Ein Forscherteam macht sich hohe Fotoauflösungen für Video zunutze
Neue Technik: Videos mit Fotos aufpeppen
Jens Fliege
Nur der letzte der 28 feurigen Fußabdrücke am Himmel war echt. Das, was Gastgeberland China vier Milliarden Fernsehzuschauern bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele servierte, war eine vorab am Computer manipulierte Böllerei. Warum auch nicht? Das Spektakel wurde für ein Publikum inszeniert, das für sich längst entschieden hat, dass es keine Rolle spielt, ob den Bildern eines Livestreams mit etwas digitaler Maniküre nachgeholfen wurde oder nicht.
Inhalt
- Dramatische Szenenverbesserung
- Unterschied zwischen Digicams und Camcordern
Ganz in diesem Sinne haben einige Mitarbeiter von Microsoft Research in Zusammenarbeit mit ihren Kollegen von den Universitäten Berkeley und Washington ein Projekt ins Leben gerufen, das sich der dezenten Verbesserung und Manipulation von Videomaterial durch digitale Fotografie widmet. Das Forscherteam ist dabei zu erstaunlichen Resultaten gelangt, die es auf einer Projektseite (siehe Links zum Thema weiter unten) dokumentiert hat.
Dramatische Szenenverbesserung
Mittels eines speziellen Algorithmus ist das von den Forschern entwickelte System in der Lage, die Darstellungsqualität eines Videos durch die einfache Hinzunahme von digitalen Fotografien der gleichen Szene dramatisch zu erhöhen. Eine bis zu vierfache Verbesserung des Original-Videos ist dabei möglich. Gleichzeitig kann das System automatisch auch Bild-Ausbesserungen vornehmen und zum Beispiel ein Astloch in einem Baumstamm völlig verschwinden lassen.

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Deutliche Unterschiede bei "static scenes" durch VideoEnhancement
(Klick vergrößert.)
Die Fähigkeiten dieser Technik wurden vom Projektteam in einem Video dokumentiert, das die Forscher "Using Photographs to Enhance Videos of a Static Scene" genannt haben. In dem Fünf-Minuten-Video ist der Effekt, den die Bildverbesserung auf das Ausgangsmaterial des Films hat, deutlich zu erkennen.
Unterschied zwischen Digicams und Camcordern
Die Überlegungen, von denen die Forscher ausgehen, sind so simpel wie grundlegend. Seit Jahren steigt die Qualität von Bildern, die mit digitaler Fotografie erzeugt werden, bereits in der Consumer-Klasse rasant an. Im Camcorder-Bereich hingegen ist in einem ähnlichen Marktsegment kaum ein Fortschritt in der Auflösung zu verzeichnen. Der Grund dafür liegt auf der Hand: In einem digitalen Video müssen ungleich mehr Daten verarbeitet werden als in der digitalen Momentaufnahme eines Fotos. Das System des VideoEnhancement macht sich die deutlich erhöhte Bildinformation des Digitalfotos zunutze und erzeugt dadurch einen stark verbesserten Raum bei so genannten "static scenes".
Hätte der rote Drache doch nur rechtzeitig von den revolutionären Bearbeitungsmöglichkeiten des Forscherteams erfahren. Vielleicht wäre die echte Sängerin der Eröffnungshymne bei den Olympischen Spielen, die neunjährige Yang Pelyi, doch noch zum Zuge gekommen. Diese hatten die Funktionäre kurzerhand durch die hübsche Lin Miaok ersetzt. Pelyi war ihnen mit ihren schiefen Zähnen einfach zu hässlich.
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