Amerika will Solar- und Windtechnik an und auf Autobahnen einsetzen
US-Highways: Bald mit grüner Lunge?
Markus Henkel
Bahnt sich da eine kleine Sensation an? Die Vorreiterrolle bei pfiffigen Ideen in der Energie-Problematik übernimmt ausgerechnet ein Land, das in den letzten Jahren vor allem durch seine Energie-Verschwendung unangenehm aufgefallen ist. Dabei setzen die USA einen in Europa getesteten Prototypen um und könnten mit einem weiteren, und obendrein noch innovativen, Gedanken Geschichte schreiben: Solaranlagen an und auf Autobahnen.
Die erste Testinstallation an einem Highway soll im kleinen und beschaulichen Staat Oregon realisiert werden. Zwischen Wüste und saftigen Wiesen will man bis Ende 2008 auf 743 Quadratmetern, was einer Länge von zwei Football-Feldern entspricht, eine Highway-Solaranlage konstruieren. Die 104-Kilowatt-starke Photovoltaik-Anlage soll rechts neben der Fahrspur über 112.000 Kilowattstunden produzieren.
28 Prozent können aus erneuerbarer Energie gewonnen werden
Das allein reicht schon, um 28 Prozent der Straßenbeleuchtungen der beiden Interstates 5 und 205 zu decken - immerhin fallen bei den beiden Hauptverkehrsadern satte 400.000 Kilowattstunden pro Jahr an, Kilowattstunden, die aus nicht erneuerbarer Energiequellen entstehen. Zum Vergleich, ein Auto verbraucht pro Kilometer eine Kilowattstunde. Damit kann man eine Sparlampe 100 Stunden lang zum Leuchten bringen.
Vorstellung des Highway-Projektes in Oregon
Das kleine Projekt wird als Testumgebung dienen und für eine größere Installation auf Herz und Niere getestet. Die Finanzierung beträgt 885.000 Euro und wird hauptsächlich von Portland General Electric (PGE) und der US Bank getragen. Das Besondere: Oregon wäre damit der erste Staat, der Solartechnik an Autobahnen einsetzt.
Superprojekt bläst zur Attacke
Der Aufbau von Solarzellen im großen Stil ist aber nicht das einzige Energiespar-Projekt, das die USA verfolgen. Gerade bevölkerungsreiche Staaten, wie beispielsweise Kalifornien, benötigen dringend umweltfreundliche Lösungen.
Diese Einschätzung wird besonders bekräftigt, wenn man sich die Bevölkerungsdichte der beiden Nachbarstaaten anschaut. So hat Oregon insgesamt 3,7 Millionen Steuerzahler, Kalifornien dagegen 36,5 Millionen. Seit dem Amtsantritt des "Öko-Gouverneurs" Arnold Schwarzenegger scheint innovative Umwelttechnik auch für sein sonniges Kalifornien eine machbare Alternative zu Atom und Kohle. Schon 2007 hatte Schwarzenegger eine strenge Abfallverordnung eingeführt und die Steuer bei nicht sparsamen Autos drastisch erhöht.
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