig ist. Dafür hält das Gerät aber anschließend zuverlässig bei Fahrten über Stock und Stein.

Das Touchscreen-Display im Format 16:9 zeigt am besten von allen Testgeräten Streckeninformationen mittels des so genannten Reality View Pro an. Hotels, Cafés, Tankstellen oder ähnliches werden mit Namen und entsprechendem Icon auf dem Bildschirm zweidimensional oder in 3D wiedergegeben. Neben der präzisen Sprachausgabe trägt der Fahrspurassistent Pro zur leichteren Orientierung bei. Die Streckenführung ist somit für den Fahrer sehr angenehm.

Navigon 2150 max
Bestes Display im Test.

Probleme ergeben sich hingegen, wenn der Fahrer von der vorgegeben Route abweicht. Dann schlägt das Gerät von Navigon plötzlich vor, in Einbahnstraßen ein- oder verkehrswidrig abzubiegen, um zu wenden. Auch die Berechnung einer neuen Alternativroute nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, währenddessen der Fahrer völlig auf sich allein gestellt umherirren muss. Ferner ist die Intelligente Adresseingabe etwas gewöhnungsbedürftig und nicht so leicht zu durchschauen: So erfolgt die Sortierung der Hotels nicht nach alphabetischen Gesichtspunkten.

Damit der Fahrer die Hände am Lenkrad behalten kann, verfügt das Navi genauso wie das Gerät von Medion über eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung, über die Handy und Navi gekoppelt werden können. Der Preis für das Navigon 2150 max liegt bei 260 Euro. Zusätzlich kommen noch Entgelte für die Kartenupdates dazu, die aber vom Hersteller subventioniert werden. So kostet das aktuelle Kartenmaterial für 24 Monate - bei einer Registrierung innerhalb von 30 Tagen nach dem Kauf des Navis - 19,95 statt 99 Euro.

TomTom XL Traffic: Nützlicher Notfallhelfer

Auch das Gerät von TomTom verfügt über einen Touchscreen im 16:9-Format. Mit einem Gewicht von 186 Gramm ist es das schwerste Test-Gerät. Die Abmessungen betragen 11,8 x 2,5 x 8,3 Zentimeter. Das Gerät wird mittels eines einfachen und praktikablen Systems an der Windschutzscheibe befestigt. Einfach Saugnapf an die Scheibe drücken, mit dem Ring das Gerät verriegeln und schon sitzt das Navi fest.

TomTom XL Traffic
TomTom XL Traffic leitet manchmal in die Irre.

Für die Streckenführung verfügt das TomTom XL Traffic über vorinstallierte Karten im internen Speicher. Die Strecken-Programmierung erfolgt entweder zu einer bestimmten Adresse, zu einem POI, einem Ort auf der Karte, einem bestimmten Längen-/Breitengrad oder zur Position des letzten Halts. Die Sprachsteuerung hat kleine Macken. Diese gibt beim Abbiegen missverständliche Entfernungsangaben und weist oftmals zu spät auf die passende Einmündung hin.

Das führt dazu, dass der Fahrer zu plötzlichen Manövern gezwungen wird, die gerade im dichten Verkehr zu brenzligen Situationen führen. Auch bei der Berechnung von Alternativrouten erweist sich das Navi als ziemlich langsam, wenn der Fahrer von der vorgegebenen Strecke abweicht. Immerhin leitet es nicht in Einbahnstraßen oder fordert den Fahrer zu gewagten Wendemanövern auf.

Besonderes Schmankerl ist die Hilfe-Funktion. Hierbei kann sich der Nutzer beispielsweise zu Fuß oder mit dem Auto zur nächsten Apotheke oder einem Arzt leiten lassen. Auch Hinweise zur ersten Hilfe, inklusive Anweisung wie bei einem Notruf vorgegangen werden muss, oder Hinweise bei Pannen sind mit im Paket vorhanden. Der Preis für das TomTom XL Traffic beträgt 199 Euro.

Fazit und technische Daten

Den dritten Platz teilen sich die Navigationsgeräte Navigon 2150 max und Falk M8 Europe Plus. Beide Geräte wiesen im Test Defizite in der Routenführung, vor allem bei Einbahnstraßen, auf. Gerade für absolut ortsunkundige Autofahrer aber ein schwerwiegendes Problem, worüber die ansonsten üppige Ausstattung nicht hinwegtrösten kann. Bei dem Falk-Navi wäre es von Vorteil, die Displayanzeige nicht zu sehr mit Extra-Informationen zu überfrachten.

Siegerbadge Medion GoPal E4435
Der netzwelt Testsieger

Auf den zweiten Platz schaffte es das TomTom XL Traffic. Die Routenführung ist im Gegensatz zu dem Geräten von Navigon und Falk souverän, jedoch empfand netzwelt die Sprachausgabe als verbesserungswürdig. Testsieger wurde letztlich das Medion GoPal E4435. Bis auf die etwas wackelige Befestigung und die Navigation im Zielgebiet ein grundsolides Gerät, das auf jeden Fall empfehlenswert ist.

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Kommentare: Den Stadtplan an der Windschutzscheibe

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